„Grünes Unna mit kurzen Wegen, guter Luft, Vorrang fürs Rad“: Erste Ideen der SPD-Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon

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Die frisch nominierte Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon mit SPD-Parteichef Sebastian Laaser (re.) und dem amtierenden Bürgermeister Werner Kolter. (Foto SPD UN)
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Ein Nein, eine Enthaltung und 54 mal Ja. Mit einem überzeugenden Ergebnis ist Katja Schuon am Sonntagmittag, 8. 12. 19, von der Vertreterversammlung der Unnaer SPD zur Bürgermeisterkandidatin gewählt worden.

In ihrer Ansprache in der Stadthalle skizzierte die Kreisjugendamtsleiterin und zweifache Mutter erste Ideen für ein Unna der Zukunft unter Federführung der ersten Unnaer Bürgemeisterin.

Sie wünsche sich Unna „als eine Stadt mit kurzen Wegen, mit viel Grün, möglichst wenig Lärm und möglichst viel guter Luft“, möchte dem Fahrrad im Innenstadtgebiet den Vorrang geben, Kurpark und Bornekamp ausbauen.

Als weiteren Schwerpunkt nennt Katja Schuon Bildungsgerechtigkeit und weitere Investitionen in die Schulen.

Zuvor hatte Landtagsabgeordneter und Versammlungsleiter Hartmut Ganzke in seinem Grußwort davor gewarnt, dass der Kommunalwahlkampf nicht einfach werde. Das Klima sei rauer und kälter geworden, zog er mit Blick auf zwei Jahre AfD im NRW-Landtag Bilanz. „Wir müssen allen Tendenzen, die es in dieser Stadt gibt, entschieden entgegentreten. Diese Partei brauchen wir im Stadtrat nicht.“ 

Bürgermeister Werner Kolter sieht mit Katja Schuon eine große Chance für die SPD im Wahlkampf. Die Menschen seien neugierig auf die Kandidatin, sie finde viel Interesse und stehe für einen breit getragenen Vorschlag. Er nannte als zwei ganz große Herausforderungen der Zukunft den Umgang mit der digitalisierten Welt und Klima und Umweltschutz.

Hier Katja Schuons Rede im Wortlaut.

„Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Gäste,

ich freue mich, dass Ihr heute Morgen in die Stadthalle gekommen seid, um gemeinsam eine für unsere Partei und unsere Stadt richtungsweisende Entscheidung zu treffen. Denn Ihr entscheidet heute darüber, wer im nächsten Jahr für die SPD in das Rennen um das Bürgermeisteramt geht.

Dieses wichtige politische Amt hat in den letzten 15 Jahren unser Genosse Werner Kolter ausgefüllt. Im nächsten Jahr geht er nun in den wohlverdienten Ruhestand. Und da sich bis heute niemand mehr gemeldet hat, stelle ich mich Euch nun als einzige Kandidatin zur Wahl. Wie es zu meiner Bewerbung kam und was Ihr vor Eurer Entscheidung über mich wissen solltet, darüber möchte ich jetzt sprechen.

Katja Schuon (Mi.) mit der stellv. Stadtverbandsvorsitzenden Anke Limbacher und Stadtverbandschef Sebastian Laaser. (Foto RB)

Als mich Anke Limbacher und Bernd Dreisbusch aus meinem Ortsverein Oberstadt gefragt haben, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen kann, war ich zugegebenermaßen erst einmal überrascht. Dann ist mir aber schnell klar geworden, dass ich viel von dem mitbringe, was ich mir auch selbst von einer Stadtspitze wünsche – Verwaltungserfahrung, Führungskompetenz und den Wunsch, etwas für meine Heimatstadt und ihre Menschen zu bewegen.

Seitdem ich zugesagt habe, für unsere Partei als Bürgermeisterin zu kandidieren, habe ich schon viel Zuspruch von Euch erhalten. Dafür danke ich Euch ganz herzlich. Wie ihr sicher wisst, haben sich sowohl die Findungskommission als auch der Stadtverbandsvorstand einstimmig für mich ausgesprochen. Diese klare Votum und das damit verbundene Vertrauen haben mich sehr gefreut.

