Klimaschützer werden rabiater: „Sollten Unnas Ring blockieren“ – Erste XR-Aktivisten liegen „tot“ auf Straße

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Symbolbild, Plakat eines Umweltschützers / Quelle RB-Archiv
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Die Klima-Aktivisten greifen über „Friday for Future“-Demos hinaus zu drastischeren Methoden. Während ein jugendlicher Redner bei der globalen Klima-Demo vor 3 Wochen in Unna bereits verkündete, beim nächsten Mal solle man den Verkehrsring blockieren, hat auch die „Extinction Rebellion“-Bewegung unsere Region erreicht:  Eine der ersten „XR“-Aktionen fand in Soest statt.

Dort zogen am vergangenen Wochenende ca. 80 Teilnehmer mit einem schwarzen Sarg durch die Altstadt und legten sich anschließend „tot“ auf die Straße, um symbolisch um den Planeten zu trauern.

Die noch junge „XR“-Ortsgruppe rief zum zivilen Ungehorsam gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen auf. „Sagt die Wahrheit“, „Act now!“, also „Handle jetzt!“, forderten die Teilnehmer auf Schildern. Auf dem Marktplatz wurde ein Abgesang verlesen.

Die Organisatorin, eine 20-jährige Geographiestudentin, zeigte sich im Anschluss zufrieden, sie glaube schon, Interesse geweckt zu haben, sagte sie dem Soester Anzeiger.

Im Kreis Unna gibt es bisher keine XR-Ortsgruppen. In Iserlohn befindet sich eine im Aufbau, aktive Gruppen gibt es in Dortmund und Hagen sowie eine „Ortsgruppe Ruhrgebiet“.

In ihrem Selbstverständnis übersetzt sich Extinction Rebellion (XR) als „Aufstand gegen das Aussterben“. „Wir sind eine internationale gesellschaftspolitische Bewegung. Unser Ziel ist es, den für das Klima nötigen umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen. Damit wollen wir das Risiko der Auslöschung der Menschheit und des Kollapses unserer Ökosysteme verkleinern“, heißt es auf der Website der Bewegung.

Vor dem „Irrationalismus einer Endzeit-Sekte“ warnte hingegen am Freitag (11. 10. 19) die Grünen-Mitbegründerin Jutta Ditfurth in einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Onlineausgabe):

Sie halte „Extinction Rebellion“ nicht für eine Umweltbewegung im klassischen Sinne, die sich kritisch, aufklärerisch oder gar links für die Klimakastrophe und die Zusammenhänge von Naturvernichtung und Kapitalismus interessiere. XR setze auf „mystisch-esoterisches Drama“ und „pathetische Kostümierung“, versuche alles, „um den intellektuellen Hohlraum mit Versatzstücken religiös-gewaltfreier Ideologie zu verdecken“. Das Problem sieht Ditfurth daei, dass vor allem junge Leute und politisch Unerfahrene rekrutiert und emotionalisiert würden. „So macht man Menschen manipulierbar, und das ist das Gegenteil von kritischer Aufklärung.“

 

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