Fachtag Mediengewalt: Kinderpornografie auf Schulhöfen auch im Kreis Unna immer verbreiteter

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Foto Copyright Kreispolizei Unna
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Massenhaft verbreitet sich Pornografie und Kinderpornografie unter Kindern und Jugendlichen, Daten werden leichtfertig u.a. auf Schulhöfen verbreitet. Die erschreckenden Erkenntnisse des BKA (Bundeskrimalamts) kann die Kreispolizeibehörde Unna leider bestätigen. Auch sie verzeichnet einen Anstieg der Fallzahlen und immer stärkeren Beratungsbedarf.

Was machen Kinder und Jugendliche im Internet? Wie nutzen Kinder und Jugendliche das Handy? Wann müssen Schule und Polizei einschreiten?

Diese Fragen sollten am Fachtag „Mediengewalt an Schulen“ in der Stadthalle Unna auch mit den Netzwerkpartnern aus dem Kreis Unna geklärt werden. Die Kreispolizeibehörde (Opferschutz/Prävention) fasst die Veranstaltung zusammen.

Kriminalhauptkommissar Stefan Krusel erläuterte die aktuelle Kriminalitätslage bei Kindern und Jugendlichen im Bereich Neue Medien. Im Anschluss hielt Prof. Hurrelmann als Medienexperte einen Fachvortrag. Hurrelmann ist ein renommierter Sozial- Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler.

Aus seiner Sicht muss Schule Kinder und Jugendliche im Bereich der „Neuen Medien“ unterstützen. Er fordert ein eigenes Fach „Medienerziehung“ mit kompetenten und gut ausgebildeten Fachkräften. „Das Smartphone ist ein Werkzeug für die Jugendlichen, um in der Arbeitswelt klar zu kommen.“

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Nach Professor Hurrelmann sind Aggressionen bei Jugendlichen vorhanden und auch wichtig für die Entwicklung. Das Ausleben der Aggressionen geschah bislang durch verbale und körperliche Auseinandersetzungen. Diese Gewaltanwendungen werden gesellschaftlich nicht mehr toleriert. Die Folge ist, dass Jugendliche ihre Aggressionen in der virtuellen Welt ausleben. Professor Hurrelmann fordert klare Grenzen und Aufklärung in der Medienerziehung schon im Grundschulalter.

Aus Düsseldorf angereist war vom Schulministerium Ministerialdirigentin Susanne Blasberg-Bense und der Krisenbeauftragte Martin Oppermann. Das Ministerium hat für das Jahr 2020 mehr Hilfestellung für Schulen angeboten. Dieses wurde in einem 10 Punkte Plan dargestellt. Jede Schule müsse sich intensiv mit dem Thema befassen muss.

Sowohl Professor Hurrelmann als auch Blasberg-Bense lobten die Veranstaltung der Kreispolizeibehörde Unna. Allen ist klar, dass dieses gesamtgesellschaftliche Phänomen gemeinschaftlich angegangen werden muss. Dass die Polizei hier die Netzwerkpartner zusammenzieht, um alle unterschiedlichen Blickwinkel zu berücksichtigen, bezeichnet Frau Blasberg-Bense als vorbildlich.

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Auch das „Best-Praktice-Modell“ des Einsatzes der Medienscouts, die das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz ausbildet, beeindruckte.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Fragen „Was ist im Kreis Unna möglich, was ist zu tun, wo sind die Grenzen?“ diskutiert. Im Plenum von Beratungsstellen, Polizei, Schule und den Referenten wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet, Denkanstöße gegeben und Hilfsangebote vorgestellt.

Teilnehmer des Fachtages kamen u.a. aus Schule, Politik, Beratungsstellen und der Polizei.

PM: Kreispolizei Unna

 

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