Erstmalige Statistik zeigt: Täglich 16 Straftaten mit Messern in NRW

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Symbolbild Messer / Foto Archiv Rundblick
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„Das ist wirklich ein Problem“, lässt sich Innenminister Herbert Reul (CDU) zu diesem Ergebnis zitieren.

Erstmals hat das NRW-Innenministerium seit dem Jahreswechsel 2018/19 die angezeigten Gewalttaten nach Tatwaffen ausgewertet. Statistisch kamen 480 mal pro Monat Messer  zum Einsatz – 16 Mal am Tag.

Das Ministerium listete 2883 Straftaten auf, bei denen Messer als Waffe im Spiel waren. 3555 bedrohte Menschen und Opfer wurden registriert.

Das berichtet heute (26. 8.) die  „Rheinische Post“.

Im Vergleich dazu Pistolen und Co. (ohne diese zu verharmlosen):

Im gesamten Jahr 2018 wurden in ganz Deutschland 4524 Fälle registriert, bei denen auf Menschen oder Sachen geschossen wurde, weitere 3819 Bedrohungen mit Schusswaffen. (Quelle: Polizeiliche Kriminalitätsstatistik.)

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) habe sich mit der Statistik bestätigt gesehen:  „Die Messerangriffe sind wirklich ein Problem.“

In den Polizeilichen Kriminalitätsstatistiken (PSK) wurden bislang Angriffe mit Messern nicht extra ausgewiesen. Mit diesem Jahr hat sich das geändert. Reul: „Das ist gut so.“

Der Unnaer SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatte noch im Februar eine Ankündigung des Bundeskriminalamtes kritisiert, wonach Messerangriffe erst ab 2022 gesondert in die Statistik einfließen sollten.

Ganzke griff das Messer-Thema als innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion zu Jahresbeginn – nicht zum ersten Mal – bei einem Informationsaustausch mit dem Kreisgruppenvorsitzenden der GdP (Gewerkschaft der Polizei) auf, Wilhelm Kleimann.

Wilhelm Kleimann (li.,) Hartmut Ganzke. (Foto Büro Ganzke)

Beide zeigten sich „verwundert“ über die Ankündigung des Bundeskriminalamtes (BKA), dass die Aufnahme von Angriffen mit Messern in die Polizeiliche Kriminalstatistik bis 2022 dauern sollte.

„Die Innenministerkonferenz hat im Jahr 2018, auf Drängen der GdP und der SPD-Fraktion NRW, die Aufnahme solcher gefährlicher Angriffe in die amtliche Statistik beschlossen“, erinnert Hartmut Ganzke.

„Auch im Kreis Unna ist es notwendig, valide Zahlen zu erhalten, um darauf aufbauend die Kolleginnen und Kollegen noch optimierter zu schulen und entsprechend auszurüsten“, so der örtliche GdP Chef.

Nun erfolgte der Start doch schon mit dem Jahr 2019.

 

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