Fremder wollte Kind ins Auto zerren – Nicolaischulleiter informiert Eltern und warnt vor Panik

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Symbolbild Quelle Pixabay
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Das Kind erzählte, ein fremder Mann habe es an der Bushaltestelle am Katharinen-Hospital angesprochen. Sodann hätte dieser fremde Mann versucht, es am Arm zu packen und in ein wartendes Auto zu zerren.

An einem anderen Tag hätte es diesen Mann erneut gesehen, erzählte das Kind, diesmal in der Nähe des Kinos/der Eisdiele auf der Massener Straße.

In der Nicolaischule, Innenstadtgrundschule direkt gegenüber dem Krankenhaus, nimmt man die Aussagen dieses kleinen Jungen sehr ernst. Schulleiter Gabriel Rosenberg informierte am Dienstag (12. 11.) die Eltern in einem Schreiben über den Vorfall.

„Wir warnen davor, in Panik zu verfallen“, betont der Pädagoge in seinem Schreiben. Man wollte den Eltern jedoch einige Handlungsempfehlungen mit auf den Weg geben.

Auf unsere Nachfrage am heutigen Vormittag bestätigte der Nicolaischulleiter, dass er sofort nach Kenntnis über diesen Vorfall beschlossen habe, aktiv zu werden. Das erschreckende Erlebnis des kleinen Jungen liegt  schon eine Woche zurück, sagte uns Rosenberg. Der Kleine hatte sich nicht sofort daheim offenbar, wohl aus Angst, Ärger zu bekommen, da er die ausdrückliche Anweisung hat, nicht mit Fremd dem Fremden auf dessen Ansprache hin geantwortet hätte (was ihm verboten war).

Polizeisprecherin Vera Howanietz bestätigte uns am Mittag den Eingang einer entsprechenden Anzeige:

„Gestern Nachmittag wurde hier eine Körperverletzung angezeigt, die den geschilderten Sachverhalt zum Inhalt hat. Der betroffene Junge hat ausgesagt, dass ein unbekannter, dunkel gekleideter Mann ihn am Arm festgehalten habe und ihn angeblich zu seinem Vater bringen wollte. Der Griff habe ihm wehgetan und er habe sich losreißen und weglaufen können. Am nächsten Tag habe er den Mann noch einmal in der Stadt gesehen.

Der Vorfall soll sich am 05.11.2019 ereignet haben.“

Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen und Kontakt zur Schule aufgenommen.

Schulleiter Rosenberg sagte unserer Redaktion, er habe er es für seine Pflicht gehalten, sofort alle anderen Eltern zu informieren – ausdrücklich NICHT mit dem Ziel, dass sie nun in Panik alle ihre Kinder mit dem Pkw direkt auf dem Schulhof ablieferten.

Nein, das sei kontraproduktiv, ist der erfahrene Pädagoge überzeugt. „Ich lege Wert darauf,  Kinder stark zu machen. Wenn wir sie vor allen Unwägbarkeiten schützen und behüten wollen, kommen sie als Erwachsene nicht mit dem Leben klar.“ Daher appelliert der Schulleiter um Besonnenheit und gibt den Eltern folgende Handlungsempfehlungen:

Diese lauten:

  • „Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht mit Fremden reden darf und NIEMALS mit ihnen mitgehen darf. In diesem Beispiel sagte der Mann, er würde das Kind zu seinen Eltern bringen. Das Kind hat richtig reagiert und ist nicht mitgegangen.
  • Bringen Sie Ihrem Kind bei, ins nächste Ladenlokal zu rennen und laut um Hilfe zu schreien, wenn es in eine solche Situation gerät. Dort erhalten sie sichere Hilfe.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nach solch einer Situation direkt zu einem vertrauten Erwachsenen gehen muss, um sein Erlebnis zu erzählen. Auch wir Lehrkräfte hören den Kindern zu und handeln dann im Sinne des Kindes.
  • Gehen Sie zur Polizei! Lssen Sie dort Ihr Kind seine Aussage machen. Somit kann die Polizei reagieren und Maßnahmen treffen, damit Ihr Kind, aber auch andere Kinder vor Verbrechen geschützt werden.
  • Informieren Sie uns als Schule umgehend, wenn Sie von einem ähnlichen Vorfall erfahren.“

Diese Empfehlungen decken sich im großen Teil mit denen, die die Polizei in solchen Fällen gibt. Die Polizei Unna hatte bis heute Morgen noch keine Kenntnis von dem Vorfall, offenbar hatte die Mutter des betroffenen Kindes noch keine Anzeige erstattet. Schulleiter Rosenberg wollte sich gleich heute Vormittag selbst mit der Polizei in Verbindung setzen.

Nicht der erste derartige Fall in Unna:

Am Schulzentrum Nord in Königsborn (Geschwister-Scholl-Gymnasium/Werner von Siemens-Gesamtschule) wurde am 6. Februar eine 13-jährige Schülerin aus einem Pkw heraus angesprochen. Die Schulleitung des GSG zeigte den Vorfall bei der Unnaer Polizei an. HIER berichteten wir.

 

 

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