Kinder zündelten im Wald – Feuerwehr Unna stellt Konzept für Wald- und Feldbrände vor

0
394
Unnas Feuwerwehrleitungsteam. (Fotorechte Stadt Unna)
Facebookrss

2018 war das Rekordjahr für Waldbrände – wir alle erinnern uns an den endlosen regenfreien Sommer. Vor Jahren schon hat die Feuerwehr Unna ein Konzept für Wald- und Flächenbrände aufgestellt. Dass es leider bitter nötig ist, dass Wehren dezidiert vorbereitet sind, zeigt ein aktueller Fall aus dem Nachbarkreis:

Gestern Abend (4.6.)  zündelten drei Kinder in einem Waldstück im MK mit Holzstücken und Laub. Anwohner bemerkten den Rauch,  sie konnten das kleine Feuer selbst löschen. Die Polizei ermittelt nun wegen „Herbeiführens einer Brandgefahr“ gegen das 9-10-jährige Trio. Die Polizisten führten mit ihnen ein eindringliches erzieherisches Gespräch. Strafrechtlich haben sie indes nichts zu befürchten – erst ab 14 Jahren sind Kinder strafmündig.

In Unna ist das Waldbrandkonzept „zum Glück es noch nicht zum Einsatz gekommen“, sagt Stadtbrandinspektor Hendrik zur Weihen. Sehr wohl sieht er die Feuerwehr der Stadt Unna für Wald- oder Flächenbrände gut gerüstet, nennt aber  auch den Bedarf einer entsprechenden Ausbildung der Feuerwehrkräfte.

„Die Ausbildung für Brände in der Vegetation unterscheidet sich deutlich von der Ausbildung zur Brandbekämpfung in Gebäuden“, sagt zur Weihen. Denn gerade bei Wald- und auch Flächenbränden gelte es zur erkennen, in welche Richtung sich das Feuer bewegt und welche Faktoren die Ausbreitung beeinflussen. Dazu gehören auch Thermik und Rauchentwicklung.

„Einsatzkräfte der Feuerwehr können hier schnell in große Gefahr geraten“, sagt zur Weihen.

Auf der technischen Seite stehen den Einsatzkräften der Unnaer Feuerwehr zwei kleinere, wendigere und vor allem leichtere Löschfahrzeuge zur Verfügung, die nicht im Waldboden einsacken und auch eine Einfahrt in die zum Teil vorhandenen Wege ermöglichen. Diese seien aber dennoch in der Lage, größere Mengen Wasser zu transportieren, zum Beispiel von einem Übergabepunkt mit anderen Fahrzeugen nahe an den eigentlichen Einsatzort (Brand).

Zudem bestehe die Möglichkeit, die Löschschläuche an Güllewagen von Landwirten anzuschließen. „Die Güllefässer können eine Menge Wasser aufnehmen und auch abseits der Straßen und Wege abgeben“, erklärt zur Weihen.

Das kleine und leichtere Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) fasst 800 Liter Wasser (rund vier Badewannen voll). Dagegen kann das Tanklöschfahrzeug rund 3000 Liter Wasser aufnehmen. Um im Gelände beweglicher zu sein, gibt es leichtere Löschschläuche mit kleineren Strahlrohren, die vom Durchmesser her kleiner sind. Dennoch sind sie in der Lage, 25 Liter in der Minute abzugeben.

„Wir haben so die Möglichkeit, nah an das Feuer heranzukommen“, erklärt zur Weihen.

Auch die Prävention müsse verbessert werden. Hier seien die Feuerwehren auf die Mitarbeit der Forstwirtschaft angewiesen. Wichtig seien mit Feuerwehrfahrzeugen befahrbare Waldbrandschneisen und ausgewiesene Löschteiche. Das brennbare Material auf dem Waldboden müsse begrenzt werden.

Tipps zur Vermeidung von Waldbränden

Über die Hälfte der Brände wird vorsätzlich oder fahrlässig verursacht. Der Deutsche Feuerwehrverband gibt deshalb fünf Tipps zum Vermeiden von Bränden:

  • Werfen Sie keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur – erst recht nicht aus dem Fahrzeug! Schnell kommt es zu einem Böschungsbrand an Autobahnen und anderen Straßen.
  • Lassen Sie niemals Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen auf trockenen Feldern oder Wiesen stehen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Vegetation daran entzündet. Dies betrifft neben allen Modellen mit am Fahrzeugboden liegenden Katalysatoren (viele Pkw mit Otto-Motoren) künftig auch immer mehr Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro VI. Werden diese in den Regenerationsmodus geschaltet, können sehr hohe Temperaturen auftreten.
  • Beachten Sie auf jeden Fall das in vielen Wäldern geltende Rauchverbot! Grillen Sie in der Natur nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen.
  • Respektieren Sie Verbote zum Beispiel in Waldbrand gefährdeten Gebieten.Melden Sie Brände oder Rauchentwicklungen sofort über Notruf 112.
  • Hindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.

PM Stadt Unna

Facebookrss