„Wo sind die Leute heute…?“ Ein entspannter, seltsam leerer Stadtfestfreitag – Fotogalerie und weiteres Programm

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Es war mehr als ungewohnt und auch gänzlich unerwartet, an einem Stadtfestfreitagabend nicht im Pulk von Menschenmassen durch die Fußgängerzone geschoben zu werden. Die Wettervorhersage war prima, zwar etwas kühl, aber trocken, und tagsüber hatte sogar freundlich die Sonne geschienen.

Umso überraschender stellten die Besucher am ersten Abend des Unnaer Stadtfestes dann fest: Hups, hier ist ja überall viel Platz rundherum!

Ob auf der Bahnhofstraße, unter dem pink illuminierten Kuppeldach auf dem Rathausplatz oder auf dem Alten Markt, überall, wo man sonst an einem Stadtfestfreitag kaum ein Bein auf die Erde bekommt, war gestern Abend wunderbares Durchkommen.

Die Händler sahen das mit gemischten Gefühlen, so etwa am Stand des Filetshops in Höhe Sparkasse, wo zu hören war: „Komisch, eigentlich ist das Wetter doch top, regnen soll es doch erst morgen…“

Da sei Luft nach oben, befanden auch andere Gastronomen und Standbetreiber. Wobei der Freitag tagsüber durchaus erfreulich gelaufen war, berichtete Annett Kyncl vom Senfladen auf der Massener Straße.

Sie war persönlich ganz froh darüber, dass „nicht so ein Gedränge und Geschiebe“ herrschte wie in früheren Stadtfestjahren. Dass es sich überhaupt ganz locker von der Bahnhofstraße hinüber auf die Massener Straße schlendern ließ, war ein Novum, sonst war auf dem pickepack vollen Alten Markt vor der großen Bühne her kaum ein Durchkommen.

Viele Besucher fanden´s gerade deshalb „richtig schön“, so freuten sich einige Leserinnen in ersten Rückmeldungen am Abend auf unserer Facebookseite schon auf den Stadtfestsamstag. Dieser soll wettertechnisch eher mit Schauereinlagen aufwarten, doch nasse Intermezzos sind die Unnaer von ihrem Stadtfest ja gewöhnt.

Dafür, dass der Zulauf am Freitagabend so bescheiden war, suchten Leser und Stadtfestbesucher bei Rückfragen unserer Redaktion unterschiedliche Gründe.

Einige vermuteten die Hauptursache im Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande, ein Klassiker und Straßenfeger; andere zählten die Flut von Parallelveranstaltungen an diesem Wochenende im Umkreis auf, die allesamt Publikum ziehen: in Lünen die „Lünsche Mess“, in Neheim die „Hüstener Kirmes“ – größtes Kirmesvolksfest der Region -, im Sauerlandpark Hemer spielte die populäre Band „Revolverheld“ open air, und am Samstagabend spielt dort mit „Pur“ gleich ein noch größerer Publikumsmagnet.

Egal woran es gelegen hat, es war eher nicht die Auswahl der Bands (subjektive  Einschätzung unserer Redaktion). „D3CADES“ auf dem Alten Markt brachten ihr Publikum ebenso in Schwung wie Faso auf dem Rathausplatz und später dort die frühere Luxuslärm-Frontfrau Jini Meyer, die Bühne am Morgentor ist als „Unna-Bühne“ sowieso ein Selbstläufer, und die Rückzugsnische Nicolaiviertel mit ihren ruhigen Klängen hat ebenso ihr Stammpublikum.

Gemischte Reaktionen hörte man zum neuen Bühnenstandort für Ton e.V. auf dem Parkplatz an der Schulstraße, hübsch mit illuminierten Bäumen in Szene gesetzt: Neben Zustimmung dazu, mal etwas Neues beim Stadtfest auszuprobieren, kam auch vereinzelte Kritik daran auf, wie man „eine Musikbühne direkt neben einem Hospiz aufbauen“ könnte.

Zur Beschallung im Weindorf auf dem Kirchplatz durch die stimmgewaltige Band „Domino“ (Premiere – erstmals seit Jahrzehnten ein Stadtfest ohne Sir Duke) bleibt schließlich anzumerken: toll gesungen, äußerst tanzbar (es wurde auch begeistert getanzt), aber doch etwas arg laut – die bühnen-nahen Enkircher Winzer waren vor allem zu Beginn nicht zu beneiden.

Am Samstag begann es zur Unzeit zu regnen, nicht allzu lange, aber heftig und ausgerechnet unmittelbar vor dem Beginn des „Prime Time“-Bühnenprogramms gegen 20 Uhr. Überfüllung herrschte erneut nicht, erste Rückmeldungen von Besuchern waren am Sonntagmorgen gleichwohl sehr positiv – auch hier wieder gerade weil es nicht so drängelig voll war. Vereinzelt kam bei Lesern auch wie in den Vorjahren die Frage auf, wieso es immer Coverbands sein müssten und ob man nicht statt dessen mal einen bekannten Top-Künstler bzw. eine bekannte Top-Band verpflichten könne. Zu diesem Thema hatte uns Daniela Guidara vom Stadtmarketing bei der Ankündigung des 2019er-Programms gesagt, dass man schon auf den breiten Geschmack des Publikums achten wolle: Es sei aus guten Gründen stets vor den Bühnen mit den Coverbands am meisten los.

FOTOGALERIE (alle Bilder: Rundblick Unna)

Das Programm heute, Samstag, 7. 9.:

Warsteiner Bühne – Alter Markt

15:30 uhr PGU Big Band
17:15 uhr JAHM!
20:30 uhr BEATPAKK

Stadtwerke Bühne – Rathausplatz im Biergarten

EGV Bühne – Morgentor

20:30 uhr Cover Company

Volksbank Bühne – Kirchplatz

TON Bühne powered by Sparkasse UnnaKamen

Ton e.V.
17:05 uhr Left For Autopsy (New Metal)
17:50 uhr Gastband Laut und Lästig e.V.
18:35 uhr Phili (Singer/Songwriter)
19:20 uhr Mission Intuition (Stoner)
20:05 uhr Break in Silence (Rock)
20:55 uhr Brain Kebab (Rock)
21:45 uhr Woodship
22:45 uhr Sound System (Cover-Rock)

Frankenheim Bühne – Nicolai4tel

20:00 uhr Guido Pyka

Getränke Krieger Bühne – Linden4tel

Sparkasse Bühne – Museumsplatz

Büchermarkt – Bürgerhalle im Rathaus

 

Das Programm Sonntag, 8. 9.:

Warsteiner Bühne – Alter Markt

Stadtwerke Bühne – Rathausplatz

Volksbank Bühne – Kirchplatz

14:00 uhr Nigel Prickett

Getränke Krieger Bühne – Linden-Platz

 

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