„Verkehrswende für Unna“: ADFC will Bereiche der City komplett autofrei machen

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Verblasstes "Fahrradfreundlichkeit"-Schild - ein Bild mit Symbolcharakter. Der Radclub ADFC stellt den Verkehrsplanern und politischen Entscheidern Unnas ein vernichtendes Zeugnis aus und fordert jetzt die "Verkehrswende für Unna". (Foto Copyright: ADFC Unna)
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Weniger, viel weniger Autoverkehr in der Innenstadt, statt dessen einen massiven Ausbau des Radwegenetzes und des ÖPNV: Der Radclub ADFC, Ortsverband Unna, geht in die Offensive und forderts eine „Verkehrswende für Unna“.

Und eine Kernforderung ist die, bestimmte Bereiche der Innenstadt komplett von „parkendem und fließendem Individualverkehr“ zu befreien.

Als Beispiele nennt der ADFC  z. B. die Altstadtplätze vor dem Hellweg-Museum (Alte Burg), der Bereich der Schulstraße, das Areal vor dem Standesamt an der Schäferstraße oder das Krummfußviertel.

Bedrängtes Parken im Burgstraßenviertel. (Archivbild RB)

Dort soll kein Individual-Autoverkehr mehr erlaubt sein – die Zufahrt in die Innenstadt soll ausschließlich auf die Zufahrten zu den Parkhäusern beschränkt werden.

„Das würde die Lebensqualität in der Unnaer Altstadt erheblich steigern“, ist der Radclub überzeugt.

In dem Antrag, der am Montag (17. 6.) im Beirat Fahrrad (TOP. 5.3) diskutiert wird, begründet der Club seinen Vorstoß mit dem fortschreitenden Klimawandel. Unna hinke hinterher: Der Nachhaltigkeitsbericht des Kreises Unna fordere schon seit 2013 eine Aufteilung der Verkehrsarten auf 45 % Kfz-Verkehr und 55 % umweltfreundliche Fortbewegungsmittel (Bus, Bahn, Rad, zu Fuß gehen).

„Unna hat nach den letzten Erhebungen einen Kfz-Anteil von 65,5 %“, kritisiert der ADFC.

Da herrscht aus Sicht der Fahrradlobby also Nachholbedarf.  Auch die Grünen bekennen sich zum Ziel, „die Autos aus der Innenstadt rauszukriegen“ (so Ratsherr Karl Dittrich im vorigen Herbst zum Grünen-Antrag, das Parken auf allen städtischen Parkflächen kostenpflichtig zu machen, also auch vor Schulen für die Lehrer).

Die geforderte Verkehrswende umfasst fünf Punkte – neben einer autoärmeren Innenstadt sind das folgende Forderungen:

1. Umsetzung des Radzielnetzes – schon 2016 habe der Stadtrat die Absichtserklärung beschlossen, bis 2025 den Anteil des Radverkehrs von 11 auf 25 % zu erhöhen. Bisher sei wenig davon umgesetzt worden.

2. Mehr Radabstellanlagen – „sie fehlen schon seit Jahren, vor allem im Bereich der weiterführenden Schulen und an Einkaufszentren“.

Symbolbild eines Busses. (Quelle VKU)

3. Ausbau des ÖPNV-Angebotes

5. Werbung für den Umweltverbund.

Quintessenz des Vorstoßes: Das Fahrrad müsse in Unna als Alltagsverkehrsmittel akzeptiert werden und einen angemessenen politischen Stellenwert bekommen.

 

 

 

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