Fit auf Kosten des Arbeitgebers

0
67
Facebookrss

Schließt der Arbeitgeber mit einem Fitnessstudio einen Vertrag, der es seinen Mitarbeitern ermöglicht, kostenlos oder vergünstigt im Studio zu trainieren, wendet er seinen Arbeitnehmern einen geldwerten Vorteil zu.

Dieser Vorteil bleibt steuer- und sozialabgabenfrei, wenn die Sachbezugsgrenze von 44 Euro pro Monat nicht überschritten wird.

Doch Vorsicht: Es geht nicht nur um den Betrag, den der Arbeitgeber an das Fitnessstudio zahlt.

Die tatsächliche Ersparnis für den Arbeitnehmer liegt durch Sonderkonditionen in aller Regel höher. Daher müssen diese, wie z. B. der Wegfall einer Aufnahmegebühr oder Rabatte bei der Er- mittlung des monatlichen geldwerten Vorteils, berücksichtigt werden.

Kurz gesagt, der durchschnittliche Preis einer Einzelmitgliedschaft im Fitnessstudio muss herangezogen werden.

Soweit der Arbeitnehmer selbst einen Teil des monatlichen Mitgliedsbeitrags leistet, ist dieser Betrag vom Durchschnittspreis abzuziehen.

Liegt der dann noch verbleibende Vorteil – zusammen mit anderen gewährten Sachbezügen – nicht über 44 Euro pro Monat, bleibt er beim Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialabgabenfrei.

Bei den 44 Euro handelt es sich um eine monatliche Freigrenze. Wird diese Sachbezugsgrenze auch nur um wenige Cent überschritten, ist der komplette Sachbezug lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig.

Fitnessverträge haben die Besonderheit, dass sie in der Regel für einen längeren Zeitraum abgeschlossen werden. Wird keine Kündigung ausgesprochen, verlängert sich die Vertragslaufzeit meist automatisch. Dies führt zu der Frage, wann in welcher Höhe der geldwerte Vorteil bei einem Firmenfitnessvertrag tatsächlich dem Arbeitnehmer zufließt. Wie so oft hängt das von der konkreten vertraglichen Gestaltung ab.

Beispiel: Ein Arbeitgeber schließt mit einem Fitnessstudio einen Vertrag über zwölf Monate mit Verlängerungsoption ab. Die Fi- nanzverwaltung geht davon aus, dass bereits mit der Ausgabe der Mitgliedsausweise den teilnehmen- den Arbeitnehmern der geldwerte Vorteil für ein ganzes Jahr (Min- destlaufzeit des Fitnessvertrags) zu- fließt.

Liegt dieser über 44 Euro, ist der gesamte Betrag lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Dass der Sachbezug für das gesamte Jahr möglicherweise unter 528 Euro (44 Euro x 12 Monate) liegt, spielt keine Rolle, denn es kommt auf den monatlichen Zufluss an.

Die Richter des Finanzgerichts Nie- dersachsen sehen das anders. Sie sind der Auffassung, dass die Teilnehmer mit dem Mitgliedsausweis nur ein Recht erhalten, das Fitnessstudio für die Dauer der aktivierten Karte zu nutzen.

Durch das Melden einer geänderten Teilnehmerliste kann der Arbeitgeber dieses Recht jedoch jederzeit entziehen. Dadurch fließt der sich aus dem Nutzungs- recht ergebende geldwerte Vorteil über die Dauer der Nutzung monatlich zu. Das Finanzgericht hat die Revision zugelassen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesfinanzrichter entscheiden.

Quelle: René Zeps  – Dipl. Kaufmann & Steuerberater RZ Consulta Unna

 

 

Facebookrss