Weiter Staat statt Privat: VRR entzieht Eurobahn Vertrag für S4 – Rechtliche Schritte erwogen

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Die S-Bahn Linie S4, die über Königsborn und Massen von Unna nach Dortmund fährt, wird vorerst nicht an Eurobahn übergehen. (Archivbild RB)
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Auf der S-Bahn S4, die durch Unna fährt, sollte ab Mitte Dezember eigentlich die Eurobahn (Keolis) fahren. Doch der VRR hat den Vertrag gecancelt. Die Deutsche Bahn übernimmt. Kurzfristig und abrupt für den Privatanbieter Keolis, der über die Entscheidung hell empört ist.

„Am Mittwoch, 18. September, musste Keolis Deutschland über Onlinemedien erfahren, dass der VRR fest eingeplante Betriebsleistungen ad-hoc weiter an die DB Regio AG vergibt“, verkündet das Privatunternehmen. Dies wurde  im Nachgang vom VRR schriftlich bestätigt.

Dabei habe es am Montagnachmittag noch ein gemeinsames Statusmeeting gegeben.

„Wir sind sehr überrascht und tief enttäuscht über diese Entscheidung“, so Keolis Deutschland.

Nach Überzeugung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr hat die Eurobahn nicht genug Personal, um ab Mitte Dezember den Betrieb der beiden S-Bahn-Linien zu übernehmen.

Eurobahn hatte sich in einem Bieterverfahren unter anderem gegen die Deutsche Bahn durchgesetzt – diese (mit ihrem Unternehmen DB Regio) soll jetzt beide Linien weiter bedienen.

Keolis ist darüber hell empört. Innerhalb der Mobilisierung für die Linien S1 und S4 sei man bereits seit 2016 aktiv mit den Vorbereitungen beschäftigt. Dazu gehörten Personalrekrutierung, Aufbau von Fahrgastinformation, Kooperationsverträge  für  Fahrzeugreinigung oder sowie die Jahresplanungen für Personal, um einen professionellen Betriebsstart umzusetzen.

Die „branchen- und deutschlandweite Herausforderung des Fachkräftemangels“ habe man bereits früh angenommen und aktiv mit allen Beteiligten  zusammengearbeitet. „Gerade deshalb verstehen wir diese Entscheidung noch viel weniger.“

Keolis Deutschland behält sich alle Optionen offen, die Entscheidung anzufechten.

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