Behördenwillkür contra Kindeswohl? Lilly (14) und Jana (12) flehen: „Bitte lasst uns nach Unna zurück“

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Zwei Schwestern / Symbolbild, Quelle Pixabay
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„Zwei Mädchen von fast 14 und 12 brauchen dringend Hilfe!“ Flehentliche Bitte einer zweifachen Mutter aus Unna.

Daniela Biermanns Töchter – die 14-jährige Lilly und die 12-jährige Jana (Namen geändert) – wurden buchstäblich von einem Tag auf den anderen aus einer Betreuungseinrichtung in Unna, wo sie seit zwei Jahren glücklich lebten, herausgerissen und in eine fremde Unterkunft nach Bönen gebracht.

Sie sind dort todunglücklich, schreiben verzweifelte Briefe. Sie flehen darum, wieder zurück in ihr vertrautes Umfeld nach Unna zu dürfen.

„Hallo Mami. Ich vermisse dich so. Warum sind wir noch hier?

Ich will doch nur zur Gruppe zurück. Ich liebe dich. Ich vermisse dich…

Ich weine die ganze Zeit, weil ich dich so vermisse. Meine Augen sind ganz rot und brennen.

Ich kann es mir nicht vorstellen, hier zu leben. Weil ich nichts habe, was ich liebe.“

Die Unnaer Jugendeinrichtung, die die Schilderungen der Mutter auf unsere Nachfrage hin bestätigte, versteht die Welt nicht mehr, spricht von Behördenwillkür auf Kosten des Kindeswohls.

Am Montag, 25. 11., findet eine gerichtliche Anhörung statt.

Die  Mutter der beiden Mädchen, Daniela Biermann, gibt uns ihr Einverständnis, namentlich genannt zu werden. Die beiden Jugendeinrichtungen halten wir aufgrund des schwebenden Verfahrens anonym.

Daniela Biermann schilderte die Situation wie folgt:

„Mir wurden vor zwei Jahren die Kinder genommen und ein gesetzlicher Betreuer bestellt.  (Anm. d. Red.: Der Grund war eine Drogenabhängigkeit. Es besteht kein Kontaktverbot zwischen Mutter und Kindern.)

Die Kinder kamen in die Einrichtung in Unna, in die sie vorher schon täglich bis 16 Uhr gingen; eine Art OGS.

Die Einrichtung hat die Kinder aufgefangen, ihnen Sicherheit und ein neues Zuhause geboten. Was unter anderem auch daran lag, dass dort mit meinen beiden zusammen nur ein weiterer Junge lebt.

Ich fand dann kurzfristig eine Wohnung in Bönen. Dadurch wechselte die Zuständigkeit für die Mädchen. (Anm. d. Red.: Für die drei kleinen Kreiskommunen Holzwickede, Fröndenberg und Bönen ist das Jugendamt des Kreises Unna zuständig.)

Ein einziges Mal habe ich mit der neuen Angestellten gesprochen. Ich sagte ihr noch, dass ich hier aus Bönen bald wieder weg bin, weswegen sie nicht einmal ein persönliches Kennenlernen für nötig hielt.

Letzte Woche (gemeint ist Anfang November) machte diese Person dann (leider zusammen mit dem Vormund) einen Termin mit den Kindern. Holte sie früher aus der Schule. Nicht einmal die Einrichtung wusste, worum es ging, geschweige denn ich.

Die Kinder fuhren dann mit zwei fremden Frauen zu einer Einrichtung in Bönen und ihnen wurde gesagt: Ihr müsst da, wo ihr seid, auf jeden Fall weg. Entweder geht ihr dahin jetzt zusammen – oder wir trennen euch.

In ihrer Angst und Verzweiflung stimmten die Kinder zu. Wie gesagt – keiner wurde darüber informiert.

Der Chef der Einrichtung und ich haben uns dann an den Kinderschutzbund, das Gericht und den Ombusverein gewandt. (Ohne Erfolg, d. Red.)

Nun sitzen meine Kinder da, ohne dass sie Kontakt zu mir oder der alten Einrichtung haben dürfen. Sie durften heute auch nicht zur Schule. Es wurde das Gericht eingeschaltet. (Der Anhörungstermin ist inzwischen terminiert, er findet am kommenden Montag statt, 25. 11. D. Red.) 

Keiner wurde befragt, es wurde gehandelt, als wären die Kinder in Lebensgefahr. Zwei Jahre lief alles gut – das Jugendamt Unna versteht die ganze Situation auch nicht.

Es besteht akute Kindeswohlgefährdung. Ich habe solche Angst um die Mädchen. Die Einrichtung und ich sind am Boden zerstört. Es kam keine vernünftige Begründung, warum die Kinder dort von heute auf morgen wegmussten.

Ich mache mir wirklich ernsthafte Sorgen, dass den Kindern dort etwas passiert bzw. dass sie sich etwas antun. Auf meine Anrufe an Jugendamt und Vormund reagierte niemand. Keiner weiß, was los ist mit den Mädchen.

Am 18. Novenber gab es ein Gespräch mit Vertretern des Stadtjugendamtes und des Landesjugendamtes. Alle sagen, es wurde gegen Gesetze gehandelt – es wäre unverständlich. Trotzdem müssen meine Kinder da weiter hocken.

Das Ganze nimmt mich sehr mit, und ich versuche über sämtliche Stellen Gerechtigkeit und Gehör zu finden. Die Mädchen haben am Tag der Besichtigung schon im Auto geweint – aber das Amt spricht von erleichterten Kindern.“

Über das Ergebnis der Anhörung werden wir berichten.

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