Schule, Kita, Wohnen am Hertinger Tor: Verkehrsinfarkt befürchtet – FLU fordert Planungsstopp

0
1150
Luftbild des betroffenen Bereichs. (Fotoquelle: Stadt Unna)
Facebookrss

Zwischen B1, Hertingerstraße, Brockhaus- und Ziegelstraße droht ein Verkehrsinfarkt. Das befürchten zahlreiche Anwohner, wenn die städtebaulichen Entwicklung des Areals „Hertinger Tor“ wie geplant realisiert wird: Mit einer großen neuen Grundschule, einer  neuen Kita sowie ergänzender Wohnbebauung. Bericht HIER. 

Erster Entwurf des ausgewählten Architekturbüros. (Quelle Stadt Unna)

Wo soll der ganze Verkehr hin?

Das fragt sich nach einer turbulent verlaufenden Bürgerversammlung auch die Freie Liste Unna (FLU) und fordert deshalb einen Planungsstopp für das Millionenprojekt in Unnas Süden – bis ein schlüssiges Verkehrskonzept vorliegt.

Eine Bürgerinitiative hatte bereits im Mai dieses Jahres nachdringlich auf die mangelnde Schulwegsicherung hingewiesen. Sie forderte ein Mobilitätskonzept, das sichere Geh-, Fahrradwege, Straßen und Parkplätze für Eltern und Kinder anbieten muss – damit sich nicht die verfahrene Situation am Kreishauskreisel wiederhole.

Hintergrund:

Aud dem ca 9000 qm großen Areal rund um den ehemaligen Sportplatz „Rot/Weiß“  sollen zwei Innenstadt-Grundschulen – Falk- und Nicolaischule –  in einem modernen Schulneubau zusammengeführt werden. Die „Kinderbetreuungseinrichtung Initiative Unna e.V.“ (SPI) soll ebenfalls einen Neubau beziehen.

Hier ist eine Fotogalerie zur Übersicht:

  • „Diese Vorhaben wurden von der Politik überwiegend begrüßt und positiv begleitet, wenngleich von Anfang an immer wieder auf die recht prekäre Verkehrssituation hingewiesen wurde“, erinnert FLU-Fraktionschef Klaus Göldner. Immer habe die Bauverwaltung ein begleitendes Verkehrskonzept fest zugesagt.
  • Seitdem wurde die ursprüngliche Planung sukzessive erweitert – Ausweitung der ursprünglichen Kita-Planung,  Sporthalle, auch eine Lehrschwimmhalle wird in Erwägung gezogen, zusätzlich ist Wohnbebauung vorgesehen.
  • „Die Bebauung des früheren Horenkamp-Areals mit zahlreichen Wohneinheiten hat die Verkehrsbelastung bereits erhöht, der bevorstehende Bau einer größeren Wohnanlage auf dem Grundstück der ehemaligen Fa. Schlunz wird ebenfalls zusätzliche Belastung bringen“, so Göldner.
  • Bei den zahlreichen Wortbeiträgen auf der ungewöhnlich gut besuchten Bürgerversammlung  am 30.10. sei es  nahezu ausschließlich um die Verkehrsbelastung gegangen.
Klaus Göldner, FLU. (Foto Rundblick-Archiv)
  • „Es wurden eine Reihe von Bedenken bezüglich Schulwegsicherung und Verkehrsbelastung geäußert. Es wurde festgestellt, dass die Hertingerstraße bereits heute ihre Belastungsgrenze erreicht hat“, merkt Göldner an.
  • Gleiches gelte für die Brockhausstraße, die zusätzlich noch durch den Kfz-Handel am Brockhausplatz belastet werde.
  • Anwohner der Wohn- und Anliegerstraßen beklagten, dass ihre schmalen Straßen durch Park-/Suchverkehr aus der Innenstadt schon jetzt hoch belastet seien.
  • „Allgemein wurde ausnahmslos die Auffassung vertreten, dass ein Verkehrskonzept zwingend vorgeschaltet werden muss“, fasst Klaus Gölnder zusammen. „Jeder Besucher der Veranstaltung muss den Eindruck gewonnen haben, dass für dieses Bauvorhaben nur dann  hinreichende Akzeptanz zu erwarten ist, wenn zuvor ein schlüssiges Verkehrskonzept vorgelegt wird. Dieses Konzept muss den möglichen Ausbau der Hertingerstraße und der Brockhausstraße beinhalten.“
  • Dabei sei die eingeschränkte Ausbaumöglichkeit insbesondere der Hertingerstraße zu beachten, die durch beiderseitigen alten Baumbestand und bestehende Bebauung nicht beliebig zu verbreitern ist. Die umliegenden Anliegerstraßen müssten ebenfalls angemessen Berücksichtigung finden.

Die Freie Liste Unna (FLU) beantragt hiermit die Aussetzung des weiteren Planungsprozesses, insbesondere bezüglich der verbindlichen Erteilung des Baurechts im Bereich „Hertinger Tor“, bis zur Vorlage eines schlüssigen Verkehrskonzeptes und dessen Genehmigung durch die Gremien des Rates.

 

 

 

 

Facebookrss