In den letzten Wochen hatte ich auch Gelegenheit, mich bei den Jusos und in den verschiedenen Ortsvereinen vorzustellen. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei den Verantwortlichen für die schnelle Terminkoordination und für die gute Vorbereitung der Veranstaltungen.

So unterschiedlich die SPD-Ortsvereine auch sind, gibt es doch viel, was uns alle eint und verbindet. Die Themen, die mich bewegen und die ich mir daher als Schwerpunkte gesetzt habe, sind auch die Themen, die Euch bei den Jusos und in den Ortsvereinen umtreiben, die ihr diskutiert und für die ihr nach Lösungen sucht.

Leider sind die Gemeinsamkeiten gerade in der letzten Zeit bei uns und in der öffentlichen Wahrnehmung eher nach hinten gerutscht.

Seien wir ehrlich: Schulterschluss sieht anders aus.

Ich weiß, dass wir besser sind. Wir können mehr, wir müssen aber auch machen und wir müssen auch wollen.

Ich denke, hinter diesem Wollen steckt das zweite verbindende Element: Wir sind in Unna zu Hause. Uns ist es nicht egal, was in unserer Stadt passiert und wie sich unsere Stadt weiter entwickelt. Im Gegenteil – Ob man es nun Verbundenheit, Heimatgefühl oder Bodenhaftung nennt, ob wir in Afferde, Königsborn, Massen oder in einem anderen Stadtteil wohnen: Wir leben alle gerne hier in Unna, wir möchten, dass es Unna gut geht – und vor allem sind wir bereit, dafür auch etwas zu tun.

Ich lebe mit meinem Mann und meinen beiden Kindern recht zentral in Unna. Wir haben kurze Wege zur Schule, zur Arbeit, zum Bäcker, zu Geschäften, Freizeitangeboten, Cafés und Restaurants. Im Sommer radele ich früh morgens vor der Arbeit durch die Stadt zum Fitnesstraining. Zu dieser Zeit herrscht eine tolle Stimmung. Es ist angenehm warm, die Luft ist gut, es ist noch ruhig, Vögel singen.

Im Laufe des Tages wird es dann aber hektisch und laut. Mein „Hier ist es richtig schön“-Gefühl verschwindet. Ich möchte aber genau davon mehr über den Tag retten.

Ich wünsche mir Unna als eine Stadt mit kurzen Wegen, mit viel Grün, möglichst wenig Lärm und möglichst viel guter Luft.

Doch wie können wir das schaffen? Was müssen wir tun? Welche Schwerpunkte müssen wir setzen?

Stichwort Wohnen:

Wir brauchen in Unna genügend guten und bezahlbaren Wohnraum für Familien, gerade mit geringem oder durchschnittlichem Einkommen. Gleichzeitig darf die Lebensqualität nicht verloren gehen, weil gefühlt alles zugebaut ist oder wird. Hier müssen wir das richtige Maß finden. Wir sollten kompakter bauen und zum Beispiel Brachflächen und Baulücken nutzen. Wir sollten Platz für neue Wohnformen schaffen. Und wir sollten die Zusammenarbeit mit unserem kommunalen Wohnungsbauunternehmen UKBS weiter stärken.

Symbolbild Grundschule / Pixabay

Stichwort Bildung:

Ob in der Schule oder später im Beruf – Es war und bleibt mein Anliegen, bessere Rahmenbedingungen und mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen. Es ist doch eine Schande, dass der Bildungserfolg eines Kindes immer noch vom gesellschaftlichen Status der Eltern und privater Förderung abhängt. Die aktuelle Pisa-Studie hat es leider wieder bestätigt.

Bildung haben oder nicht, darf keine Schicksalsfrage bleiben. Wir müssen früh ansetzen und den Weg zu mehr Bildung ebnen. Das heißt: Wir brauchen gute und ausreichende Betreuung und Förderung für die Kleinsten. Und wir brauchen gute Schulen mit modernem Unterricht und pädagogischen Konzepten. Gerade die jungen Menschen müssen fit für die Zukunft gemacht werden, und diese Zukunft ist digital.

