30 km/h und wilde Fahrmanöver: Hochzeitskorso blockiert Westhofener Kreuz

3
1932
Braut im Hochzeitskleid. (Archiv RB)
Facebookrss

Wieder ist ein Hochzeitskorso ausgeufert. Die Teilnehmer haben auf der Autobahn lebensgefährliche Situationen provoziert, kritisiert in aller Schärfe die Polizei.

Die Fahrer mehrerer Autos blockierten am Freitagabend (21. Juni) durch riskante Fahrmanöver die A 45 in Höhe des Westhofener Kreuzes.

Gegen 18 Uhr riefen gleich mehrere Zeugen bei der Leitstelle der Polizei an. Eine Kolonne aus einem halben Dutzend Autos blockiere die Autobahn in Richtung Dortmund. Dabei bremsten die Fahrer immer wieder stark ab, Zeugenaussagen zufolge bis auf 30 km/h.

Um ein Überholen der Kolonne zu verhindern, wechselten die Autofahrer auf allen Fahrstreifen wild hin und her. Ihr ganzes Procedere unterstrichen sie dabei durch lautes Hupen und eingeschaltete Warnblinkanlage.

In Höhe des Westhofener Kreuzes schloss die Polizei schließlich zu dem Konvoi auf. Mittlerweile hatten sich rund 40 unbeteiligte Autofahrer hinter der Kolonne eingereiht.

Dabei gelang es den Polizisten, den Fahrer eines VW Golf anzuhalten. Er sei lediglich der Gast einer Hochzeit und verstehe nicht, warum die Polizei ihn gestoppt habe, so der 22-Jährige. „Ein Blick in das Strafgesetzbuch könnte in diesem Fall weiterhelfen“, kommentiert Polizeisprecher Sven Schönberg…

Die Polizisten stellten vor Ort den Führerschein des Mannes sicher. Die Ermittlungen, auch gegen weitere Fahrzeugführer wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, dauern an.

Zusatz am Montag, 24. 6.: im Märkischen Kreis rief am Freitagnachmiittag ebenfalls ein Hochzeitskorso die Polizei auf den Plan. Ein Zeuge hatte beobachtet, wie eine Person aus einem PKW heraus einen Schuss mit einer Waffe abgab. Die Polizisten trafen auf eine Hochzeitskolonne mit sieben Fahrzeugen. Nach eigenen Angaben beabsichtigten sie in Lüdenscheid die Braut zu einer Hochzeit abzuholen, um anschließend mit ihr zur eigentlichen Hochzeit im Ruhrgebiet zu fahren. Eine Schussabgabe stritten sie ab. Bei der Überprüfung fanden die Beamten in Auto eines 25-jährigen Esseners eine PTB-Waffe samt Munition. Beides stellten sie sicher. Der junge Mann hatte keinen Waffenschein – Anzeige.

Im April häuften sich solche Fälle von Hochzeitskorsos und Schüssen auf offener Straße akut in Unnas Nachbarstädten:

  • In Menden blockierte Anfang April ein türkischer Hochzeitskorso mit rund 15 Fahrzeugen mehrere Hauptverkehrsstraßen, außerdem wurde in die Luft geschossen. Die Fahrer reagierten auf Ansprache der Polizei aggressiv und räumten die Straße nur unwillig.
  • In Iserlohn kam am selben Wochenende ein marokkanisches Brautpaar verspätet zu seiner eigenen Hochzeitsfeier: Während Hunderte Geladene auf das Brautpaar warteten, musste sich dieses an seiner Wohnadresse erst einmal mit der Polizei auseinandersetzen, denn es war auch hier von Gästen geschossen worden.
  • Auch am Folgewochenende spielten sich ähnliche Szenen mit Polizeieinsätzen in zwei weiteren Städten des Märkischen Kreises ab.
  • Lebensgefährliche „Freudensbekundungen“ dann auf der A2 bei Kamen am Sonntag, 28. April: Knapp ein Dutzend hochwertige Fahrzeuge einer türkischen Hochzeitsgesellschaft bremsten den Verkehr auf allen drei Fahrstreifen ab und blockierten damit die komplette Autobahn. Die Fahrer überholten zum Teil rechts unbeteiligte Fahrzeuge und bremsten diese aus. „Diese geistig umnachtete Aktion“, wie es die Polizei ungeschönt formulierte, dauerte laut Zeugenaussagen mehrere Minuten, bevor der Konvoi in Hamm die Autobahn verließ.
  • Und am selben Sonntag musste auch die Polizei in Hamm gegen zwei Autokorsos vorgehen und leitete Verfahren gegen Unbekannt ein, in beiden Fällen wurde auch hier der Verkehr massiv behindert und in die Luft geschossen.

 

Facebookrss

3 KOMMENTARE

  1. Wie naiv muss man eigentlich sein um zu glauben dieses Problem mit einem Flyer zu lösen? Wieder nur raus geschmissenes Geld und wie schon mal angemerkt: Hoffentlich ist das Papier hautfreundlich dann hat es doch noch einen Zweck erfüllt, nur nicht den angedachten.
    Zitat vom damaligen Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Januar 2017 „Das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat erodiert.“

  2. Zusatz am Montag, 24. 6.: im Märkischen Kreis rief am Freitagnachmiittag ebenfalls ein Hochzeitskorso die Polizei auf den Plan. Ein Zeuge hatte beobachtet, wie eine Person aus einem PKW heraus einen Schuss mit einer Waffe abgab. Die Polizisten trafen auf eine Hochzeitskolonne mit sieben Fahrzeugen. Nach eigenen Angaben beabsichtigten sie in Lüdenscheid die Braut zu einer Hochzeit abzuholen, um anschließend mit ihr zur eigentlichen Hochzeit im Ruhrgebiet zu fahren. Eine Schussabgabe stritten sie ab. Bei der Überprüfung fanden die Beamten in Auto eines 25-jährigen Esseners eine PTB-Waffe samt Munition. Beides stellten sie sicher. Der junge Mann hatte keinen Waffenschein – Anzeige.