Von Statements zur Eishalle ausgeschlossen – Doch Bärbel Risadelli, fraktionslos, hat sehr wohl eine Meinung

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Eishallen-Schaufensterdeko im Bastelbedarfsgeschäft Strathoff an der Wasserstraße. (Fotos RB)
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Als fraktionsloses Ratsmitglied durfte Bärbel Risadelli, Ex-SPD-Ratsfrau, per Ratsbeschluss keine offizielle Stellungnahme zur Eissporthalle abgeben wie die anderen Fraktionen. Deren Statements wurden wie berichtet in einem Infoheft zusammengefasst.

Die Mühlhausenerin hatte daher die Stellungnahme der Linken zusammen mit deren Fraktionschefin Petra Weber erarbeitet. Doch die Stadtverwaltung wies dann an, Risadellis Namen aus der Stellungnahme herauszunehmen, da sie der Fraktion nicht angehört.

Dies vorab.

Nun hat die fraktionslose Ratsvertreterin Bärbel Risadelli durchaus eine dezidierte Meinung zur Eissporthalle, und diese bat sie uns in einer Mail vom Freitag (17.5.) zu veröffentlichen. Das tun wir gern.

Bärbel Risadelli (Archivbild/Risadelli)

Bärbel Risadellis Statement zur Eissporthalle – Erhalt oder Abriss:

„Am 26 Mai findet neben der Europawahl auch die Entscheidung zum Erhalt oder Abriss der Eissporthalle in Unna statt. Die wahlberechtigten Bürger ab 16 Jahre können mit ihrer „JA- Stimme“ die Eissporthalle retten.

Das hat es in Unna noch nicht gegeben, dass ein Bürgerentscheid umgesetzt wird. Alle haben es nun in der Hand, Geschichte für Unna zu schreiben. Das ist einzigartig. Mehr Demokratie geht nicht!

Über Kosten und Instandsetzung wurde schon viel geschrieben und gesagt. Fakt ist, das eine Wiederherstellung möglich ist.

Ohne Schnickschnack, zweckmäßig und ohne Kostenexplosion kann die Eishalle instandgesetzt werden. Einzige Grundvoraussetzung…, man muss es wollen!

Die Bürger können ein zweites Desaster wie den Abriss des Freizeitbades in Massen verhindern. Vor 10 Jahren hat sich die Politik schon einmal gegen eine öffentliche Freizeiteinrichtung in der Kreisstadt Unna entschieden. Das war ein großer Fehler und Verlust für den Ortsteil Massen. Das Bad fehlt den Massenern und allen Bürgern in Unna nach wie vor. Die Menschen betrachten diese Entscheidung immer noch mit viel Unverständnis.

Jetzt soll die Eissporthalle, ein wichtiges Kulturgut und Freizeitinstitution, „geopfert“ werden. Eine wertvolle Anlaufstelle, um sich zu treffen und Sport zu treiben.

Der Breitensport lebt von der Vielfalt. Unna braucht diese Vielfalt! Alternativen wurden vom Rat bisher nicht vorgeschlagen. Ersatzlos würde eine weit gefächerte Sportart unwiederbringlich in Unna verloren gehen.

Junge Menschen, Vereinssportler können generationenübergreifend in der Eissporthalle zuverlässig Sport betreiben. Bewegung ist für Kinder ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Sportliche Betätigung macht nicht nur Spaß, sondern wirkt sich auch nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Das muss allen Bürgern ermöglicht und nicht weggenommen werden.

Mit unermüdlichem Engagement hat der Verein Unna.braucht.Eis in knapp einem Jahr ein tragfähiges Konzept für den Betrieb der Eissporthalle erarbeitet. Ebenso hat U.b.E. die Kosten für eine reelle Renovierung ermittelt. Die Eishalle ist und bleibt für Unna, für den Standort in Königsborn unverzichtbar! Unverzichtbar für viele Jugendliche, für die ein „clean aer“ Ort erhalten bleiben muss.

Oft wird suggeriert, dass die Eishalle überdimensioniert sei. Falsch…! Auch wenn sich die Halle nicht mehr komplett mir 4000 Besucher füllen wird, wird schlichtweg vergessen, dass sich unter der Tribüne eine weitere Eisfläche befindet. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, denn auch die „Kleine Bahn“ war immer voll ausgelastet. Welche Eishalle kann das schon vorweisen.

Die Immobilie kann auch anderen Jugendlichen eine Heimat geben. Gerade jetzt wird von den jungen Menschen immer wieder händeringend nach „Experimentierräumen“ oder von einigen auch „Laborraum“ genannt, gesucht. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein Jugendraum. Die Einrichtung von Offenen Jugendarbeitsangeboten ist eine notwendige Infrastrukturmaßnahme im Jugendbereich. Durch das Angebot dieser Räume können jungen Menschen sich untereinander fördern und haben Raum ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Die Vielfalt der Freizeitangebote macht Unna liebens- und lebenswert für ALLE. Zudem darf nicht durch Abriss und Verkauf der Fläche das letzte Tafelsilber verscherbelt werden.

Deshalb bitte ich jede wahlberechtigte Bürgerin, jeden wahlberechtigten Bürger um ihre Stimme für ein JA zum Erhalt der Eishalle.

Bärbel Risadelli, Mitglied im Rat der Kreisstadt Unna“

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