Königsborns Ortsvorsteher verlässt SPD-Ratsfraktion

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Der Aderlass der großen Unnaer Ratsfraktionen geht weiter. Jetzt hat der Ortsvorsteher des größten Stadtteils fertig mit der SPD.

Wenige Wochen nach Gudrun Friese-Kracht verlässt als Nächster Wolfgang Ahlers die größte Unnaer Ratsfraktion. Wie Friese-Kracht behält der Königsborner Ahlers sein Mandat, füllt die nun 8köpfige Gruppe der Fraktionslosen weiter auf.

Ortsvorsteher von Königsborn möchte er bleiben,  auch ein Austritt aus der SPD sei derzeit nicht geplant.

Wolfgang Ahlers hatte sich inhaltlich zuletzt vor allem mit seinen Bemühungen um den Kurpark hervorgetan. In einem Interview mit unserer Redaktion ließ er Resignation und Frustration über die missliche Entwicklung und zunehmende Verwahrlosung deutlich erkennen (HIER unser Bericht).

Fraktionsvorsitzender Bernd Dreisbusch bekam Ahlers Austrittsschreiben am Freitag (4. 10.) auf den Tisch. Er war merklich ratlos und enttäuscht über Ahlers´ Entscheidung.

„Eine Erklärung dafür habe ich im Moment nicht wirklich“, meinte Dreisbusch, als wir ihn am Abend telefonisch erreichten. Denn ähnlich wie bei Gudrun Friese-Kracht habe auch Wolfgang Ahlers vorab keine Unzufriedenheit ihm gegenüber kundgetan, kein Gespräch mit ihm gesucht, um Unstimmigkeiten – die es ja ganz offenbar gab – im offenen Gespräch versuchen zu klären.

„Gerade bei einem früheren Bergmann hätte ich das schon erwartet, dass man gerade heraus sagt, das und das passt mir nicht, dass man vielleicht auch kräftig mit der Faust auf den Tisch haut,  bevor man einen so weitreichenden Schritt tut“, schildert Bernd Dreisbusch seine persönliche Enttäuschung über die Art und Weise dieses Abgangs.

Statt dessen habe Wolfgang Ahlers am Mittwoch noch an der Fraktionssitzung teilgenommen, zwar ohne Wortbeitrag, aber ohne jeden  Hinweis darauf, dass er zwei Tage später hinwerfen würde.

„Es gab unterschiedliche Meinungen darüber, die Platanenallee zur Fahrradstraße zu machen“, resümiert Dreisbusch. Wie auf Rundblick berichtet, war die Meinung der Fraktion: Wir versuchen es mal. Ahlers war dagegen, ihm fehlte ein Gesamtkonzept für Königsborn.

Ebenso gab es augenscheinliche Differenzen über die Neubesetzung des Vorsitzes im Stadtentwicklungsausschuss, den Dreisbusch als neuer Fraktionsvorsitzender wegen der zusätzlichen Belastung abgab.

Seine Nachfolge an die Spitze dieses wichtigen Fachausschusses hat nun Volker König angetreten, der frühere (oder nach der Causa Ridalli sehr umstrittene) Fraktionsvorsitzende. König leitet mit dem ASBV, dem Sport- und dem Rechnungsprüfungsausschuss nun drei Ausschüsse.

Doch ob dies nun die Gründe für Wolfgang Ahlers´ Entscheidung waren – Fraktionschef Dreisbusch zuckt die Schultern: „Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich selbst etwas falsch gemacht habe.“

Die aktuelle Ratszusammensetzung nach diesem neuerlichen Austritt sieht wie folgt aus:

SPD-Fraktion (18 Mitglieder)
CDU-Fraktion (12 Mitglieder)
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Fraktion (8 Mitglieder)
FDP-Fraktion (2 Mitglieder)
FLU-Fraktion (2 Mitglieder)
DIE LINKE-Fraktion (2 Mitglieder)
Fraktionslos (8 Mitglieder).

  • (Quelle: Ratsinformationssystem Unna)

„Völlig unerwartet und unerklärlich“: SPD-Fraktionschef Dreisbusch betroffen von Friese-Krachts Austritt

 

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4 KOMMENTARE

  1. Was solls. Auch nach diesem Austritt immer noch eine absolute Mehrheit für die roten Socken und die Grünen und somit sind weitere unsinnige Entscheidungen im Stadtrat zu erwarten zum Nachteil der Unnaer Bürger mit weiteren Belastungen für das eigene Portemonnaie. Lustig finde ich immer die Kommentare von Dreisbusch dazu die ich dann selbst nicht weiter kommentieren möchte (darf.)

    • St. Gremling, auf diesen Kommentar antwortet Ihnen Maike Hünervogt auf Facebook:

      Maike Hünervogt: Ich bin auch nicht immer einverstanden, was dort entschieden wird, bestimmt nicht! Aber ich finde, man sollte dem neuen Fraktionsvorsitzenden doch auch etwas Zeit geben. Er muss ja jetzt den Karren, den andere in den Dreck gefahren haben, wieder herausholen! Und viel Zeit bleibt ja leider nicht! Aber eine Chance hat jeder verdient! Wenn es ansatzweise nicht gelingen sollte, werden diese Parteien wohl ihre Quittung bekommen! Aber das jetzt alle ihr eigenes Süppchen kochen, ist ja wohl auch nicht in Ordnung!

  2. Nun ist mir nicht ganz klar wofür man ihm Zeit geben soll. Für die irrsinnigen Entscheidungen aus der letzten Wochen die Dreisbusch nicht nur mitgetragen hat sondern für deren Umsetzung er vehement gekämpft hat?? Oder doch vielleicht für die angebliche Offenheit mit der er die Partei führen will und beanstandet dass man Entscheidungen trifft ohne ein Gespräch mit ihm zu führen wie es unter Kumpels üblich ist, aber dann doch ein Schreiben unterzeichnet in dem H. Ahlers aus einem Fachausschuss abgesetzt wird ohne ihn vorher darüber zu informieren?? Offenheit ist anders und so geht auch unter Dreisbusch der Klüngel weiter, zumal König im Hintergrund immer noch die Fäden zieht. Neuanfang sieht anders aus. Und ein Suppenkoch mit eigener Meinung ist mir lieber als ein „was auch immer Kriecher“ der seiner Partei ohne eigene Meinung ergeben folgt.

  3. […] Die „Erneuerung“, die die neue SPD-Fraktionsspitze nach dem Rücktritt Volker Königs angekündigt hatte, hat nicht stattgefunden, konstatiert Wolfgang Ahlers ernüchtert. „Es wird weiter nach Gutsherrenart entschieden.“ Dies war denn auch der Grund, wieso Königsborns Ortsvorsteher hinwarf. Und – unter Mitnahme seines Mandats – am Freitag aus der immer noch größten Ratsfraktion austrat (Rund… […]