IHK-Wirtschaftsgespräch in Unna: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als lokale Herausforderungen

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IHK-Wirtschaftsgespräch in Unna. (Foto copyright Schaper)
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„Die aktuellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Unna sind sehr positiv. Der Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit bestimmen das Bild“, sagt Bürgermeister Werner Kolter. Und fügt hinzu: „Umso mehr gehören die Herausforderungen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 zu den Aufgaben kommunaler Wirtschaftsförderung.“

IHK-Wirtschaftsgespräch am Montag (20.5.) in der Mercedes Benz-Niederlassung im Indupark. Es ging um Digitalisierung und „Künstliche Intelligenz“ (KI). Gastgeber war Jörg Flocken, Mitglied der Geschäftsleitung und Verkaufsleiter der Mercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH,

Hier die Pressemitteilung der IHK zu Dortmund dazu (gekürzt).

IHK-Vizepräsident Andreas Tracz, Geschäftsführer der K&K Networks GmbH im Indupark, machte in seiner Einleitung deutlich, wie KI bereits heute viele Lebensbereiche berührt und bereichert. „Die Technologie ist allgegenwärtig und inzwischen so realitätsnah, dass es oft nicht mehr auffällt, dass am anderen Ende kein menschliches Wesen antwortet.“

Bei Paketdiensten könne der Kunde zum Beispiel problemlos nachforschen, wo die bestellte Lieferung unterwegs sei und sich bei Schwierigkeiten mit einem lernenden Chat Robot unterhalten. Im Rahmen ihrer angekündigten KI-Strategie werde die Bundesregierung in den nächsten Jahren drei Milliarden Euro investieren. „Das scheint dringend notwendig, will man nicht komplett den Anschluss an die führenden Staaten in der Welt verlieren“, sagte Tracz und betonte, dass die Voraussetzung für KI-Technologie eine verlässliche Datenbasis sei.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber ging er zunächst auf die sehr gute konjunkturelle Stimmung in der Region ein. Im Frühjahr bewerteten fast 55 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, weniger als drei Prozent waren unzufrieden.

Ähnlich positiv stellt sich die aktuelle Gesamtsituation auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Unna dar. Ende April verzeichnete die IHK insgesamt 482 neue Ausbildungsverhältnisse, was gegenüber dem Vorjahreswert (438) ein deutliches Plus darstellt.

In Unna selbst hinken die Zahlen (81) verglichen mit 2018 (93) allerdings noch hinterher.

„Wir sind aber zuversichtlich, dass wir in den kommenden Monaten das sehr gute Niveau des Vorjahres erreichen“, so Schreiber.

2018 konnten in der IHK-Region insgesamt 5.149 neue Azubiverträge notiert werden. Schreiber appellierte in diesem Zusammenhang an die Unternehmer, auch zukünftig Kandidatinnen und Kandidaten für das ehrenamtliche Prüferwesen bereitzustellen.

Schreiber ging auch auf die Ergebnisse der „Kohlekommission“ ein: Mit der Schließung von vier Steinkohlekraftwerken im Kreis Unna könnten mittelfristig bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Vor diesem Hintergrund betonte Schreiber die Notwendigkeit, dass die vom Bund zugesagten finanziellen Hilfen nicht nur den rheinischen Braunkohlerevieren zukommen.

„Auch hier vor Ort im Kreis Unna brauchen wir Geld, um diesen Strukturwandel abzufedern.“

Zugleich müsse bei den Planungen für die Nachnutzung der riesigen Areale das große Potenzial als Industrie- und Gewerbeflächen beachtet werden. Die IHK werde sich beim Ruhrkonferenz-Themenforum „Heimat.Ruhr“ am 29. Mai in Bochum dafür einsetzen. Denn: „Unsere Wirtschaft braucht Flächen, um wachsen zu können. Beim bisherigen Entwurf des Regionalplans Ruhr kommen die Bedürfnisse der Unternehmen zu kurz. Es fehlen rund 800 Hektar Fläche für potenzielle Gewerbeflächen“, erläuterte Schreiber.

Abschließend widmete er sich noch dem erforderlichen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Lünen und Münster und bezeichnete das 27 Kilometer lange Teilstück als die am stärksten vernachlässigte Metropolenverbindung in Deutschland. „Die Diskussion nach der Entscheidung für den Teilausbau einfach für beendet zu erklären, ist weder zeitgemäß noch angemessen.“

Aus Sicht der IHK müsse mit Weitblick geplant werden. Notwendig sei neben den Reparaturen der bestehenden Mängel auf der Strecke nördlich von Dortmund auch ein zweites Gleis auf der gesamten Strecke, ausgebaut für durchgängig 230 km/h. Zudem sei eine Brücke im östlichen Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofs erforderlich, um somit die intensiven Ost-West-Verkehre von denen nach Münster abzugrenzen.

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