„Wir laden e!“ Evangelische Kirche fährt jetzt mit Strom

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Auch die Mitarbeiter aus dem Haus der Kirche fahren jetzt elektroangetrieben. (Archivbild: Kirchenkreis Unna)
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Der Ev. Kirchenkreis Unna fährt jetzt mit Strom. Hier die Pressemitteilung.

Wir laden e! so steht es auf der Tür des schwarzen Smart. Dahinter in grau die Buchstaben „in“. Wir laden ein, passend zum Motto des Evangelischen Kirchenkreises Unna: einladend – gastfreundlich – inspirierend. Nun aber funktioniert der Spruch auch in der Kurzform: Wir laden e!, denn der neue Dienstwagen für die Mitarbeitenden des Kirchenkreises Unna ist ein E-Auto. Die Ladestation befindet sich am Haus der Kirche und von dort werden zukünftig die Fahrten deutlich weniger klimaschädlich starten und enden.

Auf der letzten Synode hat der Ev. Kirchenkreis Unna den Einstieg in die E-Mobilität beschlossen. Zunächst ging es dabei um E-Bikes als Dienstfahrzeuge für Pfarrerinnen und Pfarrer auf ihren kurzen Wegen durch den Stadtteil oder Ort. Nun können auch weitere Strecken zurückgelegt werden, auch mit Materialien oder mit mehreren Personen. „Es muss für uns selbstverständlich sein, dass auch die Mitarbeitenden im Haus der Kirche auf ihren Dienstfahrten umweltverträglicher unterwegs sind“, so Superintendent Hans-Martin Böcker.

Superintendent Hans-Martin Böcker schließt das neue E-Auto an die Ladestation im Haus der Kirche an. (Foto Ev. Kirchenkreis Unna)

Insgesamt ca. 10.000 Kilometer pro Jahr sind Mitarbeitende des Kirchenkreises Unna mit dem Vorgänger-Fahrzeug unterwegs gewesen. Da dieses Auto nun mehr und mehr in die Jahre gekommen war, stand eine Neuanschaffung an. Schnell war allen Beteiligten klar, dass es zukünftig ein  Elektro-Auto sein soll. Mit den Stadtwerken Unna war ein Partner für die Anschaffung des Fahrzeuges und Installation der Ladestation gefunden. Für den Antrieb wird Strom geladen, der gänzlich aus regenerativen Quellen kommt. Damit liegt die CO² – Ersparnis bei zukünftig einer halben Tonne CO2 im Jahr.

PM: Kirchenkreis Unna/D. Schneider

Anmerkung unserer Redaktion:

Wir hatten bzgl. der vielen kritischen Einwände unserer Leserschaft in puncto E-Mobilität Anfrage beim Kirchenkreis gestellt mit der Bitte um Stellungnahme. Kirchenkreissprecherin Silke Dehnert teilte uns am Freitagmorgen, 9.8.,  auf nochmalige Nachfrage mit, dass keine Stellungnahme erfolgen wird.

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6 KOMMENTARE

  1. Ratsam wäre es für den Kirchenkreis das Fahrzeug nicht nur zu Schulungen zu nutzen sondern Tag und Nacht im Einsatz zu haben damit das “ruhige” Gewissen auch greifen kann.
    Zitat ARD Story: “Bevor die Batterie eines durchschnittlichen Elektroautos überhaupt benutzt werden kann, werden jedoch schon 17 Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen. Ein Mittelklasse-Auto mit einem durchschnittlichen Verbrauch von sechs Litern war da schon über 100.000 Kilometer unterwegs. Die bittere Erkenntnis: Bei der Herstellung eines E-Autos wird doppelt so viel Umwelt zerstört wie bei der Produktion eines vergleichbaren Gefährts mit Verbrennungsmotor. Schuld sind vor allem Batterie-Rohstoffe wie Lithium und Kobalt, die in ihren Abbauregionen für schlimme Umweltschäden sorgen.”
    Auch Sarah Lincoln von „Brot für die Welt“ wird nicht glücklich sein, rechnet vor der Kamera aus: „Für eine Tonne Lithium vertrocknen zwei Millionen Liter Wasser – in einer extrem trockenen Region.“
    So zum Beispiel in der extrem trockenen, argentinischen Hochlandregion Jujuy. Hier in den Anden liegt eines der größten Lithium-Depots der Welt. Gewonnen wird der Rohstoff, der seinen Kilopreis im Zuge der Elektromobilität bereits versiebenfacht hat, durch Verdunstung. Das „weiße Gold“ wird aus Salzseen extrahiert, für deren Austrocknung riesige Becken angelegt werden. Das Problem: Giftige Dämpfe bei der Produktion und eine enorme Schädigung des Ökosystems. Vor allem der Grundwasserspiegel einer Gegend, in der viele Indios Ackerbau, Viehzucht und Tourismus im kleinen Stil betreiben, sinkt dramatisch.
    Ebenso wird UNICEF nicht begeistert sein vom Kirchenkreis: Zitat “Suchen teilweise siebenjährige Kinder in den Abfallprodukten der industriellen Minen nach dem Metall und sortieren und waschen die Erze, bevor sie verkauft werden. Bis zu 12 Stunden am Tag müssen Minderjährige für einen Lohn von ein bis zwei Dollar durchschnittlich arbeiten. Teilweise verbringen sie im Alter von 12 Jahren 24 Stunden in den Tunneln. UNICEF schätzt, dass im Jahr 2014 ungefähr 40.000 Jungen und Mädchen in Minen im Süden der Demokratischen Republik Kongo arbeiten mussten, viele davon, um Kobalt zu gewinnen. Diese Form der Kinderarbeit zählt nachweislich zu den schlimmsten Formen weltweit.”
    So kommt die ARD zum Fazit: Umweltschutz ist eben komplexer, als man denkt – und viele geräuschlose E-Flitzer im Stadtverkehr sind sicher nicht die Lösung.
    Und nun “gute Fahrt”

