Brutale Gewalt mit Messern und Schlagstöcken: Verdächtiger tauchte ab – In Hamm gefasst

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Symbolbild, Pixabay
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Mit Schlagstöcken und Messern gingen sie brutal unter Landsleuten aufeinander los. Einer erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen. Ein anderer Beteiligter, möglicherweise der Messerstecher, floh. Es gelang dem 21-jährigen Afghanen, sich abzusetzen, er floh von Ostwestfalen ins östliche Ruhrgebiet – im Hammer Hauptbahnhof wurde er am gestrigen Nachmittag festgenommen, mehr als anderthalb Jahre nach der letzten Tat. 

Wie wir am heutigen Morgen schon kurz anhand einer Mitteilung der Bundespolizei berichteten, erwischte die Bahnpolizei am Donnerstag (13. 6.) spätnachmittags im Hammer Hauptbahnhof einen gesuchten Straftäter.

Der 21-jährige Afghane sei von der Staatsanwaltschaft Detmold per Haftbefehl wegen Totschlags gesucht worden, hieß es in der Meldung der Bundespolizei. Was nicht ganz richtig war, korrigierte der Detmolder Oberstaatsanwalt Christoph Immig am Mittag auf Anfrage unserer Redaktion.

Bundespolizisten bei der Arbeit. (Quelle: BuPo St. Augustin)

Gleichwohl ging den Bundespolizisten, die sich gestern im Bahnhof Hamm zur Kontrolle dieses jungen Mannes entschieden, ein dicker Fisch ins Netz gegangen, bestätigte uns Christopher Imig und legte den Fall in einer umfangreichen Pressemitteilung dar.

Demnach wird dem 21-jährigen Asylbewerber mit Haftbefehl vom 02.04.2019 vorgeworfen, im Januar und November 2018 gemeinsam mit anderen Personen Körperverletzungen und schweren Landfriedensbruch begangen zu haben.

Dienstgebäude der Staatsanwaltschaft Detmold. (Foto Staatsanwaltschaft Detmold)

Oberstaatsanswalt Imig schildert das im Einzelnen.

„Am 27.01.2018 kam es am späten Nachmittag auf dem Vorplatz vor dem Detmolder Bahnhof zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren jungen Männern, die – soweit bekannt – alle aus Afghanistan stammen. Es war nicht ganz leicht, die Hintergründe und Details dieser Auseinandersetzung zu ermitteln, zumal sich die meisten Beteiligten nicht sehr kooperativ zeigten.

Anlass war offenbar eine echte oder vermeintliche Beleidigung während eines vorangegangenen Telefongespräches, die dazu geführt haben soll, dass man sich in Detmold in größerer Gruppierung verabredete.

Es ist davon auszugehen, dass auf der Seite des Beschuldigten insgesamt sechs Personen beteiligt waren, von denen wenigstens zwei (darunter der Beschuldigte) mit Schlagstöcken und einer mit Messern bewaffnet waren. Es sind dann aus dieser Gruppierung Gewalttätigkeiten gegen Angehörige der anderen Gruppierung, über deren Größe keine Angaben gemacht werden können, verübt worden, in deren Zuge eine Person lebensgefährlich durch einen Messerstich verletzt wurde. Der Täter dieses Messerangriffes konnte jedoch bislang nicht ermittelt werden.

Dagegen konnten vier Angreifer identifiziert werden, von denen bereits drei wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs zum Amtsgericht (Jugendschöffengericht) Detmold angeklagt worden sind:

Bei jenen drei Personen handelt es sich um junge Afghanen im Alter von 19, 20 und 23 Jahren, die in Horn-Bad Meinberg, Detmold bzw. Lemgo wohnen. Das Hauptverfahren gegen jene drei Personen wird am 11.07.2019 in Detmold vor dem Jugendschöffengericht geführt werden.

Der nunmehr durch die Bundespolizei in Hamm festgenommene junge Mann war zwischenzeitlich abgetaucht, so dass gegen ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft der oben genannte Haftbefehl durch das Amtsgericht Detmold erlassen wurde.

Dem Beschuldigten wird einerseits die Beteiligung an der Tat vom 27.01.2018 vorgeworfen. Insofern lautet der Vorwurf auch hier gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch. Der Beschuldigte soll sich unter Verwendung eines Schlagstockes an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben.

Eine Beteiligung an dem lebensgefährlichen Messerangriff durch den noch nicht ermittelten Täter konnte nicht bewiesen werden.

Darüber hinaus wird dem in Hamm festgenommenen Beschuldigten die Beteiligung an einer weiteren Schlägerei zur Last gelegt, die am 05.11.2018 gegen 18:30 Uhr in der Detmolder Innenstadt stattfand. Dabei soll der Beschuldigte gemeinsam mit einer weiteren – noch nicht identifizierten – Person einen Landsmann geschlagen, getreten und mit einer so genannten Kopfnuss bedacht haben. Außerdem soll der Beschuldigte mit einem Messer gewedelt haben, was jedoch zu keinen Verletzungen führte.

Ferner soll der Beschuldigte auch einem zu Hilfe geeilten weiteren Landsmann eine Kopfnuss verpasst haben, wodurch diese Person eine Platzwunde erlitt. Auch diese beiden Taten sind als gefährliche Körperverletzung angesehen worden.

Es ist geplant, Anklage gegen den festgenommenen Beschuldigten zu erheben. Ob es gelingen wird, die Verhandlung am 11.07.2019 gegen alle Beteiligten gemeinsam zu führen, ist derzeit noch nicht absehbar.“

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