Rückschlag bei Anhörung – Schwestern (12, 14) dürfen nicht in Unnaer Einrichtung zurück

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Amtsgericht Unna. (Foto RB)
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Die Fronten sind verhärtet. Jedenfalls sieht die Familienrichterin das so. Jana und Lilly müssen vorerst bleiben, wo sie sind – obwohl sie dort, mit verzweifelten Briefen belegt, todunglücklich sind.

Rückschlag im Fall der 12- und 14-jährigen Schwestern aus Unna, die vor 3 Wochen – ohne vorherige Ankündigung – aus der Betreuungseinrichtung in Unna, in der sie mehrere Jahre glücklich lebten, herausgenommen und in eine neue Betreuung nach Bönen gebracht wurden.

Von dort aus schrieben sie ihrer Mutter Daniela Biermann verzweifelte Briefe, flehten: „Bitte lasst uns wieder zurück!“

Demgegenüber der Brief von Lilly (14).

Wir berichteten am vergangenen Wochenende.

Am Montag fand vor dem Familiengericht des Amtsgerichts Unna der Anhörungstermin statt. Mit dabei waren Vertreter der früheren Eirichtung, des Kreisjugendamtes, der Vormund sowie der Verfahrensbeistand der Mädchen.

Das Ergebnis war für Daniela Biermann erneut ein solcher Tiefschlag, dass sie sich erst Mitte der Woche in der Lage fühlte, sachlich über die Entscheidung der Richterin zu berichten.

Jana und Lilly dürfen nicht in ihre vertraue Einrichtung nach Unna zurück. Sie müssen in ihrer neuen Unterkunft in Bönen bleiben, es soll allerdings versucht werden, sie wieder näher an Unna unterzubringen. Die Begründung war für die Mutter, die Vertreter der alten Einrichtung und den Verfahrensbeistand nicht nachzuvollziehen: Die Richterin sprach von „verhärteten Fronten“.

Fassungslos nahm Daniela Biermann die Entscheidung auf. „Niemand hat die Mädchen  selbst bisher befragt, auch ihre verzweifelten Briefe wurden überhaupt nicht erwähnt.“

Das Jugendamt habe sich statt dessen bei der Anhörung sehr darüber empört, dass die Mutter der Mädchen und die bisherigen Einrichtung gemeinsam Schritte eingeleitet hätten; so hatten sie sich z. B. gemeinsam ans Landesjugendamt und an den Kinderschutzbund gewandt. „Dadurch fühlten sie sich offenbar in ihrer Kompetenz angegriffen“, vermutet Daniela Biermann.

Stellungnahme des Kreisjugendamtes zum „Fall Biermann“.

In seiner schriftlichen Stellungnahme (siehe oben) macht das Kreisjugendamt als dringende Notwendigkeit für den Wechsel geltend, dass die Unnaer Einrichtung den Mädchen nicht „den so dringend benötigten festen Ansprechpartner“ bieten könne. Zudem lasse „die sehr persönliche Beziehung zwischen Einrichtungsleiter und Kindesmutter … Zweifel an einer konstruktiven Elternarbeit entstehen“.

Bei Daniela Biermann bleibt Fassungslosigkeit darüber, dass offenbar niemanden die Gefühle, Wünsche und Verzweiflung ihrer beiden Töchter interessierten. Ein Hoffnungsschimmer bleibt ihr: Jana und Lilly sollen laut Familiengericht zeitnah nun auch noch befragt werden. Sie selbst will sich, sofern sich die Fronten weiter verhärten, einen Anwalt nehmen.

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