Unflexibel, teuer, zu wenige Angebote: Eltern wie Betriebe kritisieren Kinderbetreuung im Kreis

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Symbolbild, Quelle Pixabay.
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Unflexible und zu kurze Öffnungszeiten, zu wenige Angebote generell und hohe Kitagebühren – die Kinderbetreuung im Kreis Unna bekommt von Eltern wie Unternehmen schlechte Noten.

Eine Unternehmensbefragung der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) erbrachte zahlreiche Kritikpunkte und Verbesserungswürdiges. Hier die Pressemitteilung der WFG dazu.

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Wohin mit meinem Kind in den Ferien? Wer betreut mein Kind, wenn ich im Schichtdienst arbeite? Und wie viel bleibt mir vom Lohn, wenn ich mein Kind betreuen lasse? Das sind Fragen, die sich berufstätige Mütter und Väter stellen müssen.

In Zeiten von zunehmendem Fachkräftemangel setzen Unternehmen auch im Kreis Unna immer mehr auf betrieblich unterstützte Kinderbetreuung. Denn die Zufriedenheit der in den Unternehmen beschäftigten Eltern mit den Kinderbetreuungsangeboten im Kreis ist nicht allzu groß.

Dies ergab eine Befragung, die die Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) mit dem Kreis Unna zu Erfahrungen von Unternehmen mit Kinderbetreuung durchgeführt hat. Die Ergebnisse wurden jetzt auf Haus Opherdicke vorgestellt.

„Auch wenn wir mit 77 Unternehmen eine geringe Rücklaufquote unserer per Mail versendeten Umfrage hatten, deckt sich der Trend, den die Ergebnisse aufzeigen, mit unseren persönlichen Erfahrungen aus der intensiven Arbeit in Sachen familienbewusste Unternehmenspolitik“, erläutert WFG-Mitarbeiterin Anke Jauer (Competentia), die diese Umfrage maßgeblich gemeinsam mit Jan Grau vom Kreis Unna (Bildung integriert Kreis Unna/BiKU) formuliert, durchgeführt und ausgewertet hat.

Vor allem unflexible und zu kurze Öffnungszeiten, mangelnde Verfügbarkeit und die hohen Kosten der Kinderbetreuung im Kreis Unna stehen bei Eltern wie Unternehmen in der Kritik.

Denn die Unternehmen bekommen die Kritikpunkte deutlich zu spüren. Fast 60 Prozent der Unternehmen haben schon einmal Nachteile aufgrund fehlender oder nicht passgenauer Kinderbetreuung erfahren.

„Knackpunkt ist zum Beispiel die Elternzeit. Hier gaben viele Unternehmen an, dass Mütter oder Väter erst später und dann oft mit geringerem Stundenumfang aus der Elternzeit zurückkehren können, als sie es sich wünschen – schlichtweg weil die Betreuung des Kindes nicht gewährleistet ist“, so Jauer.

Hier scheinen die Unternehmen aber erkannt zu haben, dass sie selber einiges tun können, um es ihren Mitarbeitenden mit Kindern einfacher zu machen. Fast die Hälfte der Unternehmen bieten Unterstützungsangebote zur Kinderbetreuung an, ein weiteres Viertel plant dies für die Zukunft.

Finanzielle Zuschüsse zur Kinderbetreuung, Organisation von Notfallbetreuung, die Einrichtung von Eltern-KindBüros oder eine firmeneigene Ferienbetreuung sind Beispiele, wie Betriebe Eltern aktiv unterstützen.

Damit wird es aber nicht nur den bereits angestellten Eltern leichter gemacht. Die Studie zeigt, dass die Unterstützung bei der Kinderbetreuung auch ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil bei der Fachkräftegewinnung ist.

Beispiele für betriebliche Betreuungsangebote, vorgestellt im Rahmen der Ergebnispräsentation auf Haus Opherdicke:

Pflegedienst Busch Unna In Unna engagiert sich der Pflegedienst Busch unter anderem ebenfalls mit einer Sommerferienbetreuung für Kinder der Angestellten und kooperierender Unternehmen. Das Angebot umfasst sechs Wochen in den Sommerferien und findet in den Räumen der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde in Königborn statt.

Kita Rasselbande Schwerte (im Bau) Das Kinderhaus Rasselbande soll ab Februar 2020 Kinder der Mitarbeitenden unter anderem der Schwerter Stadtwerke, des Marienkrankenhauses, der Sparkasse Schwerte, der Diagramm Halbach GmbH und der Schrezenmaier Kältetechnik GmbH aufnehmen. Die Betreuungszeiten sind von 7 bis 18, bei Bedarf bis 20 Uhr festgesetzt, samstags wird ebenfalls bei Bedarf Betreuung angeboten. Es werden Kinder ab einem halben Jahr aufgenommen, in den Ferien soll es zusätzlich ein Betreuungsangebot für Schulkinder geben.

MAXIMAGO GmbH Lünen Tanja Vogel (Employee Relations MAXIMAGO) stellte das firmeneigene Ferienbetreuungsangebot vor. Jeweils die sechste Woche der Sommerferien ist bei MAXIMAGO seit 2018 Ferienfreizeitzeit. Dann werden Mitarbeiterkinder und Gastkinder zwischen drei und zwölf Jahren täglich von 8 bis 17 Uhr betreut. „Das Projekt ist anders als erwartet leicht durchzuführen, auch wenn die Organisation der verschiedenen Aktivitäten ein nicht zu unterschätzender Aufwand für unser BackOffice ist“, sagte Tanja Vogel in ihrem Beitrag.

PM WFG

 

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