Bezirksregierung stuft Gewaltexzess an Kamener Grundschule als „hochdramatisch“ ein – Keins der Kinder soll Schule wechseln

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Symbolbild Grundschule / Pixabay
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Die hemmungslose Entladung von Hass und Gewalt vor den Augen von Grundschülern an deren Einschulungstag in Kamen stuft die Bezirksregierung Arnsberg als „hochdramatisch“ ein.

Sprecher Christoph Söbbeler sagte uns zu der brutalen Elternschlägerei am Einschulungsvormittag (29. 8.) in der Kamener Friedrich-Ebert-Grundschule, dass es einen vergleichbaren Vorfall noch nie zuvor gegeben habe. Weder an einer Grund- noch an einer weiterführenden Schule im Regierungsbezirk Arnsberg.

Der Konflikt, der zwischen den beiden verfeindeten türkischen Familien schon seit langer Zeit schwelte, sei, so Söbbeler, natürlich „aus Zufall in der Grundschule ausgebrochen. Er hätte sich auch überall anders entladen können.“

ABER, setzt der Bezirksregierungssprecher unmissverständlich hinzu: „Es ist ein unfassbarer Vorgang, dass es überhaupt keine Hemmschwelle gab, diesen Konflikt  vor den Augen der Kinder auszutragen.“

Dass die an der Prügelei beteiligten Eltern (sie schlugen mit Stangen und weiterem Turngerät aufeinander ein) neben anderen Konsequenzen sofortiges Hausverbot für das Schulgelände an der Weddinghofer Straße bekamen, sei in Rücksprache mit der Schulleitung eine selbstverständliche erste Konsequenz gewesen, sagt Christoph Söbbeler.

„Wenn Elterngespräche angesagt sind, wird man die Eltern dazu natürlich auch in die Schule bitten. Aber nur zu verbindlichen festen Terminen. Es wird zu keinen Begegnungen der Familien in der Schule kommen.“

Wenig hält die Schulaufsichtsbehörde allerdings davon, auch die Kinder zu trennen, sprich eines von beiden auf eine andere Grundschule zu geben. In der Kamener Innenstadt gibt es neben der Friedrich-Ebert- noch die Diesterweggrundschule und die Josefschule, die als katholische Bekenntnisschule gleichwohl auch nichtkatholische Kinder aufnimmt.

Die Kinder aufgrund dieses von den Eltern verschuldeten Vorfalls schulisch zu trennen solle man möglichst vermeiden, ist Christoph Söbbelers Position, und er begründet sie:

„Man muss lernen, miteinander auszukommen, wenn man unter einem Dach lebt“, unterstreicht er den auch erzieherischen Auftrag einer Schule. „Man muss einen Modus Vivendi finden, wie man in der Schule friedlich miteinander klarkommt.“ Ein ganz wichtiger Auftrag von Schule sei es schließlich, das soziale Zusammenleben einzuüben – „den anderen, auch wenn man ihn nicht mag, zu lassen, wie er ist.“

Söbbeler betonte in dem Gespräch mit unserer Redakton mehrmals, dass man nach diesem hochdramatischen Vorfall „besonnen reagieren und Überreaktionen vermeiden“ müsse.

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1 KOMMENTAR

  1. Hass und Gewalt an Schulen! Und wer wird immer öfter zum Opfer von Hass und Gewalt? Kinder! Da aber, so ist mein Eindruck, gegen die Ursachen dieser Gewalt nichts unternommen wird, sondern bestenfalls an den Symptomen herumkuriert wird, wird diese Gewalt an Schulen nicht nur weitergehen, sondern zunehmen. Warum sollte sich so ein Vorfall nicht jederzeit wiederholen? Weil ein Hausverbot ausgesprochen worden ist? Lächerlich! Und wie sieht es mit der täglichen Gewalt in Klassenzimmern aus?!
    Am Ende bezahlen die Schwächsten der Schwachen die Rechnung dieser verantwortungslosen Politik: KINDER!