Wiederholungs-Antänzer tanzt diesmal direkt in die JVA

0
284
Gefängnis / Symbolbild, Quelle Pixabay
Facebookrss

 

„Antanzen“ nennt die Polizei diesen Ablenktrick, bei dem sich Kriminelle ihren Opfern herumtänzelnd bis auf Tuchfühlung nähern und dabei wieselflink um Handy und Geld erleichtern.

Die Täter sind praktisch immer zu zweit oder zu dritt, überwiegend sind sie nach Polizeierfahrung nordafrikanischer Herkunft.

Endstation Justizvollzugsanstalt (JVA): Die Polizei Dortmund nahm am Wochenende   einen mutmaßlichen Antänzer fest. Wie sich herausstellte, ein alter Bekannter. Der nun erst einmal in einer JVA über seine Zukunft nachdenken darf.

Es war gegen 3.10 Uhr, als ein 27-jähriger Dortmunder mit einem Bekannten zum ersten Mal auf den ihm unbekannten jungen Mann traf. Vor einem Kiosk im Bereich Platz von Leeds/Reinoldistraße sprach der Unbekannte den Dortmunder an, gab vor ihm Fußball-Tricks zeigen zu wollen.

Immer wieder näherte er sich dem 27-Jährigen und tänzelte um ihn herum, bevor er so wieselflink verschwand wie er aufgetaucht war.

Kurze Zeit später bemerkte der „angetanzte“ junge Mann das Fehlen seines Mobiltelefons, das er in seiner Hosentasche bei sich getragen hatte.

Mittels Handy-Ortung ging der Mann dem Täter aber sofort auf die Spur und wurde  in Richtung Nordstadt geführt. Über den Notruf rief er die Polizei um Hilfe. Diese  konnte den Tanzkünstler schließlich auch anhand der guten Zeugenbeschreibung stellen  und festnehmen. Bei seiner Durchsuchung fand sich sogleich das frisch geklaute Mobiltelefon.

Der Tatverdächtige, ein polizeibekannter 19-jähriger Dortmunder, durfte hingegen den Weg ins Polizeigewahrsam antreten“, schließt die Polizei. „Er war erst zu Beginn des Jahres aus der Haft entlassen worden. Ein Haftrichter entschied noch am Samstag, dass er nun erst einmal in eine JVA zurückzukehren hatte.“

 

Als Typisch für das Vorgehen der „Antänzer“ beschrieb die Dortmunder Polizei vor 2 Jahren einmal folgenden Fall:

Ein Trio nähert sich gegen 4 Uhr früh auf dem Platz von Leeds einem 42-jährigen Dortmunder. Einer spricht ihn an, umarmt ihn und schlingt sein Bein um das des Mannes. Die beiden anderen beobachten derweil aufmerksam die Umgebung.

Bei seinen Bewegungen greift der „Antänzer“ seinem Opfer dann in die Hosentasche, fischt die Geldbörse heraus. Er geht zu seinen Begleitern zurück, präsentiert triumphierend seine Beute. Anschließend verschwinden die drei in verschiedene Richtungen.

Gefasst wurden kurze Zeit später ein 21-jähriger Marokkaner, ein 30-jähriger Algerier (beide ohne festen Wohnsitz) sowie ein 24-Jähriger aus Lohmar. Bei ihrer Durchsuchung fanden sich Bargeld und ein Mobiltelefon. Gleichwohl mussten alle drei nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden.

Die Polizei warnt vor diesem Trick! Oftmals nutzen die Täter körperliche Nähe aus, um unbemerkt Wertgegenstände zu erbeuten. Sie fragen nach Feuer, bewegen sich als „Antänzer“ in der Bar oder umarmen ihre Opfer überschwänglich.

Facebookrss