Auch deshalb sind nach meiner Überzeugung weitere Investitionen in unsere Schulen unverzichtbar. Erst vorletzte Woche habe ich an der Vorstellung der Shell-Jugendstudie durch Professor Hurrelmann hier in der Stadthalle teilgenommen. Auch er hat bestätigt, dass es immens wichtig ist, unser Bildungssystem zukunftsweisend aufzustellen und dabei alle Schülerinnen und Schüler mitzunehmen.

Stichwort Mobilität und Umwelt:

Zum Bummeln in die Stadt ohne Stress und Parkplatzsuche – das wünsche ich den Bürgerinnen und Bürgern.

Wenn wir das Auto mal stehen lassen, mit dem Rad fahren oder den ÖPNV nutzen, steigt nicht nur unsere Lebensqualität. Die Entdeckung der Langsamkeit macht unsere Stadt auch attraktiver. Ich möchte dem Fahrrad vor allem im Stadtgebiet Vorfahrt einräumen.

Fahrrad, Symbolbild – Quelle Pixabay

Dafür brauchen wir mehr Radwege an den Hauptverkehrsstraßen und natürlich mehr Fahrradstellplätze. Zudem müssen wir für ein dichtes Wegenetz zwischen den Stadtteilen sorgen.

Nicht alles ist gleich um die Ecke zu erreichen. Für längere Strecken brauchen wir daher ein unkompliziertes Kombipaket, einen Mix zum Beispiel aus ÖPNV, Rad und Carsharing.

Eine andere Verkehrsinfrastruktur bedeutet auch eine andere Umweltpolitik – und gerade sie sind wir insbesondere den jungen Menschen schuldig, die auch hier in Unna zum Beispiel bei „Fridays for Future“ verantwortungsvolles Handeln einfordern. Wir leben nicht in einer heilen Welt oder auf einer Insel. Unsere Zeit ist schnell, herausfordernd und anstrengend. Gerade deshalb brauchen wir mehr Erholungsräume für die Menschen.

Klimastreik am 20. 9. auf dem Rathausplatz. (Archivbild RB)

Grünflächen wie Bornekamp und Kurpark müssen fußläufig gut erreichbar sein und ausgebaut werden. Plätze, Dächer und Fassaden müssen mehr begrünt werden. Wir sollten Bäume pflanzen und das Pflanzen fördern, und wir sollten dafür Verbündete, zum Beispiel Baumpaten suchen.

Wegweiser im Kurpark. (Archivbild RB)

Stichwort Bürgerbeteiligung:

Wenn wir Unna weiter nach vorne bringen wollen, müssen wir mehr raus aus dem Rathaus und hin zu den Bürgerinnen und Bürgern. Wir müssen ihnen zuhören, mit ihnen reden, sie an Lösungen beteiligen, und wir müssen Diskussionen aushalten. Wir haben am Bürgerbegehren zur Eishalle gesehen, wie wichtig es ist, frühzeitig auf die Menschen zuzugehen und sie mitzunehmen.

Ohne eine angemessene Bürgerbeteiligung, liebe Genossinnen und Genossen, werden wir zukünftig keine erfolgreiche Politik machen können. Daher freue ich mich, dass Sebastian Laaser und Anke Limbacher planen, die inhaltlichen Bausteine unseres Wahlprogramms in Dialogveranstaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und deren Anregungen aufzugreifen. Ich denke, das ist der einzig richtige Weg.

Vorletzten Freitag hat der Stadtverband bereits eine sehr vielversprechende Dialogveranstaltung gegen den weiteren Ausbau des Flughafens Dortmund durchgeführt. Thematisch sind wir damit unserer Linie treu geblieben und haben für einen konstruktiven Austausch gesorgt. Wenn wir erfolgreich sein wollen, kehren wir zu unserer alten Stärke zurück – Lasst uns auf die Menschen zugehen und ihnen vor allem wieder aufmerksam zuhören.

