Töddinghauser Str.: Verhärtete Fronten – Stadt Bergkamen moniert fehlendes Sanierungskonzept

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Eins der beiden Wohnhäuser an der Töddinghauser Straße. (Foto RB)
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Im Streit um die zwangsgeräumten Wohnhäuser neben den Bergkamener Turmarkaden (wir berichteten zuletzt am Samstag von einem Stimmungsbild vor Ort) verhärten sich die Fronten immer mehr. Während Gutachter Thomas Albrecht gegenüber der Stadt eine sofortige Aufhebung des Bewohnungsverbots einfordert – da die Brandschutzmängel, die am 15. Mai zur Evakuiuerung führten, nun beseitigt seien – , pocht die Stadtverwaltung ihrerseits auf ein korrektes Sanierungskonzept.

Dies habe der Gutachter bis heute nicht vorgelegt, sagte am Dienstagmittag der zuständige Dezernent Dr. Hans-Joachim Peters in einem Telefongespräch mit unserer Redaktion.

Peters betont: „Ich weiß, dass die momentane Situation für die Bewohner äußerst unglücklich ist. Und ich kann nur wiederholen, dass mir daran gelegen ist, dass alle wieder zügig in ihre Wohnungen zurückkehren können. Aber der Gutachter ist in der Bringschuld.“

Das Bergkamener Rathaus. (Foto RB)

Laut Dr. Peters habe Albrecht bisher nur einen „Entwurf“ des eingeforderten Sanierungskonzeptes für die 60 Wohnungen im Rathaus eingereicht. „Einen ersten Entwurf, mit Schreibfehlern… – na ja“, so Peters vielsagend, möglicherweise als Retourkutsche auf die Verwaltungsakte zur Räumung, die Albrecht als „katastrophal geführt“ kritisiert hatte.

Diesen Konzeptentwurf jedenfalls, der am 18. Juli eingegangen sei, hätten die Bauaufsicht der Stadt Bergkamen  sowie die Brandschutzdienststelle des Kreises Unna begutachtet und unabbhängig voneinander für nicht ausreichend befunden.

„Ich habe den Gutachter am 22. Juli persönlich angerufen und auf Überarbeitung des Entwurfs gedrängt“, betont der Baudezernent. „Uns ist an einem möglichst pragmatischen Ansatz gelegen. Aber unser Ermessensspielraum ist Null.“

Zu der Samstagsveranstaltung vor dem Wohnhaus Nr. 137, die der Krisenstab als „Feier der Beseitigung aller monierten Mängel“ deklariert und via Presse öffentlich gemacht hatte, habe die Verwaltung keine Einladung bekommen, wiederholt Dr. Peters, was bereits Bürgermeister Roland Schäfer in unserer Facebookdiskussion betont hatte. Er wolle das nur noch einmal am Rande erwähnen, bemerkt Peters.

Für ihn besteht kein Zweifel daran, wer jetzt am Zuge ist:

„Herr Albrecht muss sich jetzt schnellstmöglich bewegen und den Antrag auf Genehmigung eines Sanierungskonzepts vorlegen. Und die Abnahme wird durch Brandsachverständige und durch die Feuerwehr erfolgen. Noch einmal, unser Ermessensspielraum ist geich Null.“

Er bedaure die Entwicklung sehr, schließt der Dezernent: Sollte der Fall tatsächlich vor dem Verwaltungsgericht landen, stehe allen Beteiligten „ein ellenlanger Rechtsstreit“ ins Haus. Das könne Monate dauern.

Turmarkaden an der Töddinghauser Straße Nr. 139. (Foto RB)

Zum Zusammenhang mit den benachbarten Turmarkaden:

Die Interra Immobilien hat die Turmarkaden gekauft, um sie neu zu entwickeln. Auf ihrer Homepage schreibt sie dazu:

„Turmarkaden werden zu Bergkamen-Galerie


Die INTERRA hat gemeinsam mit einem Family Office die Turmarkaden in Bergkamen gekauft. Der Verkäufer ist eine vom Kölner Multi-Family-Office DERECO gemanagte Projektgesellschaft der ehemaligen Charterhaus Real Estate GmbH. Die Gebäude sind auf einem ca. 25.155 qm großen innerstädtischen Grundstück in der Töddinghauser Strasse 139 – 141, 59192 Bergkamen errichtet und bieten eine vermietbare Fläche von 19.754qm.

Das Objekt steht aktuell komplett leer und soll in den nächsten 12 – 18 Monaten restrukturiert und neu vermietet werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses überaus spannende Objekt erwerben konnten. Den Ankauf konnten wir innerhalb von wenigen Wochen realisieren, auch weil sich die Zusammenarbeit mit der DERECO sehr professionell und angenehm gestaltete. Mit dieser Akquisition konnten wir in diesem Jahr die 4. Transaktion umsetzen“, so Alexander Dold, Vorstand der INTERRA Immobilien AG.“

http://interra-immobilien.de

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