Falsche Polizisten plündern 2 weitere Senioren aus

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Symbolbild, Pixabay
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Erst vor wenigen Tagen ergaunerten Polizistenfakes von einer Dortmunder Seniorin buchstäblich säckeweise Gold – wir berichteten gestern.

Praktisch direkt nach dem Millionencoup lieferten zwei weitere ältere Menschen ihr Erspartes an gewissenlose Betrüger aus:

Ein 79-jähriger Senior aus Iserlohn übergab einem angeblichen Polizeibeamten am Mittwoch um 15 Uhr sein gesamtes, nicht unerhebliches Bargeldvermögen, zum „Zweck der Eigentumsicherung“, berichtet die Polizei MK.

Erst als der angebliche Ermittler das Geld drei Stunden später immer noch nicht zurückgebracht hatte, wurde der Senior misstrauisch und hakte bei der echten Polizei nach. Da war es aber schon zu spät.

Der Abholer ist etwa 30 Jahre alt, ca. 1,85 Meter groß und schlank. Er sprach akzentfrei Deutsch und war zivil gekleidet.

Der zweite Fall:

Über zehn Tage lang hatte sich ein angeblicher Kripobeamter täglich bei einer 78-jährigen Frau gemeldet: Sie gab den diversen Aufforderungen nach und übergab dem Betrüger Schmuck, Goldmünzen, Bankkarte samt Pin-Nummer sowie Bargeld. Die Bank der Frau konnte eine vom Täter veranlasste höhere Überweisung noch gerade eben stoppen.

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Die Polizei kann nur immer wieder vor dieser Betrugsmasche warnen. In Wellenbewegungen gehen fast jede Woche bis zu mehrere Dutzend Anzeigen bei der Polizei ein. In der Regel kennen die meist älteren Opfer die Betrugsmasche.

Doch es gibt eine erhebliche Dunkelziffer: Sowohl die Zahl der Angerufenen als auch die Zahl der vollendeten Betrugsfälle dürfte erheblich höher sein. Die Betrüger agieren von Call-Centern im Ausland aus und zeichnen sich durch eine hohe Ortskenntnis aus.

Die am meisten verbreitete Lügengeschichte lautet so:

Die Polizei hat Einbrecher festgenommen. Diese führten eine Liste mit Namen und Adressen bei sich, auf der auch der Angerufene stehe. Kern des Gesprächs ist die Frage: „Haben Sie Wertsachen?“ Irgendwann direkt im ersten Gespräch oder nach unzähligen Telefonaten bieten die Betrüger dann großzügig an, Geld oder Schmuck „in sichere Verwahrung“ zu nehmen.

Immer wieder bringen die Täter ihre Opfer sogar dazu, hohe Geldbeträge von der Bank abzuheben. Nicht immer lassen sich die Täter blicken. Manchmal fordern sie ihre Opfer auch auf, den Geldsack am Friedhof oder vor der Haustür abzustellen. Deshalb mahnt die Polizei erneut: Lassen Sie sich erst gar nicht auf ein Gespräch mit den raffiniert agierenden Anrufern ein!

Selbst Menschen, die schon von der Betrugsserie gehört haben, lassen sich „umdrehen“ und gehen den Tätern auf den Leim. Warnen Sie ältere Menschen! Machen Sie die Betrugsmasche zum ständigen Thema im Verwandten- und Bekanntenkreis. Im Betrugsfall erstatten sie schnellstens Anzeige. So lässt sich vielleicht noch ein Teil des Schadens verhindern – wie im Fall der 78-jährigen Iserlohnerin.

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