Fake New per Mundpropaganda: Kinderschänder aus Fröndenberg angeblich auf der Flucht

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Symbolbild Pixabay
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Wo und wie auch immer diese Behauptung ihren Ursprung genommen hat und wer sie warum in die Welt gesetzt hat: Sie ist ein haltloses Gerücht.

Der seit Juli wegen Pädophilie-Verdacht inhaftierte Fröndenberger Mirko M. (Name geändert) soll angeblich wieder auf freiem Fuß sein und von der Polizei in Fröndenberg gesucht werden. Das wurde einer Leserin im Mühlenberger Lädchen so erzählt.

Sie fragte erschreckt bei uns nach, ob das wahr sei. Wir gaben die Frage heute Mittag an die Staatsanwaltschaft Dortmund weiter – mit dem Ergebnis: ein völlig haltloses Gerücht, unterstrich Staatsanwältin Mareike Alberti:

„Der Tatverdächtige befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft.“ Dort wartet er wegen des Verdachts des mehrfachen Kindesmissbrauchs auf seinen Prozess vor dem Jugendschöffengericht Unna.

Als Urheber der Geschichte, der mutmaßliche Pädophile – der in Fröndenberg monatelang für Unruhe und Angst gesorgt hatte – sei aus der U-Haft freigekommen und anschließend untergetaucht, wurde unserer Leserin ein früherer Nachbar Mirko M.´s genannt. Dieser konnte sich auf unsere Nachfrage völlig perplex nicht erklären, wieso sein Name mit einer solchen Räuberpistole in Verbindung gebracht wird. Er versicherte nachdrücklich, dass der Unsinn nicht von ihm stamme.

Womöglich war alles über „Stille Post“-Wege ein Missverständnis – oder es wollte sich schlicht jemand wichtig machen, wie in jüngster Zeit zweimal durch Postings in Kamener und Bergkamener Facebookgruppen geschehen:

Beide Geschichten erwiesen sich als komplett erfunden, wurden gleichwohl von erschreckend vielen Nutzern auf Social Media für bare Münze genommen, aufgeregt kommentiert und weiterverbreitet.

Wie auch diese hier, die per Mundpropaganda in Fröndenberg die Runde macht. Wer sie also – bitte nicht weiterverbreiten.

Zu den Fakten:

Gegen Mirko M. wurde mittlerweile Anklage erhoben. Dem vorbestraften Fröndenberger werden „mehrfache sexuelle Übergriffe zum Nachteil von Kindern“ sowie eine unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an unter 18-Jährige vorgeworfen.

Allein dafür sehe das Strafgesetzbuch nicht unter einem Jahr Gefängnis vor, so Staatsanwalt Henner Kruse. Für sexuellen Missbrauch sind es, je nach Schwere der Tat, mindestens 6 Monate Freiheitsstrafe, für sexuelle Handlungen vor einem Kind erwarten überführte Täter Haftstrafen von 3 Monaten bis zu 5 Jahren.

Der Fall wird vor dem Jugendschöffengericht des Unnaer Amtsgerichts verhandelt und ist noch nicht terminiert. Mit Rücksicht auf die Sechs-Monats-Frist für Untersuchungshaft (sie endet am 17. 1. 2020) werde das Gericht den Termin vermutlich für Beginn des neuen Jahres ansetzen, möglicherweise auch schon früher, schätzt Staatsanwaltsschaftssprecher Kruse. 

 

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