„Gestalten, Motor sein“: Sabina Müller (SPD) will Fröndenbergs erste Bürgermeisterin werden

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Sabina Müller beim Pressetermin mit dem SPD-Vorstand und den Ortsvereinsvorsitzenden in der Kulturschmiede. (Foto Rundblick)
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Sie will für Fröndenberg „Motor sein“, ihr Ohr ganz nah am Bürger halten, sie ist in Fröndenberg „verwurzelt und weiß, wo der Schuh drückt“; sie möchte „gestalten, nicht verwalten“. Und sie möchte all das als Fröndenbergs erste hauptamtliche Bürgermeisterin tun.

Mit Sabina Müller (51), Vorsitzende der größten Fraktion im Stadtrat, ist sich die SPD Fröndenberg sicher, „eine für das Amt überaus befähigte Person“ gefunden zu haben.

Der Stadtverbandsvorstand empfahl die selbstständige Buchhalterin, frühere Profisportlerin (Volleyball bis hin zur Nationalmannschaft) und Mutter dreier (fast) erwachsener Kinder am Donnerstagabend mit 100 % der Stimmen als Bürgermeisterkandidatin.

Müllers offizielle Nominierung soll am 15. Januar auf einem Stadtparteitag folgen. Am Freitagmittag, 29. 11., stellte der Parteivorstand die frisch gewählte Aspirantin bei einem Pressetermin in der Kulturschmiede vor.

Sabina Müller mit Stadtverbandsvorsitzendem Torben Bäcker. (Foto RB)

Für Stadtverbandsvorsitzenden Torben Böcker bringt Sabina Müller alles mit, was für das höchste Fröndenberger Amt wichtig ist.

„Sie wohnt seit 25 Jahren in Fröndenberg“, spielte er gleich als ersten Faktor auf den wunden Punkt des Konkurrenzkandidaten von CDU und FDP an. Kämmerer und 1. Beigeordneter Günter Freck wohnt in Werl, wäre also nach Friedrich-Wilhelm Rebbe der nächste Bürgermeister, der täglich nach Fröndenberg ein- und nach Feierabend wieder auspendelt.

Hingegen „ist Sabina Müller in Fröndenberg verwurzelt“, warf Torben Böcker das Lokalkolorit der roten Bewerberin in die Waagschale, „sie lebt hier, ist Mitglied in vielen Vereinen, sie hat ihr Ohr am Bürger. Sie weiß, wo die Bürger der Schuh drückt.“ Ganz nebenbei, merkte der junge Parteichef an, würde Sabina Müller die erste Hauptamtliche Bürgermeisterin in der Geschichte Fröndenbergs sein.

Die hochgewachsene, selbstbewusst auftretende designierte Kandidatin beschreibt ihre Ambition aufs höchste Amt ihrer Heimatstadt als Wunsch, Fröndenberg zu gestalten, „Motor“ zu sein. Dass sie nicht aus der Verwaltung kommt, sieht sie nicht als Nachteil an, im Gegenteil, bekräftigt sie, was zuvor schon ihr Vorsitzender betonte: Als Selbstständige, die „von außen“ kommt, könne sie frische Ideen und neue Impulse in die Verwaltung bringen.

„Ich will gestalten, nicht verwalten.“ Sabina Müller beim Pressetermin. (Foto RB)

Genau so sieht die 51-Jährige ihre künftige Rolle:

„Führungsstärke bedeutet für mich: Klare Zielvorgaben setzen, die Umsetzung einfordern und immer die Tür für die Mitarbeiter offen haben. Wir haben sehr starkes, gut ausgebildetes Personal in der Verwaltung, auf dessen qualifizierte Arbeit wir voll vertrauen können.“ Das gelte im Übrigen auch ohne Abstriche für ihren Mitbewerber, Kämmerer Freck.

Als Trumpf dem „Einpendler“ aus Werl gegenüber wirft auch Sabina Müller in die Waagschale: „Man kennt mich.“ So meint sie das sowohl persönlich als auch fachlich durch ihre inzwischen zehn Jahre währende Ratsarbeit.

Als Mitglied im Schulausschuss stehen die Schulen für sie ganz oben auf der Prioritiätenliste: Die Großsanierung der Gesamtschule hat sie als SPD-Fraktionsvorsitzende maßgeblich vorangetrieben, überhaupt Schule, Jugend, Kinder, das treibt sie um: „Chancengleichheit für Kinder ist MEIN Thema überhaupt“, erklärt sie mit spürbarer Empathie.

Im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung widmet sich Sabina Müller besonders auch dem Tourismus, hat dabei aber nicht nur Auswärtige im Blick: „Auch die Fröndenberger werden eine bessere Lebens- und Aufenthaltsqualität genießen können und von attraktiven Freizeitmöglichkeiten profitieren.“

Hochzufriedene Gesichter bei der Vorstellung der „100-Prozent-Kandidatin“, die auf dem Parteitag am 15. Januar offiziell nominiert werden soll. (Foto RB)

Fühlt sich die SPD-Bürgermeisterkandidatin in spe von den schlechten Umfragewerten der Bundes-SPD belastet? „Nein“, energisch schüttelt sie den Kopf, „die Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Und ich werde als Bürgermeisterin neutral sein.“ Das werde, merkte sie mit Augenzwinkern an die links und rechts von ihr sitzenden Genossen an, „für einige vielleicht gewöhnungsbedürftig.“ Doch Parteilichkeit sei ein No Go für einen Bürgermeister.

Wird sie, werden die Genossen für Unterstützung einer SPD-Bürgermeisterin bei den Grünen werben? Sabina Müller lächelt sphinxhaft: „Vielleicht…!“ Da die Grünen für die Beantwortung ihrer eigenen Bürgermeisterkandidatenfrage jedoch einen anderen Zeitplan haben, spielte dieser Faktor bei der Benennung Sabina Müllers keine Rolle, unterstrich Parteichef Torben Böcker.

Einige Eckdaten zu Sabina Müllers Vita:

1968 in Dortmund geboren, Profi-Volleyballerin in Erster Bundesliga und in der Nationalmannschaft. „In dieser Zeit habe ich Kämpfen gelernt, Fair Play und Respekt voreinander“, macht sie deutlich, wie nachhaltig diese Zeit im Profisport sie geprägt hat.

Nach dem Studium der Anglistik und der Geographie heiratete Sabina Müller, zog nach Fröndenberg, machte eine Umschulung zur Steuerfachangestellten und bekam drei Kinder. „Ich erlebte die guten Voraussetzungen, hier Kinder großzuziehen“, sagt sie rückblickend. Die Kinder sind inzwischen fast erwachsen, 20 und zweimal 17 Jahre alt, und geben ihrer Mutter wichtige Impulse, aufmerksam zu sein für die Belange der Jugend.

Und das Einverständnis dazu, dass die Mama versucht, Bürgermeisterin zu werden, gab ihr die Familie sofort, erwähnt Sabina Müller lächelnd: „Die haben dazu nur gesagt: Die Mama ist sowieso nicht zu bremsen.“

In den kommenden Monaten wird sich die designierte Bürgermeisterkandidatin allen Mitgliedern in den Ortsvereinen präsentieren.

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