Albtraum Miete: AWO fordert bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit Schulden

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Symbolbild Pixabay
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In Unna eine günstige Wohnung zu finden gleicht der Suche nach dem Stecknadel im Heuhaufen. Menschen mit wenig Geld haben es auf dem derzeit so angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer. Fast unmöglich wird es, wenn man Schulden hat.

Bundesweit liegen in jedem dritten Haushalt die Wohnkostenbelastungen bei über 30 % des EinkommensIn der Aktionswoche vom 3. bis 7. Juni setzt die AWO Schuldnerberatungsstelle im Kreis Unna ein Zeichen für die schwierige Situation auf den Wohnungsmarkt.

„Für Menschen mit Schulden stellt die Suche nach Wohnraum oder die Wohnkosten oft ein großes Problem dar. Die Chancen, eine Wohnung zu finden, sind auch dann noch schlecht, wenn sie bereits ihre Entschuldung geregelt haben“, sagt Sandra Bartsch, Leiterin der AWO Schuldnerberatung.

Oft scheitert die Wohnungssuche bereits an der Schufa-Auskunft. „Es gibt nur wenige Vermieter, die Interessenten auch ohne positive Schufa-Auskunft persönlich vorsprechen lassen. Dabei sagt die Bonität nichts über die bisherige Verlässlichkeit der Mietzahlungen aus.“

Die AWO-Fachleute bieten Informationen und Hilfestellung für Mieterinnen und Mieter an. „In den vergangenen Jahren sind die ortsüblichen Vergleichsmieten mehr als doppelt so schnell wie die Verbraucherpreise gestiegen“, berichtet Sandra Bartsch weiter.

Steigende Mieten oder gestiegene Nebenkosten treffen die Haushaltseinkommen hart. Gerade diese hohen Ausgaben belasten das Portemonnaie der Menschen und führen nicht selten zu einer Ver- oder Überschuldung. In der AWO-Beratungsstelle suchen viele Menschen wegen Miet- oder Energieschulden den Rat der Fachleute. Besonders betroffen sind ALG II–Bezieher.

„Sie leiden am stärksten unter der Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt“, so die Einrichtungsleiterin. Der angespannte Wohnungsmarkt führt zu einer eingeschränkten Auswahl bezahlbarer Wohnungen. „Es ist deshalb wichtig, den sozialen und preisgünstigen Wohnungsneubau deutlich auszuweiten“,   fordert die AWO daher im Rahmen der Aktionswoche.

In der Praxis zeigt sich, dass Menschen mit Schulden oft ihre Wohnungen gefährden. Wenn die Miete nicht gezahlt werden kann, wird es oft schnell eng und es droht im schlimmsten Fall sogar der Verlust der Wohnung. Vor allem für Familien müsse ein Schutz vor Zwangsräumungen geschaffen werden.

Entsprechende Beratungsmöglichkeiten bietet die AWO Schuldnerberatung. Wer Hilfe benötigt, kann unter der Telefonnummer 02307 924880 einen Beratungstermin vereinbaren oder sich persönlich an die Schuldnerberatung in der AWO Geschäftsstelle in Kamen, Unnaer Str. 29a, wenden oder die Sprechzeiten in den weiteren Kommunen (bis auf die Stadt Lünen) nutzen. Die Öffnungs- und Sprechzeiten findet man auf der Homepage http://www.awo-rle.de/schuldnerberatung.

 

PM: Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems

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1 KOMMENTAR

  1. Hat die AWO denn auch eine Idee, wie es zu der schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt kommen konnte? Warum gibt es kaum noch Wohnraum?
    Kleiner Tipp: Die AWO als NGO setzt sich für eine offenen Gesellschaft und die grenzenlose Migration nach Deutschland ein. Mit rund 1,6 Millionen asylbegehrenden Schutzsuchenden kann Wohnraum durchaus knapp werden.

    Genau genommen wurde die katastrophale Wohnraum-Situation von der AWO gewünscht und gefördert….