Kunststoff statt Eis, Solar, Dachgrün: Grüne fordern Eishallensanierung als Klima-Vorzeigeprojekt

0
616
Die Eissporthalle Unna bei der Besichtigung am 16. 7. 2018. (Archivbild Rundblick)
Facebookrss

Den Eishallenerhalt, den die Grünen strikt abgelehnt hatten, wollen sie nun – da der Bürgerentscheid sie zum Erhalt zwingt – unter das Zeichen des Klimaschutzes stellen.

In einem Antrag an den Bürgermeister  beantragt die Fraktion B90 / Die Grünen drei Prüfungen:

  • Verwendung von Kunststoffplatten zur Eisflächensanierung,
  •  Installation von Dachbegrünung bzw. Photovoltaik,
  •  Vermarktung der Nebengrundstücke nur unter ökologischen Aspekten.

In ihrer Begründung schreibt die Fraktion:

„Durch  Bürgerentscheid hat die Stadt die Aufgabe, die Eissporthalle wieder nutzbar zu
machen und im Außenbereich der Eissporthalle Wohnbebauung zu entwickeln.

Bündnis 90/die Grünen hat sich seinerzeit gegen ein Sanierung der Halle ausgesprochen, nicht weil wir einen Jugendtreffpunkt zerstören wollten , sondern weil wir die derzeitige Technologie in der Eissporthalle für unökonomisch halten und meinen, dass die Halle, so wie sie heute besteht nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht.

Sie wurde in den 70er Jahren als Wettkampfhalle errichtet, für eine sehr große Zuschauerzahl, die schon seit langem nicht anzutreffen ist.

Des Weiteren ist sowohl die zu kühlende Eisfläche als auch das Volumen der Halle bei weitem überdimensioniert, so dass uns die Sanierung sowohl unökologisch als auch unökonomisch erscheint.“

Bei  Beachtung der im Antrag geforderten Punkte aber

„… kann aus dem Bürgerentscheid letztendlich ein Gewinn für die gesamte Stadt Unna werden, wenn hier eine Art Vorzeigeprojekt einer klimaneutralen zukunftweisenden Stadtentwicklung verwirklicht wird.“

Quelle: Die Grünen Unna

Der Vorstoß ist nicht neu: Im März 2015 stellten die Grünen schon einmal einen Antrag auf Kunsteis in der Eissporthalle. Damals berichteten wir:

„Es soll geprüft werden, ob eine Kunststoffbahn an  Stelle der konventionellen Eisbahn effektiv Kosten sparen könnte. Die Grünen sind sehr überzeugt davon.

„Kunststoffplatten anstatt der herkömmlichen Eisbahn werden international schon erfolgreich eingesetzt. Die Kunststoffbahn bietet eine adäquate Alternative zum Einsatz von Eis, ohne dass dafür Nachteile in Kauf genommen werden müssen.“

Eine künstliche Eisbahn sei durch eine verbesserte Energieeffizienz nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostensparender. Kunststoffplatten – logisch – müssen nicht gekühlt werden und kommen somit, wie die Grünen beim Hersteller in Erfahrung brachten, mit nur 10% der Betriebskosten aus. „Daraus ergibt sich zusätzlich die Option, die Eishalle unabhängig von der Außentemperatur auch außerhalb der Saison zu öffnen. Die Platten werden mit Nut und Feder auf einer flachen Ebene verlegt, was Installation und Austausch unkompliziert gestaltet. Laut Herstellerangaben sind die Platten nach einer Lebensdauer von bis zu 10 Jahren voll recyclebar“, führt die drittgrößte Ratsfraktion in ihrem Antrag aus.

Schon nach zwei Jahren könne sich die Investition rechnen – „was bei einer Vertragslaufzeit mit dem Pächtern bis  2020 für alle Beteiligten eine überlegenswerte Alternative darstellen sollte“, schließen Unnas Grüne. Eine beispielhafte Vergleichsrechnung haben sie ihrem Antrag beigefügt.

Facebookrss