CDU-Zoff wegen „Causa WBU“: Parteichef Meyer will Weber zurückholen und Scherben kitten

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Unnas CDU-Vorsitzender Gerhard Meyer. (Foto Rundblick)
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Den CDU-internen Hauskrach wegen des Gehalts der WBU-Geschäftsführerin, offenbar geworden durch eine anonym an Rundblick weitergeleitete Mail des Fraktionschefs Fröhlich, will Parteichef Gerhard Meyer schnellstmöglich beilegen.

Der Zoff kommt zur Unzeit mit Blick auf die anstehenden Kommunal- und Bürgermeisterwahlen, das dürfte Meyer als Politprofi bewusst sein.

Er sucht deshalb er jetzt die Annäherung an seinen (Noch-)Parteifreund Frank-Holger Weber, der wie berichtet vor ca. vier Wochen (am Festa Italiana-Freitag) überrraschend aus der Fraktion ausgetreten war; wegen böser „Gerüchte“, die über ihn verbreitet worden seien, und dazu zählte das Gerücht, er wolle WBU-Geschäftsführer werden.

Das sei abstrus, versicherte uns Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsbetriebe, am Mittag seines Austritts.

Den Hintergrund dieser Gerüchte und die Abgründe des Zerwürfnisses offenbarte nun am vergangenen Wochenende eine im Ausdruck 5 Seiten umfassende Mail, die Fraktionsvorsitzender Rudolf Fröhlich an Bürgermeister Kolter geschickt hatte – und in Kopie an etwas mehr als ein Dutzend weitere Adressaten, alle aus dem internen Kreis der WBU-Aufsichtsgremien.

Fröhlich wirft Weber sowie dessen Vertreter Bernd Dreisbusch (SPD) darin „Inkompetenz“ vor, da sie den mehrheitlichen Beschluss der Gesellschafterversammlung zum Vertrag der neuen WBU-Geschäftsführerin bisher nicht umgesetzt hätten: Darin sei ein Jahresgehalt von 141.000 Euro im Jahr plus Dienstwagen vereinbart worden.

Gerhard Meyer sagte uns heute Nachmittag (4. 7.), er habe null Verständnis dafür, dass Interna aus Aufsichtsgremien an die Presse lanciert und so öffentlich gemacht würden. Das sei in Unna ja schon häufiger passiert.

„Die Aufsichtsräte unserer städtischen Gesellschaften sind fakultativ“, erklärt Meyer. „Mit anderen Worten: Man braucht sie nicht zwingend einzurichten. Wenn man sie aber nun mal hat, muss man sich auch an die Regeln halten. Diese besagen eindeutig, dass alles, was innerhalb dieser Gremien besprochen wird, hinter verschlossenen Türen bleibt. Nichts darf nach außen dringen. Ich darf streng genommen noch nicht einmal mit meinem Ehepartner/meiner Ehepartnerin darüber reden.“

Ob diese Geheimniskrämerei so unbedingt dem Bürger nachvollziehbar und im Einzelfall sinnvoll sei, bleibe mal dahingestellt, sagt der CDU-Chef, „aber wir haben diese Gremien nun mal.“ Weil? „Weil die Politik sich davon einen stärkeren Einfluss auf die jeweilige GmbH verspricht.“

Zum Stil der Auseinandersetzung in Fröhliches Mail, die viele Leser als unterirdisch wahrnahmen, sagt Gerhard Meyer weiter nichts, macht aber klar: „Dass in einer Fraktion und einer Partei unterschiedliche Meinungen herrschen und auch mal über Sachfragen heftig gestritten wird, ist völlig normal. Es darf aber nicht mehr sein, dass Streitigkeiten in dieser Form in der Öffentlichkeit ausgetragen werden.“ Darauf wolle er jetzt in moderierenden Gesprächen hinwirken.

Ob er hofft, dass Frank-Holger Weber in die Fraktion zurückkehrt? „Sagen wir, ich arbeite dran“, so Meyer. „Er ist immerhin – bisher – in der CDU geblieben.“

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1 KOMMENTAR

  1. Zuerst habe ich ja allen Ernstes geglaubt hier kommt etwas Katzenjammer auf und man merkt dass man bei einer aufgeklärten Bevölkerung und Wählerschaft dank eines Mediums das neutral aber dennoch kritisch hinterfragend Missstände an die Öffentlichkeit bringt so nicht weitermachen kann. Katzenjammer auch deswegen weil bald die Wahl bevorsteht und der Wähler nicht mehr bereit ist die jahrzehntelange Kumpanei, Vetternwirtschaft und das Protegieren hinzunehmen und man vielleicht um seinen Posten fürchtet. Habe dann aber den Bericht nochmals gelesen und siehe da. Erneut Arroganz und Selbstherrlichkeit, zu lesen ist dass man natürlich keine Fehler gemacht hat, dass die Entscheidungen die getroffen wurden vielleicht im Nachhinein doch als sittenwidrig anzusehen sind und moralisch nicht vertretbar sind . Nein es gibt Schuldzuweisungen an die die diese Missstände an die Öffentlichkeit gebracht haben. Schuldzuweisungen dass es überhaupt Aufsichtsräte gibt obwohl man ja eigentlich auch ohne Aufsichtsrat mit dem Geld der Bürger aasen kann wie man will. Ich hoffe dass Herr Weber der in dieser Causa Rückgrat hatte nicht zurückkehrt sondern analog zu 2 / 3 anderen im Rat ein kritischer und im Interesse der Bürger handelnder Politiker bleibt.