Wegen Flughafenplänen fordert Linke: Realschulneubau in Massen einfrieren!

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Flugzeug über Unna. (Archivbild RBU)
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Eine neue Realschule für 25 Mio. Euro mitten in der Einflugschneise – dieses Vorhaben der Stadt Unna und der Ratsmehrheit ist ohnehin heftig umstritten. In einem gestern Abend vorgelegten Antrag fordert die Linke im Rat nun, die Pläne auf Eis zu legen. Die Begründung: mögliche Expansionen des Airports mit entsprechend höherer Lärmbelastung dann auch für die Realschüler.

Die Standortdebatte für den Neubau der Hellweg-Realschule dominierte viele Wochen die politischen Diskussionen im vorigen Jahr. (Bildquelle FDP Unna)

Die Neubauplanungen für eine Realschule auf dem Gelände des ehemaligen Massener Freizeitbades sind bereits vorangeschritten. Zugleich ist aber der nahe Flughafen mit Beschluss des Landtags von 12. Juli 2019 nun landesweit bedeutsam und nicht mehr nur regional. „Diese Hochstufung hat möglicherweise weitreichende Folgen für die Unnaer Bewohner/innen“, fürchtet Linken-Fraktionschefin Petra Ondrejka-Weber.

Denn im Verordnungstext heiße es wörtlich:

„Sie [die als landesbedeutsam eingestuften Flughäfen] sind einschließlich der Flächen für die Flughafeninfrastruktur sowie für flughafenaffines Gewerbe bedarfsgerecht zu entwickeln, um das Land Nordrhein-Westfalen in den internationalen und nationalen Flugverkehr einzubinden.“

„Der Flughafenbetreiber beabsichtigt, im Zuge dieser Neueinordnung die Landebahn des Flughafens durch die Verlegung sogenannter Landeschwellen um 300 Meter zu verlängern. Dadurch können wesentlich größere Maschinen Dortmund anfliegen“, erinnert die Linken-Chefin. Wie berichtet, forderte die SPD-Fraktion im August bereits ein breites Bündnis gegen die Flughafenexpansion (wir berichteten HIER).

Petra Ondrejka-Weber, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Unnaer Stadtrat. (Foto: Ondrejka-Weber)

Petra Weber wundert sich:

„Am 04. 07. 2019, nur acht Tage vor der Entscheidung des Landtages, verkündete der Erste Beigeordnete Herr Toschläger in der Sitzung des Unnaer Rates, dass Ende Sommer bzw. Anfang Herbst das Wettbewerbsverfahren für den Neubau der Hellweg-Realschule beginnen solle.

Das wirft Fragen auf.

War der Verwaltung nicht bekannt, dass die Neueinstufung des Dortmunder Flughafens im Raum steht? Wusste sie nicht, dass darüber am 12.07. entschieden werden sollte? War es nicht abzusehen, dass der Flughafen zukünftig als ,landesbedeutsam´ eingestuft wird und damit zusammenhängend auch eine Verlängerung der Landebahn möglich wird?“

Diese Neueinstufung erfordere eine Neubewertung der dann entstehenden Lärmbelastungen im Anflugbereich des Flughafens, unterstreicht die Linken-Chefin. „Man kann sich doch denken, dass diese Beurteilung ggfs. dazu führt, dass ein Schulneubau an diesem Standort gar nicht möglich ist?“

Die Linke hat daher einen Antrag in den Rat eingebracht, alle weiteren möglicherweise Kosten verursachenden Schritte im Zusammenhang mit dem Neubau der Hellweg-Realschule zurückzustellen. „Unna hat, wie schon oft gesagt, kein Problem mit den Einnahmen, sondern ein Ausgabenproblem“, schließt Petra Weber kritisch. 

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