Lichtkunst-Chef moniert „kleinkarierte“ Kritik aus Unna und fordert „Bekenntnis zum Juwel“

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Skyspace von James Turrell, Unna. (Foto Hellweg-ein Lichtweg)
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„Kleinkarierte Kommentare“ aus Unna über das Zentrum für Internationale Lichtkunst ärgern den Vorsitzenden des Museumsvereins, Dr. Jochen Stemplewski.

Als Gastgeber bei der Jubilarehrung der SPD Oberstadt am Freitagabend im Säulenkeller des Lichtkunstmuseums (Stemplewski gehörte selbst zu den Jubilaren) forderte der Lippeverbands-Geschäftsführer von seinen Genossen ein „Bekenntnis“ zu diesem „Juwel“ in der regionalen und überregionalen Kulturlandschaft.

Ärgert sich über kleinkarierte Kritik am Lichtkunstmuseum: Vereinschef Dr. Jochen Stemplewski. (Foto RB)

„Es geht uns nicht nur um finanzielle Unterstützung„,  unterstrich Stemplewski die Erwartungen des Lichtkunstvereins, vielmehr müsse aus der Unnaer Politik heraus viel offensiver für dieses einzigartige kulturelle Kleinod geworben werden.

Gleichwohl geht es bei der Lichtkunst natürlich auch um Geld. Die kommunalen Zuschüsse, jährlich rund 117.000 Euro von der Stadt und 37.600 vom Kreis, sorgen immer wieder für Diskussionen. Unna steckt bekanntlich in der Haushaltssperre.

Am bisher deutlichsten stellte der Unnaer CDU-Parteichef Gerhard Meyer dieses Finanzierungskonstrukt in Frage: Wenn es denn doch so überregional bedeutsam sei, müsse es auch überregional finanziert werden, etwa in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Dieser trägt z. B. auch das Freilichtmuseum in Hagen.

Der Verein, den Dr. Jochen Stemplewski zusammen mit Museumsdirektor John Jaspers und seinen beiden Stellvertretern führt (Stadtwerkechef Jürgen Schäpermeier und Volksbank-Chef Peter Zahmel), hat derzeit 64 Mitglieder. In dem von ihm getragenen Musum im Gewölbekeller der Lindenbrauerei versammeln sich nach Eigendarstellung der Lichtkunstförderer die wichtigsten Lichtkünstler der Welt. Jede Lichtinstallation sei eigens für die Räume vor Ort geschaffen worden und individuell auf diesen Ort zugeschnitten.

Ausstellung im Lichtkunstmuseum: Bernardí Roig – Reflection Exercices – 2003 – © Bernhard Rot

25.000 Besucher kommen jährlich, warf Dr. Stemplewski als Pfund in die Waagschale, „die aus Fachkreisen sind besonders begeistert.“ Im scharfen Gegensatz dazu gebe es immer wieder „kleinkarierte“ Kommentare aus Unna selbst, und das ärgert den obersten Lichtkunstförderer der Kreisstadt offenbar mächtig.

Es geht beim Zentrum für Internationale Lichtkunst auch um Arbeitsplätze: 2018 hatte es 25 Mitarbeiter, 15 davon sind unbefristet eingestellt,  von ihnen wiederum 6 als Hauptamtliche und die anderen als geringfügig Beschäftigte. Hinzu kommt projektbezogen eine variable Zahl von Honorarkräften und freien Mitarbeitern.

Das Museum hatte 2017 Einnahmen von insgesamt ca. 700 000 €. Aus dem Eintrittskartenverkauf und aus sonstigen Umsatztzerlösen kamen ca. 196 000 €. Gut 504.000 € waren sonstige Erträge (Zuschüsse), darunter 117 000 € von der Kreisstadt Unna und 37 600 € vom Kreis Unna.

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