Evakuierungen Töddinghauser Str.: Eigentümer ziehen vors Verwaltungsgericht

1
531
Mit den Protestplakaten vor ihren geräumten Wohnungen fahren die Bewohner scharfe Geschütze auf. (Foto RB)
Facebookrss

Kein Einlenken durch die Stadt Bergkamen ist ersichtlich, die Frist zur Wiederfreigabe der geräumten Wohnungen ist am Mittwoch (14. August) um Mitternacht verstrichen. Nun also geht die  Causa Töddinghauser Straße tatsächlich vors Verwaltungsgericht.

Wie berichtet, hatten die Eigentümer der am 15. Mai wegen akuter Brandschutzmängel geräumten 60 Wohnungen neben den Bergkamener Turmarkaden der Stadt ein Ultimatum gesetzt. Bis spätestens zum 14. August forderten sie eine Rückkehr in ihre Wohnungen und eine Aufhebung der „ordnungsbehördlichen Verfügung“ vom 15. 5. 2019.

Die darin aufgeführten Mängel seien alle beseitigt, argumentierte der von den Eigentümern beauftragte Gutachter Thomas Albrecht. Doch die Stadtverwaltung beharrte – und beharrt weiterhin – auf einem Sanierungskonzept, auf das man sich Mitte Juli mit dem Gutachter geeinigt hätte, wie der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters als Antwort auf das Ultimatum betonte.

Albrecht widerspricht dieser Behauptung, aus seiner Sicht und der der Bewohner suche die Stadt hier ständig neue Gründe, um den Wiederbezug der 60 Wohnungen zu verhindern – augenscheinlich, um sie im nächsten Schritt komplett abreißen zu können für die Neuentwicklung der Turmarkadenkomplexes zur „Bergkamen Galerie“.

Bürgermeister Roland Schäfer in der WDR Lokalzeit am 7. 8. 19. (Foto RB)

Diese Mutmaßungen weist wiederum die Stadtverwaltung energisch zurück; Bürgermeister Roland Schäfer kritisierte sie bei einem Auftritt in der WDR-Lokalzeit am 7. August als „Verschwörungstheorie“. Es gehe allein um die Wiederherstellung der Sicherheit, vorher könne die Stadt keine Rückkehr der Menschen verantworten.

Den Eigentümern reicht es aber nun.

Am gestrigen Freitag, informierte uns Thomas Albrecht spätabends in einer Pressemitteilung, hätten sich Krisenstab, WEG-Verwalter, Gutachter und Anwälte zu einer Sitzung zusammengefunden.

„Nach ausführlicher Erörterung der Sach- und Rechtslage zur Ordnungsverfügung vom 15.05.2019, durch die die Stadt Bergkamen die Wohnungen der Töddinghauser Str. 135/137 hat bis heute räumen lassen, ist man der Auffassung, dass hier ein massiver Eingriff in die Grundrechte des Art. 13 / 14 GG vorliegt“,so die unmissverständliche Überzeugung aller Beteiligten.

„Die Sitzungsteilnehmer sind sich einig, dass der belastende Verwaltungsakt an einem besonders schwerwiegenden Fehler leidet und dies vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen – auch vor dem Hintergrund der Amtshaftung – zu überprüfen sei.“

Noch am selben Tag wurde der entsprechende Klageauftrag erteilt.

Lesen Sie auch:

Facebookrss

1 KOMMENTAR

  1. […] So schreibt es der Leitende Branddirektor a.D. Klaus Jürgen Schäfer aus Dortmund in einer Stellungnahme an die Bauaufsichtsbehörde. Das 6seitige Statement ist Bestandteil eines noch in Arbeit befindlichen Prüfgutachtens zum Verwaltungsstreitverfahren, mit dem die Eigentümer eine Rückkehr in ihre Wohnungen durchsetzen wol… […]