Nach Häufungen gefährlicher Hochzeitskorsos jetzt ein Flyer mit Verhaltensregeln

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Braut im Hochzeitskleid. (Archiv RB)
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Ausgelassen feiern ist das eine, lebensgefährliche Verkehrsmanöver zu starten etwas völlig anderes. Gegen ausufernde Hochzeitskorsos soll die Polizei in NRW jetzt strenger vorgehen. Ein Erlass des Innenministers sieht u. a. Flugblätter vor.

In diesem steht unter anderem:

„Halten Sie sich an die Verkehrsregeln“, „Provozieren Sie keine Staus“, „Zünden Sie keine Feuerwerkskörper/Pyrotechnik“ und „Führen Sie keine Waffen mit“.

Bei Verstößen drohten Bußgelder, das Beschlagnahmen von Autos oder sogar Haftstrafen, berichten heute (5.6.) überregionale Medien.

Symbolbild, Foto Rundblick

Im April häuften sich solche Fälle von Hochzeitskorsos und Schüssen auf offener Straße akut in Unnas Nachbarstädten:

  • In Menden blockierte Anfang April ein türkischer Hochzeitskorso mit rund 15 Fahrzeugen mehrere Hauptverkehrsstraßen, außerdem wurde in die Luft geschossen. Die Fahrer reagierten auf Ansprache der Polizei aggressiv und räumten die Straße nur unwillig.
  • In Iserlohn kam am selben Wochenende ein marokkanisches Brautpaar verspätet zu seiner eigenen Hochzeitsfeier: Während Hunderte Geladene auf das Brautpaar warteten, musste sich dieses an seiner Wohnadresse erst einmal mit der Polizei auseinandersetzen, denn es war auch hier von Gästen geschossen worden.
  • Auch am Folgewochenende spielten sich ähnliche Szenen mit Polizeieinsätzen in zwei weiteren Städten des Märkischen Kreises ab.
  • Lebensgefährliche „Freudensbekundungen“ dann auf der A2 bei Kamen am Sonntag, 28. April: Knapp ein Dutzend hochwertige Fahrzeuge einer türkischen Hochzeitsgesellschaft bremsten den Verkehr auf allen drei Fahrstreifen ab und blockierten damit die komplette Autobahn. Die Fahrer überholten zum Teil rechts unbeteiligte Fahrzeuge und bremsten diese aus. „Diese geistig umnachtete Aktion“, wie es die Polizei ungeschönt formulierte, dauerte laut Zeugenaussagen mehrere Minuten, bevor der Konvoi in Hamm die Autobahn verließ.
  • Und am selben Sonntag musste auch die Polizei in Hamm gegen zwei Autokorsos vorgehen und leitete Verfahren gegen Unbekannt ein, in beiden Fällen wurde auch hier der Verkehr massiv behindert und in die Luft geschossen.

Im Ruhrgebiet verzeichnet die NRW-Polizei tatsächlich die meisten Einsätze wegen sogenannter Hochzeitskorsos.  Das Innenministerium hat laut „Bild“ nun einen Aktionsplan  an alle Polizeibehörden im Land geschickt: Demnach sollen an beliebten Hochzeitsorten unter anderem Flugblätter mit Verhaltensregeln verteilt werden.

„Den Polizeipräsidien im Revier bieten wir an, die Flyer bei uns im Ministerium abzuholen“, wird ein Ministeriumssprecher zitiert.

Innenminister Herbert Reul (CDU) versandte den entsprechenden Erlass samt dem Hinweis auf den Flyer am Montag, einen Tag vor Ende des Fastenmonats Ramadan. Nach 104 Korso-Einsätzen im April seien es mit Beginn des Ramadan abrupt nur noch 25 gewesen. Mit dem Aktionsplan solle verhindert werden, dass es nun wieder losgeht.

 

 

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