Wenn Ihr mich heute als Bürgermeisterkandidatin wählt, werde ich nächstes Jahr Tür-zu-Tür-Wahlkampf und Dialogveranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen mit Euch machen. Einige haben mir bereits bei meiner Tour durch die Ortsvereine ihre Unterstützung zugesagt, und ich verspreche euch: Auf dieses Angebot komme ich gerne zurück.

Liebe Genossinnen und Genossen, ich habe euch jetzt ein paar meiner Schwerpunkte skizziert. Ich glaube aber, ihr solltet auch etwas mehr über mich erfahren.

Ihr alle wisst, dass ich Katja Schuon heiße. Wer mich gut kennt, weiß auch, dass mein zweiter Vorname eigentlich Ungeduld lauten müsste. Ich mag Tempo, das Nach-vorne-gehen, das Nach-vorne-kommen. Das zeichnete sich schon bei meiner Geburt vor 45 Jahren ab. Um ein Haar wäre ich schon im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus nach Bochum geboren worden.

Meine Kindheit habe ich nach diesem Schnellstart als Zweitälteste von vier Geschwistern „tief im Westen“ in Castrop-Rauxel verbracht. In meiner Grundschulklasse gab es Kinder, deren Eltern von Sozialhilfe lebten, Kinder mit Migrationshintergrund, sogenannte Mittelschichtkinder wie mich und Kinder reicher Eltern. Wir waren wirklich eine gemischte Klasse. Ich fand das sehr bereichernd, und die damals gemachten Erfahrungen haben mich nachhaltig geprägt. Ich habe früh gelernt, wie schlecht es manchen Menschen geht und wie gut dafür anderen. Es hat mir aber zum ersten Mal sehr deutlich eine Ungerechtigkeit vor Augen geführt: Woher jemand kommt und nicht was er kann, bestimmt in unserem Land über den Bildungserfolg.

Als ich 12 Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie nach Schwerte gezogen. Neu in der Stadt musste ich mir erst einmal einen neuen Freundeskreis aufbauen und mich orientieren. Beides ist mir schnell gelungen, weil ich offen und interessiert auf andere zugehen kann. Mit meinen neuen Schulfreundinnen und -freunden habe ich viel Zeit verbracht – bei gutem Wetter im Freibad, in der Tanzschule und beim Stadtbummel.

Außerdem habe ich bei verschiedenen Theatergruppen meine Liebe zum Schauspiel entdeckt. Noch heute gehe ich regelmäßig ins Theater, am liebsten ins Schauspielhaus Bochum. Auf dem Ruhrtalgymnasium habe ich Artikel für die Schülerzeitung geschrieben und bis zur Oberstufe sogar mal mit dem Gedanken gespielt, Journalistin zu werden. Schon während der Schulzeit habe ich begonnen, mich für andere zu einzusetzen: Ich war viele Jahre erst Klassensprecherin, dann Stufensprecherin und schließlich auch Schülersprecherin. Wie schon in der Grundschule, habe ich auch auf dem Gymnasium gemerkt, dass der Bildungserfolg leider nicht nur von der Leistung des Einzelnen abhängt, sondern oft vom Status der Eltern oder manchmal auch vom Geschlecht. Gerade Letzteres hat mich geärgert und bei mir einen „Jetzt erst recht“-Effekt ausgelöst.

Nach meinem Abitur habe ich erfolgreich eine duale Verwaltungsausbildung beim Kreis Unna abgeschlossen. Danach habe ich in verschiedenen Bereichen als Sachbearbeiterin gearbeitet. Erst im Bereich der Ausweisung und Abschiebung, dann viele Jahre an der Nahtstelle zwischen Politik und Verwaltung im Kreistagsbüro als Schriftführerin für mehrere Ausschüsse. In dieser Zeit habe ich berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Dortmund studiert und dieses Studium sehr erfolgreich mit Diplom abgeschlossen.

