Fahndung nach Vergewaltiger: Polizei Unna nimmt zu fehlender Beschreibung und Gerüchten Stellung

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Polizeiwache Unna. (Archivbild RBU)
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UPDATE – um 14.30 Uhr startete eine Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos des Gesuchten!

Hier die Bilder:

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Mit Unterstützung eines Hubschraubers und eines Mantrailer-Hundes fahndete die Kreispolizei Unna am Montag länger andauernd nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger aus Bergkamen, der sich Sonntagfrüh an einer 21-jährigen Kamenerin vergangen haben soll.  Wie berichtet, waren die beiden schon länger miteinander bekannt, die Polizei wusste und weiß daher, nach wem sie suchen muss.

Der „einschlägig polizeibekannte“ Bergkamener tauchte ab und ist bis zur Stunde (Stand Dienstagvormittag, 13. 8.) noch nicht gefasst. Gestern Nachmittag wurde er in Bergkamen gesehen, woraufhin die Polizei mit einem Hubschrauber und Polizeihund die Suche startete.

Unser Bericht darüber fachte in unserer Facebook-Community (sowie in anderen Gruppen auf fb) erneut die Kritik daran an, dass die Mitteilung der Polizei über die vermeintliche Sexualstraftat und den flüchtigen Verdächtigen ZUNÄCHST ohne Beschreibung des Mannes erfolgte. Zugleich wurde die Behauptung verbreitet, der 24-Jährige habe sich gestern zur Wohnung seiner Exfrau begeben, um sie „abzustechen“.

Zu beidem baten wir Polizeisprecherin Vera Howanietz noch einmal um Stellungnahme.

Polizeisprecherin Vera Howanietz . (Foto Pol UN)
  • Zu den „Abstechen“-Gerüchten und zum Stand der Fahndung:

Zu der vermeintlichen Bedrohung kann Howanietz nur soviel sagen, dass der Tatverdächtige nicht verheiratet gewesen sei. Von daher kann es auch keine Exfrau geben. „Auch zu einer Bedrohung einer Ex-Freundin liegen hier keine Hinweise vor.“

Im Verlaufe des Einsatzes am Montag habe der Tatverdächtige trotz umfangreicher Fahndungsmaßnahmen, bei denen auch ein Hubschrauber und eine Mantrailer-Hund eingesetzt waren, nicht aufgefunden werden. „Ein Hubschrauber wird zur Fahndung hinzugezogen, wenn er gegenüber anderen Fahndungsmaßnahmen taktische Vorteile bieten könnte“, erklärt die Polizeisprecherin. „Derzeit ist er nicht in die Fahndung mit eingebunden.“

Zur hitzig diskutierten Frage, wieso die Polizei weder eine Beschreibung noch Foto des Verdächtigen veröffentlicht:

„Im Gegensatz zu einem unbekannten Täter, der erst im Rahmen der Ermittlungen identifiziert  werden muss, suchen wir im konkreten Fall nach einer uns bekannten Person“, erläutert Vera Howanietz. „Die polizeilichen Maßnahmen zur Ergreifung des Tatverdächtigen laufen weiterhin mit hohem Aufwand. Weiteres wird im Laufe des Tages folgen.“

Ein Sprecher in der Polizeileitstelle hatte unserer Redaktion auf Nachfrage zu der fehlenden Beschreibung schon am Sonntagabend Folgendes erläutert:

„Die beiden sind schon länger bekannt; wir wissen, wer er ist, sind seiner aber bisher noch nicht habhaft geworden.“ Wegen welcher Straftaten der 24-jährige Bergkamener „einschlägig polizeibekannt“ ist, bleibe aus ermittlungstaktischen Gründen sowie aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes (Identifizierbarkeit) ebenfalls vorerst nichtöffentlich. Auch ein  Täter/Tatverdächtiger hat das Recht auf den Schutz seiner Persönlichkeit. Die Polizei will unter anderem Vorverurteilungen zu vermeiden und verhindern, dass sich private „Jagden“ auf den Verdächtigen verselbständigen. Zu berücksichtigen ist dabei immer auch, dass ein mutmaßlicher Täter auch Familie/Angehörige etc. hat, die es ebenfalls zu schützen gilt.

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