Über ein Jahr nach Trickdiebstahl im „Körbchen“ nun Fotofahndung

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Das "Körbchen" an der Massener Straße. (Rundblick-Foto)
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Kein Tippfehler: Am 5. Oktober 2018 griffen Trickdiebe im „Körbchen“ auf der Massener Straße zu.

Heute – über 1 Jahr später  – erlaubt das Dortmunder Gericht die Freigabe der Fotos, die Inhaber Dennis Bernhöft damals auf seiner Überwachungskamera gesichert hatte.

Der Unnaer Geschäftsmann merkte heute gegenüber Rundblick zu der späten Veröffentlichung höchst verärgert an:

  • „Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren eingestellt! Ich habe Einspruch eingelegt, da evtl. ein Zeuge sich gemeldet hatte und KEINER, wirklich keiner, eineb Zusammenhang gesehen hat. Das muss man alles selber machen. Leider haben die auch die schlechtesten Bilder genommen. Ich dachte, die ziehen selber gute Fotos aus dem Video, aber leider nein. Normalerweise hätte man auch das Video nehmen können, auf dem viele Seiten der Täter zu sehen sind.
  • Der eine ist ein Deutscher (kein Dialekt), straßenköterblond, lange Haare zum Zopf gebunden und Geheimratsecken, etwas ungepflegt mit Bart, hat die typischen roten Alkoholwangen. Kleidung unauffällig. Aber eine wirklich ruhige, nette Art. Der andere, sieht man ja, südländische Wurzeln, sehr schlank, ca 175-178 cm, spitze Koteletten, dunkle, kurze Haare, schwarze Cap NY, dunkelblaue verwaschene Jeans. Hat ein markantes Grinsen, durch das das Kinn etwas länger wirkt.“

Hier Fotos aus der Überwachungskamera/Quelle: Inhaber

 

Die beiden Männer suchten am 5. 10. 2018 nachmittags das „Körbchen“ auf der Massener Straße auf. Einer der beiden verwickelte die Kassiererin in ein Gespräch. Der Komplize  begab sich währenddessen zur Kasse,  entnahm sämtliche Geldscheine – ca. 500 Euro, die Tageseinnahnen – und verließ anschließend unbemerkt das Geschäft.

Daraufhin beendete der andere das Verkaufsgespräch und verließ ebenfalls den Laden.

Diese Fotos stellt die Polizei Unna zusammen mit ihrem Fahndungsaufruf zur Verfügung:


 

Einen ermunternden Beweis, dass auch Täterfahndungen Monate nach der Tat zum Erfolg führen können, bot indes im Januar 2018 die Bundespolizei:

Sie gab am 3. 1. 2018 die Fahndung mit Foto nach einem Rucksackdieb heraus. Der Gesuchte, ein junger Mann, bestahl während einer S-Bahn-Fahrt frühmorgens einen Reisenden – und zwar schon am 5. August 2017.

Trotz dieser unterdessen verstrichene 5 Monate konnte nach nur 24 Stunden ein Tatverdächtiger ermittelt werden:

Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte am Donnerstag (4. 1.) zu einem 16-jährigen Algerier, laut Bundespolizeisprecher Volker Stall einen „minderjährigen, unbegleiteten Asylbegehrenden, der in einer Unterkunft in Mülheim wohnt.“

Und, so fügte Stall hinzu: „Dabei ist der Jugendliche kein Unbekannter. Der 16-Jährige wurde bereits wegen eines weiteren Diebstahls und zwei Schwarzfahrten aktenkundig.“ Gegen ihn richten sich nun die weiteren Ermittlungen der Bundespolizei.

Zum Hintergrund,  wann und warum Fahndungsfotos veröffentlicht werden:

Gewalttat an Neujahr – (erst) jetzt die Fotofahndung: Wieso erst jetzt? Und was bringt das noch?

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