Auch mein Engagement für andere habe ich neben meiner beruflichen Weiterbildung fortgesetzt: Ich bin seit fast 25 Jahren Gewerkschaftsmitglied, erst in der ÖTV, später dann in ver.di. Für meine Gewerkschaft habe ich mich erst in der Jugend- und Auszubildendenvertretung und dann im Personalrat der Kreisverwaltung für die Interessen meiner Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. 15 Jahre lang habe ich mich außerdem in verschiedenen gewerkschaftlichen Gremien engagiert.

So war es für mich auch ein konsequenter und spannender Schritt, mich für zwei Jahre für die Personalratsarbeit freistellen zu lassen. In dieser Zeit habe ich mich dann hauptberuflich um die Belange meiner Kolleginnen und Kollegen gekümmert, sie beraten und unterstützt. Ich habe außerdem maßgeblich dazu beigetragen, dass der Kreis Unna interne Stellenausschreibungen eingeführt hat. Bis dahin hingen ein Stellenwechsel und eine Beförderung im Wesentlichen davon ab, ob dem Personalchef die Nase gepasst hat oder nicht.

2007 wurde die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten intern ausgeschrieben, auf die ich mich erfolgreich beworben habe. In Sachen Gleichstellung von Frau und Mann ist in den letzten Jahrzehnten ohne Zweifel viel passiert, aber – seien wir ehrlich – es gibt immer noch viel zu tun. Insbesondere wünsche ich mir mehr Frauen in Führungspositionen. Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen aus den Städten und Gemeinden erfolgreich ein Mentoring-Projekt durchgeführt. Bei dem Projekt konnten an Führung interessierte Kolleginnen am Arbeitsalltag einer erfahrenen Führungskraft teilhaben und spezielle Führungskräftefortbildungen besuchen. Ich freue mich sehr darüber, dass fast alle Teilnehmerinnen des erfolgreichen Projektes inzwischen auch selbst Führungsverantwortung haben.

Zwei Jahre später bekam ich das Angebot, Referentin und Bürgerbeauftragte des Landrates zu werden. Zu dieser Chance habe ich natürlich ja gesagt. Auch die stellvertretenden Landrätinnen und Landräte habe ich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt. Meine langjährige Erfahrung im Umgang mit der Politik kam mir hierbei sehr zugute. Spannend war auch der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Eines ist mir in dieser Zeit sehr deutlich geworden: Auch wenn nicht alles so gelöst werden kann, wie es sich die Bürgerinnen und Bürger wünschen – Es ist wichtig, die Anliegen der Menschen ernst zu nehmen und konstruktiv damit umzugehen.

Ich stelle mir auch heute immer erst die Frage „Was geht?“ und nicht „Wie kann ich es verhindern?“

Vier Jahre später übernahm ich dann die Leitung des Landratsbüros. Da war für mich der ideale Zeitpunkt gekommen, politisch Farbe zu bekennen, und ich bin in die SPD eingetreten. Durch meine Familie bin ich sozialdemokratisch geprägt, und ich habe schon als Jugendliche bei den Jusos mitgearbeitet. Die Leitung des Landratsbüros erfordert gute Nerven, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, konstruktiv und sachlich zusammenzuarbeiten. Ich denke, das ist mir gelungen. Daneben hatte ich auch Personalverantwortung für meine Kolleginnen und Kollegen und konnte mein theoretisch erworbenes Führungswissen schnell in die Praxis umsetzen.

Seit Anfang des Jahres leite ich nun den schönsten Fachbereich des Kreises Unna, den Fachbereich für Familie und Jugend. Schwerpunktmäßig sind meine rund 80 Kolleginnen und Kollegen und ich also das Jugendamt für Bönen, Fröndenberg und Holzwickede. Wir schaffen Kindergartenplätze. Wir unterstützen Familien in ihrem schwierigen Alltag. Wir bieten Kindern und Jugendlichen Freizeitaktivitäten. Und vor allem sorgen wir gemeinsam mit unseren Netzwerken dafür, dass kein Kind zurückgelassen wird. Daneben kümmern wir uns kreisweit um das Elterngeld und sind Betreuungsstelle für 8 der 10 Kommunen im Kreis Unna. Dabei kollidieren die politischen Ziele des Kreis-Jugendhilfeausschusses nicht selten mit den finanziellen Interessen der drei Kommunen. Ein guter Draht zu den Kommunen und Transparenz helfen aber auch hier, gute Ergebnisse zu erzielen.

