Politik bewilligt erste 140.000 Euro für Eishalle – Experten prüfen preiswerte Dachsanierung

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Die Eissporthalle Unna bei der Besichtigung am 16. 7. 2018. (Archivbild Rundblick)
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Die ersten 140.000 Euro für den Wiederbetrieb der Unnaer Eissporthalle sind am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss bewilligt worden.

Sie werden vor allem für Projektmanagement benötigt. Noch in diesem Monat kommt außerdem  das Dach der Halle unter die Lupe – es wird von zwei versierten Fachleuten begutachtet, die klären sollen, ob eine preiswerte Sanierung wie von der Bürgerinitiative vorgeschlagen durchführbar ist.

Nach dem Bürgerentscheid zum Erhalt der Eissporthalle erklärte Bürgermeister Werner Kolter das Thema zur Chefsache. Bisher ist es das auch: Unter Kolters Leitung tagte bisher vier Mal eine Projektgruppe mit Mitgliedern der Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS“.

Mitglieder der Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS“ recht optimitisch gestimmt vor dem Ratssaal. (Archivbild RB)

Die Gruppe klärt technische und finanzielle Fragen sowie die Rahmenbedingungen eines Betreibermodells. Sie ist mit Kolter selbst, seinen Beigeordneten Jens Toschläger und Kerstin Heidler, Stadtkämmerer Achim Thomae sowie WBU-Chefin Ines Brüggemann hochkarätig besetzt. Die BI nimmt in wechselnder Besetzung an den Terminen teil.

Noch am Abend des gewonnenen Bürgerentscheids hatte Bürgermeister Kolter der BI eine konstruktive Zusammenarbeit zugesichert. Bisher sind die Zusammenkünfte in guter und konstruktiver Atmosphäre verlaufen, loben beide Seiten. (Archivbild RB)

„Die bisherigen Termine verliefen aus Sicht der Verwaltung sehr konstruktiv, haben aber doch gezeigt, dass zahlreiche Fragestellungen zu klären sind“, teilt die Verwaltung in einem Sachstandsbericht zur Eishalle mit – HIER in Gänze nachzulesen.

Folgende Punkte gelte es im weiteren Projektverlauf vorrangig zu betrachten:

  1. Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zur Ausweisung von Wohnbebauung auf geeigneten angrenzenden Flurstücken
  2. Projektmanagement
  3. Dachsanierung
  4. Eisaufbereitungsanlage
  5. Finanzierungsgespräche mit der NRW.Bank
  6. Betreibermodell

 

Einleitung Bauleitplanverfahren

Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine weitere Nutzung der Eissporthalle und die bauliche Arrondierung des Umfeldes zu ermöglichen, ist der Bebauungsplan Unna Nr. 107 mit der Bezeichnung „Eissporthalle“, 1. Änderung, gem. §30 (1) BauGB aufzustellen.

 

Projektmanagement

Aufgrund der Komplexität des Themas soll ein Projektmanager mit einschlägigen Referenzen beauftragt werden.  Seine Aufgaben:

  • Entwickeln, Abstimmen und Dokumentieren der projektspezifischen Organisationsvorgaben mit Projektstrukturplanung
  • Mitwirken bei der Festlegung der Projektziele und der Dokumentation der Projektvorgaben
  • Koordination der Beteiligten
  • Überprüfen der bestehenden Grundlagen zur Bedarfsplanung auf Vollständigkeit und Plausibilität
  • Erstellen und Abstimmen einer Bedarfsplanung
  • Mitwirken bei der Erstellung des Kostenrahmens für Investitionskosten und Nutzungskosten
  • Erstellen von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
  • Aufstellen und Abstimmen des Terminrahmens

 

Die Verwaltung hat dazu eine Leistungsbeschreibung vorbereitet und eine erste Marktsondierung durchgeführt und geht von Honorarkosten in Höhe von ca. 90.000 € aus.

Die Eissporthalle Unna am Bergenkamp. (Archivbild: Rundblick Unna)

Dachsanierung

Das Gutachten des Architekturbüros Weicken berücksichtigte seinerzeit eine Demontage der alten Dachkonstruktion und einen Komplettaufbau eines neuen Daches. Demgegenüber standen die Aussagen von „Unna braucht Eis“, dass durch Verpressen der vorhandenen Leimholzbilder die volle Tragfähigkeit des Daches wieder erreicht werden könne.

Diese Frage soll vor Ort geklärt werden. Die Verwaltung hat dazu Kontakt mit einem Ingenieurbüro und der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart aufgenommen. Beide sind auf dem Gebiet der Leimholzbinderkonstruktionen sehr bewandert. Der erste Termin soll noch im September stattfinden, die Kosten belaufen sich auf 5.000 €.

Sollte die Sanierung wie oben beschrieben möglich sein, sollen weitere Untersuchungen folgen. Dafür fielen dann erneut 5.000 € an.

Die Eissporthalle Unna bei der Besichtigung am 16. 7. 2018. (Archivbild Rundblick)

Eisaufbereitungsanlage

Es liegt ein Angebot einer Firma für eine mit Glykol betriebene Eisaufbereitungsanlage vor; dies Angebot umfasst die große und die kleine Eisbahn. Ein aktuelles Angebot für eine mit Ammoniak betriebene Eisaufbereitungsanlage ist bei einer Fachfirma angefordert; das Ergebnis bleibt abzuwarten.

Darüber hinaus wird geprüft, ob es alternative Techniken gibt, die, vor allem vor dem Hintergrund ihrer ökologischen Ausrichtung und den aktuellen Diskussionen rund um das Thema Klimaschutz, sinnvoll sind. Hierzu ist vorgesehen, eine entsprechende Expertenmeinung einzuholen.

Symbolbild (Pixabay)

Finanzierungsgespräche mit Banken/steuerliche Fragestellungen/Betreibermodell

Die Idee der BI sieht vor, für die Sanierung der Halle ein zinssubventioniertes Darlehen für Sportvereine seitens der NRW-Bank in Anspruch zu nehmen. Neben den 80% der Landesbank kommen weitere 20% von der Hausbank des KJEC`s als Antragsteller hinzu. Dieser wird mit der Beantragung auch Bauherr.

Die Banken haben mitgeteilt, dass sie dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehen.

Aus ihrer Sicht sind aber die bauliche Realisierungsfähigkeit und ein überzeugendes Betreiberkonzept von entscheidender Bedeutung.

Das von „Unna braucht Eis“ überarbeitete Betreiberkonzept soll in den kommenden Wochen zur Verfügung stehen und müsste anschließend noch einmal untersucht werden.

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass steuerliche Fragestellungen mit einer verbindlichen Anfrage beim Finanzamt erforderlich sind.

Für Untersuchungsaufträge des Betreibermodells als auch steuerliche Fragestellungen wird mit einem Finanzbedarf in Höhe von ca. 40.000 Euro gerechnet.

Insgesamt beträgt die erste außerplanmäßige Mehraufwendung für die Eissporthalle 140.000  Euro. „Die Deckung erfolgt in Höhe von 40.000 Euro durch Minderaufwendungen bei Kassenkreditzinsen sowie in Höhe von 100.000 Euro durch Mehreinzahlungen bei der Investitionspauschale 2019/ 2020“, schließt die Verwaltung.

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