„Konsequent und überfällig!“ SPD-Führung schaltet nach Kroll-Austritt auf Angriff um

4
1005
Symbolhaft dunkel sieht es für die SPD bundesweit und auch in Unna aus. Foto vom Neujahrsempfang 2019 in der Unnaer Stadthalle. (Archiv Rundblick)
Facebookrss

Vielzahl an „Störfeuern“, „überfällig“ – Unnas SPD-Führung schaltet nach dem dritten Fraktionsaustritt binnen kürzester Zeit auf Angriffmodus um.

In einer Pressemitteilung zum Austritt der Oberstadt-Vorsitzenden Ingrid Kroll am heutigen Vormittag stellten Fraktion und Stadtverband um 16.45 Uhr schriftlich ihren Standpunkt klar:

„Hatte Bernd Dreisbusch, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Unna, die Austritte von Gudrun Friese-Kracht und Wolfgang Ahlers noch bedauert, bezeichnet er den nun erfolgten Austritt von Ingrid Kroll als „konsequenten und überfälligen Schritt“.

Die Ratsfrau hatte bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr an den Fraktionssitzungen teilgenommen und wiederholt gegen die Sozialdemokraten gestimmt.

(Anm. d. Red.: Zuletzt entzog sich Kroll bei der knapp ausgegangenen Abstimmung über das 3 Mio. Euro teure Asylheim an der Kamener Straße de Fraktionsvotum und stimmte mit Nein, zusammen mit CDU, FLU, Linker und anwesenden Fraktionslosen). 

„Unter diesen Voraussetzungen ist eine konstruktive Zusammenarbeit in der Tat nicht möglich“, so Bernd Dreisbusch.

Fassungslos zeigt sich der Stadtverbandsvorsitzende Sebastian Laaser angesichts der Behauptung Ingrid Krolls, in der vergangenen Fraktionssitzung sei über ein Parteiausschlussverfahren gegen sie gesprochen worden.

„Das stimmt in keiner Weise. Und dann muss ich mich doch sehr wundern, dass eine Kommunalpolitikerin eine so weitreichende Entscheidung wie ihren Fraktionsaustritt öffentlich mit Hörensagen begründet.“

Mehr als merkwürdig findet Sebastian Laaser auch die Häufung der Austritte in so kurzer Zeit, nachdem der Fraktion mit der Wahl von Bernd Dreisbusch zum Vorsitzenden und einem neuen Vorstand bereits im Juli ein guter Neustart gelungen ist. (Anm. d. Red.: Mitte September war Gudrun Friese-Kracht ausgetreten, am vergangenen Freitag Wolfgang Ahlers.)

Auch das Votum von Findungskommission und Stadtverbandsvorstand für Katja Schuon als Bürgermeisterkandidatin erfolgte einstimmig und fand breite zustimmende Resonanz.

„Dass da jetzt plötzlich so viele Störfeuer kommen, mag Zufall sein. Glauben kann ich daran so recht nicht.“

Ebenfalls kritisch sehen Bernd Dreisbusch und Sebastian Laaser die Tatsache, dass alle ausgetretenen Fraktionsmitglieder – abgesehen von der bereits im Juni gegangenen Anne-Katrin Wienecke – ihr Mandat nicht zurückgeben, sondern als Fraktionslose weiter im Rat verbleiben.

„Wir denken, dass man mit gutem Gewissen sagen kann, dass sie ihre Wahl doch wohl in erster Linie der SPD und nicht ihrem eigenen Namen verdanken. Dem Wählerwillen wird dieses Verhalten nicht gerecht.“

Der Fraktionsvorsitzende und der Stadtverbandsvorsitzende hoffen, dass man
sich nun wieder ganz auf die politische Arbeit zum Wohle der Unnaer Bürger
konzentrieren kann.  „Sich in der Sache offen und ehrlich zu streiten und um die richtigen Entscheidungen gemeinsam zu ringen ist gute sozialdemokratische Tradition. Nur wer dazu bereit ist, sucht das Beste der Stadt.“

Facebookrss

4 KOMMENTARE

  1. Nun dachte ich tatsächlich ich hätte die letzten Jahre in Unna verbracht. Aber offensichtlich war ich auf einem anderen Stern und habe nichts mitbekommen, speziell von dem was so in diesem Jahr gelaufen ist. Einen erfolgreichen Neustart der SPD mit neuem Vorsitzenden und Vorstand mit einem Herrn König im Hintergrund? Wo war ich da?
    Vehement widersprechen möchte ich dass die SPD, die gerade in Unna seit Jahrzehnten für Filz und Protegieren steht, für den Wahlerfolg ihrer Kandidaten erfolgreich war.
    In der Kommunalpolitik, da wo die SPD ebenfalls dafür steht nach gut dünken Entscheidungen zu treffen ohne Konsequenzen zu berücksichtigen und dabei die Steuergelder mit beiden Händen unverantwortlich aus dem Fenster schmeißt, es in erster Linie die Personen sind die vor Ort in den Stadt- und Ortsteilen die Sympathien der Wähler/innen genießen. Insofern ist es konsequent das Mandat zu behalten ist doch das der Wählerwille und nicht die Entscheidung der Parteiführung.
    Des Weiteren wünsche ich der SPD dass sie doch dann endlich das macht, was sie offensichtlich versäumt hat:  „ganz auf die politische Arbeit zum Wohle der Unnaer Bürger zu konzentrieren“. Und bitte bei der Suche nach, Zitat: „ das Beste der Stadt.“ die Brillen aufsetzen, bisher hat die SPD das nicht gefunden.