Gewalttätig gegen Schwangere? Verfahren gegen Polizeibeamten eingestellt

2
442
Polizist im Dienst / Symbolbild, Quelle Polizei NRW
Facebookrss

Ein massiver Vorwurf von Polizeigewalt ist formaljuristisch ausgeräumt.  Das Verfahren gegen einen Beamten der Dortmunder Polizei, der im Frühjahr bei der Razzia einer Shisha-Bar eine Schwangere misshandelt haben soll, wurde eingestellt.

Das bestätigte heute (2. 8.) die Staatsanwaltschaft.

Rückblick:

„Eine schwangere Frau soll bei einer Razzia in einem Shisha-Café in der Dortmunder Nordstadt misshandelt worden sein, und zwar von einem (ranghohen) Polizeibeamten“, berichteten wir am 10. April. Es existiert ein Handy-Video, auf dem man allerdings nicht sieht, nur hören kann.

Am 01. März 2019 sei bei einer Durchsuchung des Shisha-Cafés „X-Lounge“ in der Nordstadt die Ehefrau des Betreibers mit eingesetzten Beamten in Streit geraten. „Kurze Zeit später soll ein Beamter die Frau geschlagen, gewürgt und bedroht haben“, hieß es in einem Bericht des WDR, der den Fall als Erster aufgriff.

Der Beamte habe die Schwangere im Hinterhof des Cafés „über Minuten mit dem Bauch auf den Boden gedrückt… obwohl die 36-Jährige mehrfach auf ihre Schwangerschaft hingewiesen habe“. In einem Video, das ein Nachbar drehte, seien Drohungen zu hören – wörtlich:

  • „So, das ist tätlicher Widerstand, da geht’s in Bau jetzt für. Dann kannste die Schwangerschaft im Gefängnis machen. Drehst du jetzt noch einmal durch, hau ich dir was in die Schnauze.“

Die Frau, die unter anderem einen Jochbeinbruch erlitten haben soll, sei von der Polizei schon in der Nacht der Razzia ihrerseits angezeigt worden: wegen Angriffs auf einen Polizeibeamten, Beleidigung und Widerstand. Laut ihrer Stellungnahme erlitt die Schwangere die Verletzungen, da sie sich massiv gegen ihre Fixierung gewehrt hätte.

Zugleich leitete die  Polizei nun nach der Anfrage durch den WDR ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten ein (aus Neutralitätsgründen von den Kollegen in Recklinghausen geführt).

Heute nun die Bestätigung: Einstellung des Verfahrens aufgrund „mangelnden Tatverdachts“, so die Staatsanwaltschaft.

Die Frau habe sich aggressiv verhalten, daher könne man das Handeln des Polizisten mit Notwehr rechtfertigen. Gewalt über das zulässige Maß hinaus habe er den Untersuchungen zufolge nicht angewandt. Es habe sich außerdem nicht alles bestätigt, was die Zeugin (die schwangere Frau) erzählt habe.

Gegen die Einstellung des Verfahrens wurde Beschwerde eingelegt.

Facebookrss

2 KOMMENTARE

  1. […] Mangelnder Tatverdacht, Fall von angeblicher Polizeigewalt bestätigt sich nicht: „Gewalt über das zulässige Maß hinaus habe er den Untersuchungen zufolge nicht angewandt.“ Frau eines Shishacafé-Betreibers beschuldigte Beamten wegen angeblicher Misshandlung https://www.rundblick-unna.de/2019/08/02/gewalttaetig-gegen-schwangere-verfahren-gegen-polizeibeamte… […]