Ich bin ein Mensch, der Herausforderungen sucht und immer gemeistert hat. Wie viele andere, die viel erreicht haben, habe auch ich dabei gelernt, mit Rückschlägen und Niederlagen umzugehen und diese ins Positive zu wenden. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man nicht alles geschenkt bekommt, sondern sich seinen Erfolg hart erarbeiten muss.

Das gilt auch für uns und unsere Partei. Viele Menschen haben sich aktuell von uns abgewandt, weil sie uns nicht mehr zutrauen, dass wir ihre Lebenswelt verstehen und verbessern können.

Der Wahlkampf wird daher für keinen von uns ein Spaziergang. Aber ich sehe auch die Chance, die Menschen wieder von uns und unserer sozialdemokratischen Politik zu überzeugen, wenn wir glaubwürdig für ihre Interessen eintreten.

Wir haben das Potenzial, liebe Genossinnen und Genossen, wir müssen es den Menschen auch wieder zeigen. Wir müssen unsere sozialdemokratischen Werte – allen voran Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – auch selbst wieder mit Leben erfüllen. Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir es ernst meinen und zuerst bei uns selbst anfangen. Dann wird es uns gelingen, auch die Menschen wieder von uns und unserer Politik zu überzeugen.

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich bewerbe mich heute bei Euch als Bürgermeisterkandidatin. Ich lege Euch dafür meine langjährige Verwaltungserfahrung, meine Führungskompetenz und meinen Wunsch, in Unna etwas für die Stadt und ihre Menschen zu bewegen, in die Waagschale. Ich möchte gemeinsam mit Euch für eine erfolgreiche Kommunalwahl 2020 und für ein weiterhin sozialdemokratisch geführtes Rathaus in Unna kämpfen. Dafür bitte ich euch nun um eure Stimme.

Vielen Dank und Glückauf!“

Erste Reaktionen unserer Leser haben wir hier zusammengefasst:

„Mehr Grün geht nicht“ – Irritierte erste Reaktionen auf „rote“ Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon

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4 KOMMENTARE

  1. Jeder hat ein Chance verdient, auch von der SPD. Insofern war ich gespannt auf den ersten Auftritt zur Bürgermeisterwahl. Und was soll ich sagen: diese hohle Phrasen hätten auch von mir kommen können. Kein Wort über die aktuelle und kritische Haushaltslage, nicht ein Problem angesprochen geschweige denn LösungsANSÄTZE gezeigt. Statt dessen: Weiter so und wünsch dir was. Natürlich muss etwas geschehen im Nahverkehr, aber die VKU wird ja jetzt schon mit fast 1 Mio jährlich gesponsert. Radwege wären schön, mir würde es reichen wenn die vorhandenen befahrbar wären. Mehr Grünflächen, natürlich, mehr bezahlbaren Wohnraum, wer will das nicht. Und natürlich die Schule und Jugend. Wichtig, aber im letzten Jahr im Kreis allein die Jugendhilfe um 2 Mio auf fast 21 Mio gestiegen. Also aus dem Vollen schöpfen, kein Problem. Mir schwant böses.

  2. […] Aber was ist (bisher) an der sozialdemokratischen Bewerberin „sozialdemokratisch“ und was vor allem würde sich unter einer Bürgermeisterin Katja Schuon zum Besseren ändern? Das fragten sich so manche/r Leseri/in zweifelnd, nachdem wir Schuons „Bewerbungsrede“, in denen sie vor den Delegierten auf 7 Seiten ihre Vorstellungen über… […]