Messerangriff am Fröndenberger Ruhrufer: Notwehrversion – Tatverdächtiger frei

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2006
Ufer der Ruhr in Fröndenberg. (Foto RB)
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Die Messerattacke am Fröndenberger Ruhrufer am Freitagabend (18. 10. 19) mit einem Schwerverletzten war möglicherweise keine versuchte Tötung, sondern Notwehr.

Diese Wendung nahm die Geschichte im Verlauf des Sonntags, nachdem die Dortmunder Staatsanwaltschaft am Mittag zunächst berichtet hatte, eine Mordkommission ermittle wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Wie auf Rundblick schon am Samstagmorgen nach der Tat berichtet, waren Polizei, Feuerwehr und Notarzt am späten Freitagabend in den Himmelmannpark und zum Ufer der Ruhr geeilt. Dort war es – von den Behörden noch unter Verschluss gehalten  –  kurz zuvor zu dem blutigen Zusammentreffen eines 30-jährigen Mannes aus Fröndenberg und eines 25-Jährigen aus Menden gekommen.

Der durch einen Messerstich schwer verletzte Jüngere wurde in einem Krankenhaus notoperiert und konnte laut Staatsanwaltschaft am Sonntag noch nicht vernommen werden. Währenddessen habe der 30-Jährige aus Fröndenberg selbst per Notruf den Rettungsdienst alarmiert.

Beide Männer sind laut Staatsanwaltschaft Syrer und kannten sich. Die Version des in Fröndenberg lebenden Tatverdächtigen lautet nun laut Bericht des Portals wickedepunktruhr wie folgt: Er habe sich von dem anderen zu später Stunde verfolgt gefühlt und sich bei dem Gerangel im Park lediglich zur Wehr gesetzt – mit einem Messer, das er lediglich zum Schärfen anderer Messer dabei gehabt haben will.

Hintergrund: Der 30-Jährige arbeitet nach Informationen unserer Redaktion in einem Fröndenberger (Döner-) Imbiss.

Die Schilderungen des zunächst der versuchten Tötung Verdächtigen seien bisher, so die Staatsanwaltschaft, allerdings „sehr nebulös“.

Bereits am Samstagvormittag, als die Kreispolizeibehörde Unna auf Nachfrage unserer Redaktion lediglich ein „mögliches Kapitaldelikt“ bestätigte, wurde der in Fröndenberg wohnende Syrer wieder freigelassen, da keine ausreichende Beweislage für Untersuchungshaft vorgelegen hätte. Die Ermittlungen dauern gleichwohl an, als Nächstes muss nun bald der Verletzte vernommen werden.

  • Anmerkung unserer Redaktion: Wir schließen uns der kritischen Anmerkung unseres Kollegen von wickedepunktruhr an, der folgenden Widersinn moniert:

„Warum es dann in einer vom Polizeipräsidium Dortmund erst am heutigen Sonntag (20. Oktober 2019) gegen 12.30 Uhr verbreiteten Mitteilung an die Medien noch heißt: „Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes in Fröndenberg“ und demnach eine „Mordkommission“ eingerichtet wurde, ist in diesem Zusammenhang unverständlich und widersprüchlich und muss sicherlich in den nächsten Tagen seitens der verantwortlichen Behörden dringend aufgeklärt werden.“

 

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4 KOMMENTARE

  1. Richtige Entscheidung. Auch ich schleife grundsätzlich meine Messer spät Abends im Kurpark.
    Oder trifft doch eher die Aussage von Thorsten Schleif , Richter am Amtsgericht Dinslaken, zu der in seinem Buch über seine Kollegen schreibt: „Die deutsche Gerichtsverwaltung ist geprägt von einer lähmenden Angst vor Fehlern als dem typischen Karrierehindernis. Hieraus entsteht der Drang, Entscheidungen, wenn irgendwie möglich, zu vermeiden… Das sind klassische Antworten meiner Kollegen auf die Frage, weshalb sie erneut eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt oder einen Haftbefehl nicht erlassen haben.“

  2. Deutschland wird zu Dummland. Wenn ich heute dazu den Bericht im lokalen Schmierblättchen lese, wird mir wieder schlecht. Erstmal berichten sie erst jetzt darüber. Sie brauchen ja auch Zeit um zu überlegen, wie kann man das dem Michel so beibringen, dass dieser nicht auf den Gedanken kommt hier in Deutschland ist alles im Ar***. Und liest man den Bericht, dann denkt man: Och, das ist doch alles nicht so schlimm. Der Typ hat doch ausgesagt, er könne nicht so gut sehen. Deshalb hat er wohl aus Versehen den anderen abgestochen. Kann passieren. Und so weiter. Ein so verharmlosender Bericht, dass er zum Himmel stinkt. Wie die ganze Berichterstattung dieses Schmierblättchens.