SPD Königsborn fordert: „Kurpark muss in den Fokus – und Stadt ist in der Verantwortung!“

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Wegweiser im Kurpark. (Archivbild RB)
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„Vermüllung, Vandalismus, Vernachlässigung und sogar Brandstiftung – es steht nicht gut um den Kurpark.“

Dies stellt unabhängig von unseren Leserinnen und Lesern auch der SPD Ortsverein Königsborn-Alteheide fest und legt deshalb, so die Vorsitzende Hanna Schulze, „jetzt den Finger in die Wunde mit einer Anfrage an den Rat. Um deutlich zu machen, wie wichtig die Naherholungsfläche den Menschen – nicht nur in Königsborn – ist.“ Ein Gesamtkonzept für den Kurpark müsse her.

Man habe die „grüne Lunge Unnas“ schon ein wenig länger mit wachsender Sorge im Blick, sagte uns Hanna Schulze am Mittag auf Anfrage. Doch nach dem massiven Vandalismus des vergangenen Wochenendes, den eine Rundblickleserin mit abschreckenden Fotos dokumentierte (Bericht HIER), sah der SPD-Ortsverein nun akuten Handlungsbedarf geboten.

Die künstlerisch gestaltete Infosäule ist nun komplett zerstört. (Foto Privat / Für RB Unna)
Vermüllte Sitzsteine an der Jugendkunstschule. (Foto Privat /für RB)

Zunächst stellte unsere Redaktion bereits zu Wochenbeginn vier Fragen zum Kurpark an die Verwaltung, die Stadtsprecher Christoph Ueberfeld wie folgt beantwortete:

1. Ist der Verwaltung die zunehmende Verwahrlosung des Parks insbesondere im Bereich des „Amphitheaters“ bekannt?

  • Der Verwaltung ist der Zustand des Kurparks sehr wohl bekannt, allerdings würden wir nicht von zunehmender Verwahrlosung sprechen, wenn am Wochenende offenbar eine größere Ansammlung von Menschen dort nach einem Trinkgelage ihren Unrat in der Gegend verstreut bzw. einfach nicht wegräumt. Auch in der Vergangenheit sind es öfter Menschen gewesen, die dort nach ihrem Aufenthalt ihren Müll einfach haben liegen lassen.  Das Problem ist: Man müsste die Menschen, die dort für den Unrat und auch Beschädigungen verantwortlich sind, auf „frischer Tat“ ertappen.

2. Ist bzgl der Zerstörungen im Bereich Travados eine Bestandsaufnahme der Schäden geplant, und wann werden Tor, Säule etc. wieder hergestellt? Was kostet das?

  • Alle beschädigten Dinge, die nicht in das Pachtverhältnis des Circus Travados fallen – hier müsste man genau schauen, ob es Gegenstände sind, die Travados zuzuordnen sind – fließen in die Bestandsaufnahme durch die Stadt ein. Zu Wiederherstellung und Kosten kann von Seiten der Stadt im Moment noch nichts gesagt werden.

3. Gibt es aktuell so etwas wie einen „Kurparkkümmerer“?

  • Die Jugendkunstschule hat einen Hausmeister, der auch täglich kontrolliert

4. In welchen Intervallen wird der Kurpark vom Ordnungsamt begutachtet bzw. wird er es überhaupt?

  • Ordnungsamt und Polizei kontrollieren im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen. Der  Kurpark ist auch ein Thema in der Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt.
Der Travados-Zirkus im Kurpark. (Foto RB)

Die SPD Königsborn-Alteheide hat ihrerseits einen weiterreichenden Fragenkatalog für den Stadtrat erarbeitet:

1. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung, um den Kurpark in einen ordnungsgemäßen Pflegezustand zu versetzen?

2. Existieren Pläne für die Entwicklung des Geländes der Jugendkunstschule sowie des Bistro im Kurpark? Wann kann mit einem Gesamtkonzept für den Bereich gerechnet werden und welche Meilensteine sieht die Verwaltung hierfür vor?

3. Bis wann gedenkt die Stadt das Bistro wieder in einen vermietbaren verpachtbaren Zustand zu versetzen?

4. Gibt es einen verbindlichen Zeitplan für die Instandsetzung des Pumpwerks Friedrichsborn?

Der Friedrichsborn im Sommer. (Foto RB)

5. Welche Schritte für eine Aufwertung des Kurparks im Hinblick auf Gestaltung und Ausstattung sind geplant, um mittel- und langfristig den Naherholungswert zu erhalten und womöglich noch zu steigern? 

Die Vorsitzende führt aus, was die Zielsetzung der Stadtteil-SPD ist: Es sei nicht so, dass nicht auch Positives geschehen sei in den vergangenen Jahren. „Aber auch wenn mit moderner Beleuchtung, erneuerten Spielflächen oder auch der Neugestaltung von Wegen einige Fortschritte erzielt werden konnten, bleiben viele Baustellen.“

Ortsvorsteher Wolfgang Ahlers fordert zusammen mit einen Genossen daher „ein Gesamtkonzept für den Bereich Bistro und Jugendkunstschule, um diesen Bereich zukunftsfest aufzustellen“. Auch zukünftig müsse ein zentraler Treffpunkt für alle Menschen in Unna mitten im Kurpark dazu einladen, gemeinsam Zeit zu verbringen.

Der Erhalt eines ordnungsgemäßen Zustandes und die Weiterentwicklung des gesamten Geländes müsse durch die Stadt sichergestellt werden.

„Leider können wir nicht mehr auf das ehrenamtliche Engagements des Kurparkvereins zurückgreifen. Damit ist das eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben. Es gibt keinen Kümmerer“, bedauert Ortsvereinsvorsitzender Maik Luhmann.

Wie von Rundblick berichtet, hatte sich der Verein vor zwei Jahren aufgelöst, und zwar im Zorn, da für die Zusammenarbeit mit der Stadt keine Perspektive mehr gesehen wurde.

„Unsere Forderungen gehen aber noch deutlich weiter“, betont Hanna Schulze: „Das Pumpwerk Friedrichsborn befindet sich in einem problematischen Zustand und auch die Beleuchtung der Parkeingänge muss wieder funktionsfähig hergestellt werden.“

Ihre Quintessenz ist eine klare Ansage an die Verwaltung: „Zerstörung und Vernachlässigung zieht weitere Zerstörung und sinkende Akzeptanz nach sich. Hier ist die Stadt in der unmittelbaren Verantwortung.“

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