Kreisvorstand schafft Fakten – AfD tritt bei Bürgermeisterwahl in Bergkamen an

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Wahlkampf-Luftballons der AfD. (Archivbild RBU)
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Der Beschluss sei gestern Abend einstimmig gefallen, teilt Kreissprecher Michael Schild mit.

Die AfD wird am 13. September 2020 in Bergkamen bei der Bürgermeisterwahl antreten und sich um das Erbe Roland Schäfers bewerben  – mit einem Kandidaten,  dessen Name noch geheim gehalten wird oder der vielleicht auch noch gar nicht gefunden ist.

Jedenfalls schaffe der Kreisvorstand „nach den Gerüchten der letzten Tage jetzt Klarheit“, heißt  es trotz dieser weiter bestehenden Unklarheit in einer Mitteilung vom Dienstagmorgen, 22. 10. 19.

„Im Rahmen der Kreisvorstandssitzung am Montagabend gab es einen einstimmigen Beschluss, zur Bürgermeisterwahl in Bergkamen anzutreten“, teilt der Kreisverbandssprecher darin mit.

In der Nordbergstadt habe die AfD  „Spitzenergebnisse bis zu 27%“ erzielt, „hier greifen wir an!“ Schild spielt auf die Europawahl und das Wahllokal Rathaus an, wo allerdings nur ein paar Dutzend Wahlberechtigte insgesamt ihre Stimme abgaben. Ca. 35 davon entfielen auf die AfD, das ergab besagtes Wahlergebnis.

Wie schon bei der Landtagswahl 2017 hatte die AfD bei der Europawahl im Mai dieses Jahres ihre Hochburgen im Norden des Kreises. Kreisweit blieb sie einstellig (9,82 Prozent). Den geringsten Zuspruch fand sie in Werne (7,79 %), unter 9 Prozent blieb sie auch in den Südkreiskommunen Holzwickede (8,63 %), Fröndenberg (8,60 %), Schwerte (8,41 %) und der Kreisstadt Unna (8,62 %). Im Nordkreis blieb  es außer in Werne auch noch im traditionell „roten Kamen“ einstellig für die AfD (9,34 %); in den anderen vier Nordkommunen erzielte sie Werte oberhalb 10 Prozent: in Selm 10,56, in Bönen 11,36 und in Bergkamen und Lünen jeweils 11,87 Prozent. Kreissprecher Michael Schild hatte zuvor als Nenngröße für einen Erfolg mindestens 13 Prozent ausgegeben. Er sah das Ziel deutlich verfehlt, als einzige „Lichtblicke“ für seine Partei die nahezu 12 Prozent in Bergkamen und Lünen.

Man sei jetzt gespannt darauf,  so Schild,

ob sich SPD, CDU, FDP und Grüne „vor lauter Furcht nun auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen werden. Das wäre eine entlarvende politische Selbstaufgabe!“

Bernd Schäfer. (Foto: SPD Bergkamen)

Der Wunschnachfolger der SPD für den populären Amtsinhaber Roland Schäfer ist wie  berichtet bereits gefunden – es ist dessen Namensvetter Bernd Schäfer, amtierender SPD- Fraktionsvorsitzender.

Wer der Kandidat der AfD sein wird, verrät der Kreisverband noch nicht.
„Sicher“,  so der stellvertretende Kreissprecher Ulrich Lehmann aus Kamen, „werden wir ausschließlich ein AfD-Mitglied ins Rennen schicken!‘

 

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