Ampel am Kreishauskreisel: Testphase beendet

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Ampelhinweis am Kreishauskreisel. (Foto RB)
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„Nich wahr, oder?“ – Doch. Seit dem 22. Januar hat Unna einen beampelten Kreisverkehr. Die Testphase an Unnas liebstem Problemkreisverkehr, dem Kreishauskreisel,  ist jetzt beendet.

Die Fußgänger- und Radfahrerampel an der Viktoriastraße vor Netto sollte wie berichtet zunächst probeweise den Zebrastreifen direkt vor der Kreiseleinfahrt ersetzen. Dieser wurde am 22. Januar gesperrt, statt dessen die Ampel in Betrieb genommen.

Die Ampel vor dem Kreisverkehr. (Archivbild RB)

„Die Auswertung des Versuchs läuft derzeit“, teilte uns auf Nachfrage Stadtsprecher Christoph Ueberfeld mit. „Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im nächsten ASBV vorgestellt werden.“

Der ASBV ist der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr. Dieser tagte zuletzt vorigen Mittwoch, die nächste Sitzung ist noch nicht terminiert.

Der Zebrastreifen an Unnas Problemkreisel wurde im Januar abgesperrt. (Foto Privat)

Das Experiment, das sich die Stadt auf Antrag der SPD rund 40.000 Euro kosten ließ, wurde gefilmt: von mehreren Kameras, damit die Stadt zählen konnte, wie viele Autos, Radfahrer und Fußgänger täglich durch den zwangkastrierten ehemals zweispurigen Kreisel fluteten.

Kritiker in Sachen Datenschutz beruhigte Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf unsere Nachfrage bereits zum Start der Testphase: Die Kameras seien so angebracht, dass weder Kennzeichen noch Gesichter der Verkehrsteilnehmer sichtbar wären. „Es handelt sich um eine videogestützte Verkehrszählung – keine Überwachung!“

Visualisierung des Mühlencenters, Quelle: Ten Brinke Group

Das Experiment soll vor allem im Hinblick auf das geplante EInkaufszentrum Mühlencenter auf dem Mühle Bremme-Gelände Antworten auf folgende Frage liefern: Läuft der Verkehr flüssiger, wenn Passanten und Radler nicht mehr in unkontrollierten Schüben permanent überr den Zebra- und Radstreifen vor dem Kreisverkehr fluten, sondern  geordnet  „im Pulk“ nur noch bei Ampelgrün?

Grünen-Ratsherr Björn Merkord bezweifelte das in einer der letzten politischen Sitzungen zu diesem leidigen Thema schwerstens:„Gut, schmeißen wir das Geld zum Fenster raus!“ Ratsherr Christoph Tetzner nannte die Zustände am und rund um den Kreishauskreisel ein „Desaster“ und attackierte Merkords Grüne, die auf Landesebene erfolgreich den einzigen Ausweg aus der Unnaer Staumisere verhindert hätten: die Westtangente. 

Eine Rückkehr zur Zweispurigkeit ist aufgrund der signifikant gesunkenen Unfallzahlen seit der Verengung praktisch ausgeschlossen.

Nach Ansicht des Unnaer ADFC wird diese Ampel das Stauproblem eher noch verschärfen. Der Club bat erfolglos, auf das teure Experiment zu verzichten. Sei es nicht angesagt, stellt er die Frage, angesichts der schon jetzt massiven Verkehrsprobleme im Umfeld des fünfarmigen Kreisverkehrs das gesamte Projekt „Einkaufszentrum Mühle Bremme“ noch einmal gründlich auf seine Sinnhaftigkeit zu hinterfragen?

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