Fröhlichs Rundumschlag von CDU-Website verschwunden – Parteichef Meyer beschwört verbales Abrüsten

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CDU-Parteichef Gerhard Meyer
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Einen halben Tag nach Rudolf Fröhlichs verbalem Rundumschlag zur Causa WBU und zu Jessika Tepes Fraktionsaustritt (HIER unser Bericht)  war das XXL-Elaborat wieder von der CDU-Homepage verschwunden.

Parteichef Gerhard Meyer bestätigte uns auf Nachfrage, er habe dahingehend auf den Fraktionsvorsitzende „eingewirkt“ und ihn „dringend gebeten, verbal abzurüsten“.

Zugleich suchte Meyer das Gespräch mit dem aus der Fraktion ausgetretenen Vizebürgermeister Frank-Holger Weber, der nach dieser erneuten – nun sogar ganz öffentlichen – Attacke seines Parteikollegen „jetzt wieder sehr aufgebracht“ gewesen sei, bestätigte Meyer, der nun wieder ganz von vorn beginnen muss mit seinen Deeskalationsbemühungen.

Gleichwohl sieht er eine Mission, die heillos zerstrittenen Kontrahenten wieder miteinander zu versöhnen, nicht als aussichtslos an. Dass das „ein mühsamer Prozess wird“, weiß er dabei wohl.

Von dem Rundumschlag seines Fraktionsvorsitzenden wusste der Parteivorsitzende nichts. „Ich musste davon aber auch nichts wissen“, erklärte er die „Gewaltenteilung“ innerhalb der Unnaer CDU diesbezüglich: „Stadtverband und Fraktion teilen sich gleichberechtigt die Webseite. Rudolf Fröhlich kann für die Fraktion dort einstellen, was er möchte, er ist mir keine Rechenschaft schuldig.“

Dass Fröhlichs „Stellungnahme zu aktuellen Entwicklungen“ nur am Rande mit der Fraktion zu tun hatte (in der Passage, in der es um Jessika Tepes Austritt ging – der überwiegende Teil betraf die „Causa WBU“ und damit Fröhlich privat), nun ja, das sei wohl so, räumt Gerd Meyer ein. „Ich möchte das alles aber von keiner Seite aus bewerten und will den neutralen Boden nicht verlassen“, unterstreicht er, wie er seine Rolle sieht, die er mit dem Krisenmanagement der Bundeskanzlerin vergleicht: „Wie Frau Merkel ohne Parteinahme und besonnen auf Deaskalation hinwirken.“

Dementsprechend möchte der CDU-Vorsitzende auch nicht bewerten, ob Fröhlich nach all diesem öffentlich gewordenen Theater noch als Fraktionsvorsitzender tragbar ist.

„Das alles ist suboptimal gelaufen. Wir alle sollten jetzt einen Schlussstrich ziehen und uns darauf konzentrieren, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“ In einer Partei, schließt Meyer, sei es wie in einer langen Ehe: „Es gibt gute Zeiten – es gibt schlechte Zeiten.“

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