Rausrutscher? Unnas Grünen-Chefin freut sich öffentlich auf SPD-Bürgermeisterin

4
593
Symbolfoto für Unnas aktuelle lokalpolitische Lage: Stoßen Rot und Grün hinter den Kulissen bereits auf die gemeinsame Bürgermeisterin an? - Fotoquelle Pixabay
Facebookrss

Spontaner „Rausrutscher“ oder strategisch geplante Koalitionserklärung? Unnas Grünen-Chefin hat am Donnerstagabend (28. 11.) im Haupt- und Finanzausschuss jedenfalls öffentlich ihre Vorfreude auf eine SPD-Bürgermeisterin kundgetan.

Zwar sprach Charlotte Kunert die drei Buchstaben nicht aus, doch für die Zuhörer/innen der Sitzung blieb kein Zweifel, wen sie meinte, als sie im Anschluss an den Jahresbericht der Gleichstellungsbeauftragten Josefa Redzepi zunächst deren Ausführungen sehr lobte – und sodann strahlend verkündete:

„Dann freuen wir uns darauf, bald eine weibliche Führungskraft hier sitzen zu haben, die den Vorsitz innehält.“ Den Vorsitz im nach dem Rat zweitwichtigsten parlamentarischen Gremium hat der Bürgermeister inne. Respektive dann also demnächst: die Bürgermeisterin.

Schon seit Längerem wabert in Unna das Gerücht herum, die Grünen würden bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr auf eine/n eigenen Kandidaten verzichten (es fielen zwar mal die Namen Michael Sacher und Claudia Keuchel), um statt dessen die Kandidatin der SPD mit zu unterstützen, Katja Schuon, Leiterin des Kreisjugendamtes.

Aufgrund des Höhenflugs der Grünen im Bund kamen an dieser Möglichkeit zwar auch immer wieder Zweifel auf; doch den Verdacht nährte zuletzt kräftig das  Abstimmungsverhalten der SPD in den letzten Monaten, das sich doch auffällig häufig an der Zielrichtung der Grünen orientierte.

Sei es bei den grünen Anträgen zum Klimanotstand oder zum Sicheren Hafen oder ganz aktuell am Donnerstagabend im Hauptausschuss, wo die SPD dem von den Grünen geforderten Klima-Stempel über die Hürde verhalf: Künftig muss die Verwaltung auf jede Vorlage den Vermerk setzen: klimarelevant Ja oder Nein.

Wir berichten noch über diese Debatte, deren Abstimmung knapp ausfiel.

Jedenfalls scheint die Rot-Grüne Koalition für Unna nach der Kommunalwahl am 13. September 2020 bereits ausgemacht – und ausgemacht scheint auch zu sein, dass die  (gemeinsame) Bürgermeisterin dann Katja Schuon heißt.

Als ausgemacht, wenngleich noch nicht offiziell verkündet, gilt auf der Seite des „bürgerlichen Lagers“ hingegen CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Wigant, Beigeordneter der Stadt und zuvor Kreisdezernent. Unabhängig von noch weiteren möglichen Bewerbern – von FLU, FDP oder dem Bürgerverein Wir für Unna – kann sich Unna damit 2020 auf einen klassischen Lagerwahlkampf einstellen.

Facebookrss

4 KOMMENTARE

  1. Was für den einen Träume, sind für viele Alpträume. Insofern hoffe ich dass die Wählerinnen und Wähler nicht wieder vergessen sondern diesen derzeitigen Dilettantismus unserer Verwaltung und der dafür verantwortlichen Parteien richtig beurteilen, der rot grüne Klüngel die Mehrheit verliert und kein Oberhaupt mehr stellen wird nach der Wahl.