    • In dem Zusammenhang noch schöne Grüße an den Superintendenten Hans-Martin Böcker. Wenn ein Politiker der Grünen so vor einer Elektrotankstelle in die Kamera gegrinst hätte könnte man das ja noch verstehen, Bei einem Superintendenten erwarte ich eigentlich dass er um seine Entscheidungen weiß vor allem wenn sie gegenläufig zu den Interessen des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. sind.

  2. Ein sehr guter Kommentar von St. Gremling. Die Dinge sind eben doch komplexer als mancher denkt.

    Wenn man dann noch ein bisschen gesunden Menschenverstand walten lässt, relativiert sich das Thema Elektroauto noch mehr. Aktuell sind laut KBA 47,1 Mio. Pkw in Deutschland zugelassen, wenn auch nur 10% davon Batterieelektrisch wären (4,7 Mio.) würde unsere Stromversorgung zusammenbrechen. Die Infrastruktur ist gar nicht vorhanden, ich rede hier nicht davon mal eben ein paar Leitungen 3×1,5 qmm zu legen, sondern wir reden hier schon über das Thema Mittelspannung mit ganz anderen Querschnitten. Ein riesen Aufwand, finanziell, logistisch und eben auch eine Menge Ressourcenverbrauch.
    Das ist wohl nicht der Stein der Weisen. Wir sollten mehr Geld in Forschung und Entwicklung der Brennstoffzelle ausgeben, vernünftige Entwicklung des ÖPNV um den Menschen Alternativen zum Individualverkehr zu bieten.

    Ich halte das batterieelektrische Fahrzeug für eine technische Sackgasse. Wo ist denn der viel beschworene deutsch Ingenieursgeist, wo sind die wirklich zukunftsweisenden Techniken?

  3. Anmerkung unserer Redaktion:Wir hatten bzgl. der vielen kritischen Einwände unserer Leserschaft in puncto E-Mobilität Anfrage beim Kirchenkreis gestellt mit der Bitte um Stellungnahme. Kirchenkreissprecherin Silke Dehnert teilte uns am Freitagmorgen, 9.8.,  auf nochmalige Nachfrage mit, dass keine Stellungnahme erfolgen wird.

  4. Wäre schön gewesen mal zu hören welche Motivation dazu geführt hat. Aber nun, denken kann man es sich: letztendlich Opfer der derzeit grassierenden Entmündigung der Bürger und Zerstörung der Wirtschaft. Politiker, die alles daran setzten Arbeitsplätze zu vernichten und Forderungen aufstellen ohne über die Folgen nachzudenken geschweige denn Lösungen aufzuzeigen. Nee, Sorry, stimmt nicht: Verbote und Steuererhöhungen sind angeblich die Lösung für die Probleme. Seit kurzen dann noch pubertierende Pickelträger und Schulschwänzer die es wirklich schaffen dass alle ehemals normal denkenden Politiker ebenfalls in Aktionismus fallen. Diese Schizophrenie ist nicht mehr zu ertragen. Mittwoch wird der Verbrenner verteufelt, Donnerstags das unverantwortliche E Auto gehypt, Freitags sollen dann die Kohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden und Samstags sitzen sie auf Hochspannungsmasten um gegen moderne Stromtrassen und deren Ausbau zu protestieren. Und die Mehrzahl der Bürger und Steuerzahler klatscht dazu Beifall.