Sozialpädagogische Unterstützung für alle Berufskollegs nach den Ferien

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Beim Besuch im Lünener Kolleg: 3.v.re/u. Bernd Engelhardt, Leiter AK Bildung, 3. von li./u.: Kreisschuldezernent Torsten Göpfert, 4. v.re./u.: Rita Vonnahme, Leiterin Lippe-Berufskolleg Lünen. (Foto SPD Kreis Unna)
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Förderklassen für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf an allen Berufskollegs in Trägerschaft des Kreises: Nach den Sommerferien nehmen so genannte Fallmanager an den Standorten in Unna, Lünen und Werne ihre Arbeit auf.

Sie werden durch intensive sozialpädagogische Unterstützung den manchmal schwierigen Weg zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung begleiten.

Bernd Engelhardt, Vorsitzender des SPD-Arbeitskreises Bildung, nennt das Projekt „eine Herzensangelegenheit“. „Das ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie, der Jugendarbeitslosigkeit gezielt vorzubeugen.“

Bei einem Besuch des Lippe Berufskollegs Lünen informierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises sowie Sozialdemokraten aus dem Rat der Stadt Lünen über die Herausforderungen, vor denen die Berufskollegs heute stehen.

Eine sich verschärfende Entwicklung schilderte dabei Schulleiterin Rita Vonnahme:

Die Schülerzahlen sinken insbesondere im klassischen dualen Ausbildungsbereich. Gleichzeitig steigen die Abbruchquoten – und das auch in der vollschulischen Ausbildung.

Zwei Sozialpädagogen gehören bereits zum Team des Lippe Berufskollegs, das aktuell von rund 2.070 Schülern besucht wird. Von dem Fallmanager, der im August dazukommt, erhofft sich Rita Vonnahme weitere Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei ihrer Entwicklung und ihrer sozialen Integration in Schule und Beruf.

Allerdings waren sich die Diskussionsteilnehmer auch darin einig, dass viele Partner  dazu beitragen müssen, die Weichen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft richtig zu stellen: Das Übergangsmanagement Schule – Beruf, so wie es im Kreis Unna an vielen Stellen gut funktioniert, gehört ebenso dazu wie die Bereitschaft der ausbildenden Betriebe, sich auf die junge Generation einzulassen: „Auch wer Kaugummi kaut und Tattoos hat, oder wer Schwächen in der Rechtschreibung zeigt, kann hochmotiviert sein.“

Das Lippe Berufskolleg ist eines von fünf Berufskollegs im Kreis Unna. Für sie alle stellt sich die Frage, wie sie sich in einer sich verändernden Bildungslandschaft und Arbeitswelt künftig aufstellen.

Torsten Göpfert, Dezernent für Schule und Bildung beim Kreis Unna, fordert dazu auf, ganz grundsätzliche Fragen zu stellen:

  • Welche Bildungsgänge machen künftig Sinn?
  • Könnte / sollte der staatliche Bildungsauftrag über die Erstausbildung hinausgehen?
  • Was muss der Kreis Unna als Schulträger tun, um die richtigen Antworten für die Zukunft zu finden?

    Bernd Engelhardt mahnte nicht zuletzt angesichts des sich zuspitzenden Fachkräftemangels, alles zu unternehmen, was den Nachwuchs fit für eine Ausbildung macht und insbesondere für den handwerklichen Bereich begeistert. „Die Einführung der Fallmanager sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.“

Bildlegende:
3. von rechts/unten: Bernd Engelhardt, Leiter AK Bildung
3. von links/unten: Kreisschuldezernent Torsten Göpfert
4. von rechts/unten: Rita Vonnahme, Leiterin Lippe-Berufskolleg Lünen

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