„Hau ab“ löste Gruppenangriff auf Hammer Zivilpolizisten aus – Kein Hinweis auf zurückliegenden Dienstanlass

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Symbolbild Gewalt. (Quelle: Pixabay)
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Der Angriff auf vier Beamte der Hammer Polizei, die am Abend des 24. August privat in der Stadt unterwegs waren, soll sich nicht gezielt gegen „die Polizei“ gerichtet haben, sondern durch eine „etwas ruppige Abweisung“ augelöst worden sein.

So fasst der zuständige Staatsanwalt Jens Schulte-Goebel die Ergebnisse der inzwischen getätigten Zeugenbefragungen zusammen.

Zwei Monate nach dem Gruppenangriff nahe dem Hammer Vergnügungsviertel („Meile“), bei dem vier Zivilpolizisten teils schwer verletzt wurden, erweist sich die damalige Erstzusammenfassung durch die ermittelnden Behörden als nicht mehr haltbar, sagte uns Staatsanwalt Schulte-Goebel.

Im Wortlaut hieß es in der gemeinsamen – abgestimmten – Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund vom frühen Samstagabend, 24. 8.:

„Zuvor hatte ein 19-Jähriger die Polizeibeamten auf einen zurückliegenden dienstlichen Anlass angesprochen, wurde von diesen aber abgewiesen und verließ zunächst die Örtlichkeit.
Der 19-Jährige kehrte daraufhin nach wenigen Minuten mit etwa 10 bis 15 Personen zurück. Die Gruppe ging sofort auf die Polizeibeamten los.“

Im Gegensatz dazu gebe es nun aber keinerlei Anzeichen mehr, dass der 19-Jährige, der einen der vier Beamten ansprach, dabei wusste, dass er (einen) Polizisten vor sich hatte.

„Der Beamte sagte selber aus, dass er mit dem jungen Mann über nichts Dienstliches gesprochen hätte“, gibt Schulte-Goebel diese korrigierte Version wieder. „Er hatte zwar das Gefühl: ich kenne den. Aber ein konkreter dienstlicher Anlass war nicht Gegenstand des Gesprächs.“

Dass es in der Erstmeldung über die Attacke zunächst so dargestellt wurde, begründet Schulte-Goebel mit damaligen Aussagen der drei anderen Polizeibeamten, mit denen der Kollege unterwegs war.

Statt dessen sei der dem Gespräch folgende Angriff durch eine 10- bis 15-köpfige Tätergruppe auf die 4 Beamten offenbar dadurch ausgelöst worden, dass der angesprochene Beamte den 19-Jährigen in „möglicherweise etwas ruppigem Ton“ abgewiesen habe. „Hau ab“, soll er gesagt haben, so Schulte-Goebel. Er ergänzt, dass keine Hinweise auf Clan-Kriminalität vorliegen. Der Hauptverdächtige sei Deutscher ohne Migrationshintergrund, die Gruppe selbst sei gemischt gewesen, „es waren auch Türkischstämmige dabei.“

An der schweren Körperverletzung durch eine Übermacht ändert all dies natürlich nichts, weshalb die Polizei weiterhin um private Fotos und Videos bittet, um den Vorgang rekonstruieren zu können. Auch Videos der „Hammer Meile“ werden noch weiter ausgewertet.

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