Afferder Weg und Platanenallee doch keine Fahrradstraßen – „Vollkommene Hinkehr zur autogerechten Stadt Unna“

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Quelle Stadt Unna / Ratsinformiationssystem
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„Unna war mal wirklich auf dem Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt. Doch das ist lange her.“

Fahrradfeindliche und autogerechte Stadt Unna, wettert der Radclub ADFC: Als weiterer Tiefpunkt einer in Unna nichtvorhandenen Verkehrswende werden Ausweisungen des Aferder Wegs und der Platanenallee zu „Fahrradstraßen“ von der Stadt abgelehnt.

Wir erinnern an die vor den Ferien vorgestellten Pläne: „Radlerfreundlicher Umbau und Temporeduzierung auf dem Afferder Weg stehen bevor – und zwar im Abschnitt ab der Kornstraße in Richtung Hellweg-Realschule Massen.“

HIER unsere Bericht dazu.

Im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung (FSO) soll die Politik am Dienstag, 24. 9., die Ablehnung der Anträge beschließen. Das sei nach der fahrradfeindlichen Kreiselampel auf der Viktoriastraße ein weiterer Schritt weg von der ehemaligen „Fahrradfreundlichkeit“, kritisiert der Club.

„Unrühmlicher Höhepunkt: der Vorschlag, einen EHRENAMTLICHEN Fahrradbeauftragten zu stellen, wurde als ,nicht notwendig abgelehnt“, blickt der ADFC auf jüngste Beschlüsse zurück. „So kann man weiter ungestört Anträge des ADFC zur Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit aus dem stillen Kämmerlein heraus ablehnen. Von Verkehrswende keine Spur.“

Zur Kreiselampel mit Rücksicht aufs Einkaufszentrum Mühle Bremme:

„Dass der ADFC gegen die Kreiselampel wettert, ist bei den Entscheidungsträgern auch nicht gern gesehen. Schließlich duldet das Auto keine Hindernisse durch freilaufende Fussgänger und Radler….die (Auto)-Besucher der geplanten Mühle Bremme-Neubebauung mit Fitnesscenter??!! und Drogerie und Supermarkt sollen schließlich nicht im Stau stehen.

 

Werden sie aber DOCH, trotz Radler-und Fußgängerampel. Warum wird eigentlich dieses 08/15 Center mit ödem Branchenmix als „einmalige Chance“ für die Stadt dargestellt?

Niemand weiß es.Hier werden lediglich weitere PKW-Verkehre in Innenstadtlage angelockt.

Zu den erhofften Fahrradstraßen Afferder Weg/Platanenallee:

„Jetzt erfolgt Dienstag aber die absolute Abkehr von Unnas ehemaliger Fahrradfreundlichkeit“ zu einer Hinwendung zu einer autogerechten Stadt! Nein…wir befinden uns NICHT im Jahre 1969, sondern in Zeiten, wo um ein besseres Klima und eine Verkehrswende gerungen wird. In Unna ist man davon weit weit entfernt, hier gelten andere Prioritäten.

Wer sich davon überzeugen möchte, ist herzlich eingeladen zur Sitzung des Ausschusses FSO am Dienstag, 24.9. um 17 Uhr – in der Feuer-und Rettungswache, schlecht für Radfahrende zu erreichen!“ (FSO, Schulungssaal, Florianstr. 1, 59423 Unna)

Hier werden (auf Empfehlung der Verwaltung) die in anderen Ausschüssen schon beschlossenen ADFC Anträge zur Einrichtung von Fahrradstraßen auf dem Afferder Weg und Platanenalle wieder einkassiert.

Begründung: eine dubiose Zählung von RadfahrerInnen auf dem Afferder Weg, die IN DEN SOMMERFERIEN durchgeführt wurde. „Sehr logisch“, weil es hier um eine klassische Schulwegsverbindung einmal zum Schulzentrum Nord und andererseits zur Realschule in Massen handelt.

Die Einrichtung einer Fahrradstraße auf dem Afferder Weg hätte sicherlich die Schulwegsicherheit verbessert und den Anreiz für die Benutzung eines Fahrrads somit erhöht. DOCH: die Fake-Zählung der Stadt erbrachte die „Erkenntnis“: Zu wenig RadfahrerInnen, deshalb doch keine Fahrradstraße.

Mit ähnlicher Begründung wird der ADFC Antrag, die Platanenalle als Fahrradstraße auszuweisen, abgelehnt (hier sei das vorherrschende Verkehrsmittel lt. Stadt: das Auto!). Deshalb SOLL ALLES SO BLEIBEN. SO wird das in Unna gemacht!“

„Die Beispiele für FahrradUNfreundlichkeit ließen sich beliebig fortsetzen…“

  • Wasserstraße wird nicht für Fahrradfahrende geöffnet, weil vor vielen vielen Jahren mal zwei Kinder von „Fahrradrowdys“ angefahren wurden.
  • Im  Konzept für die Neugestaltung der Fußgängerzone Massener Str. sind keine Fahrradabstellplätze mehr vorgesehen.
  • Kein durchgängiger Fahrradstreifen Richtung Massen auf der Hansastraße, weil „Gelegenheitsparker auch Parkraum benötigen“.

„Dass es auch anders geht, zeigt die Stadt Kamen: hier wurde die Bahnhofsstraße als Fahrradstraße eingerichtet, obwohl hier das Auto das „vorherrschende“ Verkehrsmittel darstellt. Dadurch erhofft man sich auf Dauer ein erhöhtes Aufkommen des Radverkehrs“, so der ADFC. „Nur so kann der  Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt aussehen.“

Die Städte hätten also durchaus einen Interpretationsspielraum bei der Entscheidung, Fahrradstraßen einzurichten… nur in Unna offenbar nicht.

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2 KOMMENTARE

  1. Geahnt hatte ich es ja schon immer, nun habe ich die Bestätigung. Unna er Politiker und die Verwaltung sind vor Ideenreichtum nicht zu toppen. Während andere Deppen Geld in die Hand nehmen um im Vorfeld Infrastrukturen zu schaffen damit ein gewünschter Effekt eintritt (z.B Umstieg vom KFZ aufs Rad), sparen unsere Politiker doch einfach diese unnütze Geldausgabe. Auf die Idee muss erst mal kommen: eine Verkehrszählung der Schüler die mit dem Rad unterwegs sind in die Ferienzeit zu verlegen um dann behaupten zu können der Bedarf ist nicht da,ist eh keiner unterwegs. So schlau muss man erst mal sein, bewusst gefährliche Situation zu schaffen damit man von vorneherein erst gar nicht überlegt das Rad zu nehmen. Und natürlich ist auch ein Grund weil so viele Anwohner die Platanenallee mit dem KFZ nutzen auch hier doch lieber auf die Fahrradstraße zu verzichten. Werde gleich morgen mal in München anrufen bei der Stadt und denen sagen dass sie doch selbst Schuld sind dass so viele Radler unterwegs sind da die Radwege von Fußwegen und Autoverkehr separiert, Hauptstraßen untertunnelt sind und die 80 ausgewiesenen Fahrradstraßen in der kaum bewohnten Innenstadt mit einem Wegenetz von 35 KM auch nur unnütze Radler anlocken. Eine Einladung nach Unna spreche ich dann auch aus, da können die Deppen sehen wie man so etwas ganz einfach unterbindet.