Verfeindete Familien prügeln bei Einschulung in Kamen mit Stangen aufeinander ein

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Schultüten, Einschulung - Symbolbild Pixabay
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Von Messern und Stangen war in ersten Berichten die Rede. Von Familien, die wild aufeinander eindroschen. Die Messer wurden nicht bestätigt, alles andere schon.

Einen solchen ersten Schultag wünscht man keinem Kind. An der Friedrich-Ebert-Gemeinschaftsgrundschule an der Weddinghofer Straße in Kamen wurde die Einschulung am heutigen Mittag (29. 8.) von einem gewalttätigen Zwischenfall überschattet.

Dort sollten Eltern in Streit geraten und „mit Messern und Stangen“ aus dem Geräteraum aufeinander losgegangen sein, schilderte eine Angehörige zunächst in einer großen Kamener Facebookgruppe. Alles sei voll mit Polizei gewesen.

UPDATE – Polizeisprecher Bernd Pentrup berichtete auf Rundblick-Nachfrage:

Polizeihauptkommissar Bernd Pentrop, Sprecher der Kreispolizei Unna. (Foto KPB Unna)

„Ihre Einschulung werden die Kinder der Friedrich-Ebert-Grundschule wohl so schnell nicht vergessen“, leitet Polizeisprecher Bernd Pentrop seine Zusammenfassung der Randale ein, nachdem er den Einsatz zunächst kurz gegenüber unserer Redaktion telefonisch bestätigt hatte.

„Zum Ende der Feierlichkeiten für 73 neue Schulkinder und ihre Angehörigen kam es nach ersten Ermittlungen gegen 10.40 Uhr in der Sporthalle zu gefährlichen Körperverletzungen,  begangen durch mehrere Mitglieder zweier bereits seit längerem verfeindeter Familien mit türkischer Herkunft.

Hintergrund soll das Fertigen von Lichtbildern gewesen sein, was dazu führte, dass man mit in der Sporthalle vorgefundenen Gegenständen (Slalomstangen, Turnstäben, Reckverschluss) aufeinander losging.

Als die Polizei wenig später am Einsatzort eintraf, konnte sie keine Handgreiflichkeiten mehr feststellen. Ein Gespräch mit den erhitzen Gemütern führte nicht zu einer Klärung des genauen Hintergrundes der Auseinandersetzung.

Insgesamt sollen drei Personen verletzt worden sein. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht. Mit den nach derzeitigem Stand sieben beteiligten Personen wurden Gefährderansprachen durchgeführt. Ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.“

Die Friedrich-Ebert-Schule im Kamener Norden ist eine dreizügige Gemeinschaftsgrundschule mit einem ca. 20-köpfigen Kollegium und einem eigenen Schulsozialarbeiter. In ihrem Selbstverständnis begreift sich die Schule als „Ort der Vielfalt und der Gemeinsamkeiten, an dem alle mit Freude lernen und sich in der Gemeinschaft wohlfühlen können sollen.“

UPDATE – Konsequenzen der Stadt und der Schule

Symbolbild Gewalt. (Quelle: Pixabay)

Einen gewalttätigen Zwischenfall gab es am Einschulungstag auch an einer Grundschule im Kreis Warendorf/Beckum:  Dort randalierte ein Mann.

Er hatte sich zunächst in das Sekretariat begeben und gefordert, seine Tochter sehen zu wollen. Als man ihm dies auf Grund seines auffälligen und aggressiven Verhaltens verweigerte, begab sich der 37-Jährige zum Büro der Schulleiterin. Auch bei ihr verlangte er seine Tochter zu sehen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung schubste er die Schulleiterin zur Seite, die sich hierbei leicht verletzte. Es gelang Mitarbeitern der Schule und anwesenden Eltern den Beckumer vor das Schulgelände zu drängen.

Hier nahmen ihn die Einsatzkräfte vorläufig fest. Bei der Festnahme leistete der 37-Jährige erheblichen Widerstand und verletzte dadurch einen Polizeibeamten leicht. Die Beamten brachten den Mann zur Polizeiwache Beckum. Von hier wurde er in eine Fachklinik eingewiesen. Bei dem Einsatz erlitt eine unbeteiligte, schwangere Frau einen Schock.

(Quelle Polizei Kreis Warendorf)

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3 KOMMENTARE

  1. Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmer mehr. Ein alter Spruch der durch mehrere Studien Bestätigung fand. Intellektuelle Fähigkeiten, soziales Verhalten, Feinmotorik und Moralverständnis werden in den ersten 4 Lebensjahren geprägt, die Charaktere und Wesenszüge sind mit 5 Jahren fest gelegt. Danach findet nur noch Feinabstimmung ab. Offensichtlich ist da schon bei den Eltern etwas schief gelaufen. Schade auch dass so vielen Schülern der Spaß an der wichtigen und im Leben wohl einprägsamen Einschulung genommen wurde, statt dessen ein Erlebnis an dem viele noch zehren werden. Auch als Elternteil hätte ich bedenken meine Kinder in die Klasse zu schicken denn die Sprösslinge der Schläger werden sicher keine andere Entwicklung gehabt haben, Insofern dem eigenen Schulsozialarbeiter viel Erfolg damit alle mit Freude lernen und sich wohlfühlen können sollen.