„Repressiver Schwerpunkteinsatz“ gegen Elterntaxis am EBG Unna

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Bei der Kontrolle am EBG. (Foto: Polizei Unna)
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Vor dem Schulzentrum Nord gab´s eine solche Aktion bereits, heute (21. 11.) nahm sich die Unnaer Polizei das Ernst-Barlach-Gymnasium vor.  Bzw. die Elterntaxis dort.

Sie berichtete am Nachmittag auf ihrer Facebookseite:

„Nachdem der zuständige Bezirksbeamte Dirk Schneck sowohl in der Bürgersprechstunde als auch vom Hausmeister des Ernst-Barlach-Gymnasiums auf die Park-/Haltesituation zu Schulbeginn und Schulende angesprochen worden ist, hat der Bezirksdienst Unna der Kreispolizei heute jeweils zu Schulbeginn und Schulende im Bereich des Ernst-Barlach-Gymnasiums einen repressiven Schwerpunkteinsatz durchgeführt.“

Das durchschlagende Ergebnis:

  • 9 Verwarnungsgelder wegen verbotenen Haltens,
  • 8 Elternbriefe für mangelhafte Fahrräder,
  • 3 mündliche Verwarnungen gegen Fahrradfahrer.
  • Ein Verkehrsteilnehmer war unbelehrbar und wurde morgens und mittags verwarnt.

„Auch an allen anderen Schulen ist jederzeit mit solchen Aktionen zu rechnen“, betont die Polizei.

Im März kontrollierte die Polizei am Schulzentrum Nord. Wir berichteten damals:

„Sie parken in zweiter, dritter Reihe, stellen Rettungswege zu, behindern Busse, sorgen jeden Morgen für hochgefährliche Situationen vor zahlreichen Schulen:  „Elterntaxis“ stehen jetzt im Fokus der Kreispolizei Unna.

Am Schulzentrum Nord (Werner von Siemens-Gesamtschule/Geschwister-Scholl-Gymnasium) hagelten am Freitagmorgen sozusagen zur Premiere Knöllchen nieder.

Neun Verwarnungen kassierten wartende Eltern wegen Parkens auf dem Gehweg, drei parkten sogar auf dem Rettungsweg. Dazu kamen noch 11 Geschwindigkeitsverstöße und eine Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Deutliche Worte zu Elterntaxis findet der Polizei:

„Zu Schulbeginn fahren fast zeitgleich viele Eltern mit ihren Fahrzeugen an den Schulen vor und rufen dadurch jede Menge brenzliger Situationen hervor. Jede mögliche Stelle wird genutzt, um möglichst nah an den Eingang heran zufahren und die Kinder aussteigen zu lassen. Teilweise werden die Kinder dann auch noch bis zur Eingangstür gebracht.

Gehalten und geparkt wird in zweiter Reihe, auf dem entgegengesetzten Fahrstreifen, auf Busspuren, an Engstellen, auf dem Gehweg und sogar auf Rettungswegen. Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen, müssen teilweise auf die Fahrbahn ausweichen, wodurch es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. Busse können nicht die Haltestellen anfahren und müssen die Kinder auf der Fahrbahn aussteigen lassen.“

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3 KOMMENTARE

  1. Es ist schon abenteuerlich wenn ich in verschiedenen Medien, auch aus dieser Gegend, lese was denn die Eltern dazu antreibt ihre Kinder selbst auf kürzesten Strecken lieber dem dem Auto zum Kindergarten oder zur Schule zu bringen. Schlechte Busverbindungen und unzumutbare Fußwege in Eiseskälte?? von 850 Metern für 15 jährige Teenager. Ja geht’s denn noch. Diese Kinder werden zu unselbständigen und behüteten Menschen erzogen die als Luser in den zukünftigen Anforderungen eines Berufslebens untergehen werden. Nun erlebe ich nicht nur täglich diese Chaos kreisweit vor Schulen und Kitas sondern erfahre auch das Gegenteil da ich des Öfteren in einem Nachbarland zu tun habe. Dort kennt man keine Schulbusse. Und obwohl vielfach weiter in der Infrastruktur als wir gibt es da auf dem flachen Land weder Bahn und Bus nur 1 oder 2 mal täglich. Statt dessen sehe ich dann radelnde Schüler, 365 Tage im Jahr (ausgenommen Ferien) die Strecken zwischen 10 bis 20 KM zurücklegen um vom Wohnort zur Schule zu gelangen und wieder zurück, bei Wind (der dort häufig ist ) Wetter (das oft mies ist) und bei Frost was aber auch nichts ausmacht da die Reifen dann auf Spikes umgerüstet werden. Nun kann man sagen: die armen Kinder. Allerdings ist mir dort selten ein dickleibiges und übergewichtiges Schulkind begegnet. Insofern haben es die „armen Kinder“ vielleicht doch besser. Und die Eltern haben Zeit sich um Wichtigeres zu kümmern.

  2. Volle Zustimmung für den Kommentar von St. Gremling. Noch zur Ergänzung: Es gibt eine Studie der WHO zu den Bewegungsmuffeln unter Jugendlichen und siehe da Deutschland liegt mit den Bewegungsmuffeln an der Spitze, 84% der deutschen Jugendlichen bewegen sich weniger als eine Stunde am Tag, der Welt Durchschnitt liegt allerdings auch nicht viel besser mit 81%. Dies betrifft vor allen Jugendliche in hochentwickelten Länder. Die langfristigen Folgen sind Degeneration, und gesundheitliche Probleme. Schöne neue Welt!