Unnas Campus noch nicht ideal mit Wirtschaft und Schulen vernetzt – Werbung für Triales Studium

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v.l. Frank Murmann, Torsten Jakob, Prof. Dr. Mark Harwardt, Tobias Hindemitt (Kreisvorsitzender JU) – (Foto: Michael Böhm)
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Der direkte Kontakt zwischen dem Unnaer Hochschulcampus und lokalen Unternehmen und Regelschulen muss noch intensiviert werden. Und am optischen Eindruck gibt es auch noch vieles zu tun.

Das räumte Campusleiter Prof. Dr. Mark Harwardt bei einer Veranstaltung ein, die die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) und die Junge Union Kreis Unna gemeinsam organisiert hatten. Frank Murmann, MIT-Vorsitzender aus Unna, konnte sogar Gäste aus Solingen begrüßen.

Einige Eckdaten laut Prof. Harwardt:

  • Aktuell studieren 700 Frauen und Männer in 6 Studiengängen.
  • Die neuen Kurse eSports Management und Fußballmanagement wurden hier in der Region schnell angenommen.
  • Gelernt wird in Gruppen (15-20) überwiegend im Selbststudium. Etwa drei Wochen pro Semester besteht Präsenzpflicht an der Hochschule – und natürlich zum Ablegen der Prüfungen.

Über die Wirtschaftsförderung sei man mit den hiesigen Unternehmen recht gut vernetzt, sagt Prof. Dr. Harwardt. Dennoch gab er auch zu, dass der direkte Kontakt zu lokalen Unternehmen und Regelschulen intensiviert werden muss.

Als Privathochschule müsse man natürlich sehen, dass die Auslastung kostendeckend sei. Seit Monaten sei deshalb eine Vollzeitstelle für einen Vertriebsprofi ausgeschrieben. Kurzfristig sollen jedoch die Seminarräume auf weniger Gebäude konzentriert und das Außengelände ansprechender gestaltet werden.

Der Campusleiter sieht das ganz pragmatisch: „Was nützt es, wenn wir mit unseren Studiengängen viele Interessenten an den Campus locken können, aber der äußere Eindruck noch nicht ganz mithalten kann?“

Torsten Jakob, Sprecher der AG Handwerk der MIT-NRW, stellte das Triale Studium vor. Der Recklinghäuser Unternehmer erklärte, dass junge Menschen in vier bis sechs Jahren den Gesellen-, den Meisterbrief und den Bachelor schaffen können. Voraussetzung ist das Abitur/Fachabitur, ein Ausbildungsvertrag und ein starker Wille, denn etwa 3 Jahre Zeitersparnis gegenüber dem herkömmlichen Weg müssen hart erarbeitet werden.

Jakob, auch stellvertretender Vorsitzender der MIT Ruhr, hat selbst drei Meistertitel und weiß, wovon er spricht:

„Das Ziel dieses Angebotes ist es, dem Akademisierungstrend entgegen zu wirken und den Meistertitel in der gesellschaftlichen Akzeptanz aufzuwerten.“

Zudem könne man sich während der Ausbildung jederzeit ohne großen Zeitverlust dazu entscheiden, nur die handwerkliche oder nur die akademische Ausbildung zu Ende zu führen. Trotzdem stehe am Ende der Ausbildungszeit ein nennenswerter Abschluss.

„Wahrscheinlich wird das Triale Studium aufgrund der hohen zeitlichen Anforderungen lediglich ein Nischendasein führen, aber es ist ein weiterer Baustein in unserem Ausbildungssystem und erhöht das Ansehen des Handwerks“, resümierte Torsten Jakob.

Der kurzweilige Vortrag wurde in Form eines Interviews geführt. Dazu war Michael Böhm, Chef der Plattform „Ruhrmacher TV“, als Fragesteller und Stichwortgeber mit angereist. Frank Murmann, Organisator der Veranstaltung, fragte abschließend: „Wenn wir hier im Ruhrgebiet mit der räumlichen Nähe von Ausbildungsbetrieben, Hoch- und Berufsschulen dieses Projekt nicht realisieren können, wo dann?“

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